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20.11.2013 Autor: Go Ahead Eagle 0

Ghost: Wiesbaden - Schlachthof (19.11.2013)

Es gibt noch so Abende, da passen einfach sämtliche Rahmenbedingungen. Und wenn dann auf der Bühne noch etwas Außergewöhnliches passiert, dann erleben wir die besondere Magie, wegen denen wir doch alle immer wieder auf Konzerte gehen.
Die große Bühne wurde berechtigterweise genutzt, wobei die halbe Halle abgesperrt war. Gute Idee!
Es war bei weitem nicht voll, aber die die da waren, kamen wegen der Musik.
Hinter den Bands hingen keine Bandlogo-Banner, sondern ein Banner mit aufgedruckter Kirche von innen. Vier helle Säulen und drei Buntglasfenster waren zu sehen. Gute Idee!
Die Vorband Oath spielte so düsteren, hmm…, Gothic-Rock/Metal. Anfangs fand ichs lahm, umso länger es dauerte desto besser gefiel es mir. Lag vielleicht auch an zwei der vier Bandmitglieder. Sängerin und Gitarristin, Hammerfigur, im schwarzen Leder-Catsuit, die blonden, langen Haare im Gesicht. Heißer geht’s nicht.

Während dem Umbau war ich kurz draußen. Als ich wieder reinkam, roch es nach Weihrauch. Auf der Bühne wurden mehrere kleine Weihrauchfässer platziert, die fröhlich vor sich hin rauchten. Schlagzeug hinten links und Keyboards hinten rechts standen auf kleinen Podesten vor denen Kerzen platziert wurden.
Alles war bereit für die Gruselmesse.
Besonderer Moment: So ca. 10 Minuten vor Beginn endete die Rockmusik und es wurde ein Choral gespielt. Schlagartig wurde die versammelte Menge ruhig und lauschte gebannt den alten Kirchenklängen.

Die Bühne betraten fünf schwarz gewandte und Krähenähnlich maskierte Ghouls. Umgehend rockten sie gewaltig aber glasklar los. Die Gitarren waren wuchtig und hörten sich einfach nur toll an und im Hintergrund droht die mächtige Orgel von der Kanzel. Erster Song: Infestissumam. Dichter Nebel umspielt das zentral postierte Mikro und aus der Tiefe erscheint Papa Emeritus II samt Mitra und seinem Bischofsstab. Auch hier klingt der Gesang einfach toll. In manchen Passagen wird er vom Band ergänzt um den leicht disharmonischen Zwiegesang zu erzeugen. Ich will nicht meckern und sage mir: der Zweck heiligt die Mittel.
Die tolle Atmosphäre bleibt das gesamte Konzert über erhalten. Großes Lob gebührt hierbei den Verantwortlichen für Licht und Nebel. Hierdurch war die Optik konstant großartig. Sämtliche entstandenen Handyfotographien der Besucher werden dies sicherlich bezeugen können.
Nach etwas mehr als 60 Minuten war der Spuk vorerst vorüber. Als Zugabe wurden die überragenden Songs Zombie Queen und Monstrance Clock vorgetragen und ich bin vollauf zufrieden Heim gefahren.

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