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31.10.2013 Autor: Go Ahead Eagle 0

Ef: Wiesbaden - Kulturpalast (09.10.2013)

Zum ersten Mal war ich in Wiesbaden nicht im Schlachthof.
Und sofort fahr ich 20 Minuten im Kreis.
Nicht weil ichs nicht gefunden hätte, sondern weils so ziemlich in der Innenstadt liegt und es keine Parkplätze gibt.
Letztendlich kostete mich das Parkhaus noch weitere 7 €. Irgendwie unangemessen, erst recht im Verhältnis zum Eintritt von 11 €.

Den Laden kann ich unmöglich beschreiben. Ich habs zumindest nicht allzu leicht gefunden und war trotzdem mit ca. 20.15 Uhr deutlich zu früh da. Der Gang zum Merchstand war überflüssig, alles was auslag hab ich.

Um 9 begann die Vorband "dana.plan". 4 Kerle - aufgeteilt auf 2 Gitarren, 1 Bass, 1 Schlagzeug spielte sehr ansprechend auf. Glasklare Referenz: and so I watch you from afar. Klang wirklich gut, wenn denen mal irgendwer als Vorband begegnen sollte: reinhören lohnt sich.

Kurz nach 10 dann: Licht aus, Nebelmaschine an. 5 echt richtig junge Jungs in schwarzen Hemden betreten die Bühne. Ich hab mir vorher auch noch kein Promobild von denen angeschaut, die sehen aus wie Anfang/Mitte 20, ich dachte die wäre klar älter - zumal die bereits seit über 10 Jahren zusammen spielen.
Ich stand da und hab mich grad drauf konzentriert eine Mörder Gänsehaut zu bekommen.
Tja. Was soll ich sagen? Die heftigeren Parts zerschellten nur so an den halbverkleideten Wänden und der viel zu niedrigen Decke. Ef brauchen Luft und Raum. Die müssen sich entfalten können. Und das konnten sie hier nun mal gar nicht.
Hinzu kommt das Ef anfangs auch noch katastrophal abgemischt waren. Bass laut, Gitarren sehr laut, Schlagzeug noch viel viel lauter. Im Laufe des Konzerts haben sie sich wenigstens gemeinsam auf sehr laut eingependelt, was der Dynamik der Songs eher nicht so zu Gute kam, da bei den leiseren Parts ständig das Schlagzeug vor Vibration nur so gerasselt hat.
Die Liste der Punktabzüge geht weiter: ich mag komplexe Alben und ich mag es wenn eine Band versucht die Komplexität auf die Bühne zu bringen. Was ich nicht mag ist, wenn man auf der Bühne steht um das vom Laptop eingespielte Playback zu ergänzen.
Auf den Alben gibt es Streicher und Bläser etc. Wenn man keine Streicher und Bläser mit auf Tour nehmen will, dann sollte man sich, meiner Meinung nach, damit abfinden und es sein lassen. Ich gucke die nicht live um einen Großteil der Musik vom Rechner zu hören. Ich gucke die live um zu sehen, wie sie mit der Aufgabe umgehen die Dinge von Platte auf die Livesituation zu übertragen und dann gegebenenfalls zu reduzieren und konzentrieren. Playback ist ein fauler Kompromiss den ich nicht sehen will.
Zu guter Letzt sind sie ohne regulären Sänger angetreten. Er war zwar da und spielte auch mit, aber er brachte kaum einen Ton raus, da er vollkommen heiser war. Alle anderen sind ab und zu als Sänger eingesprungen. Leider mehr schlecht als recht. Gut, dass die Musik eh zum Großteil rein instrumental war, da lässt es sich dann aushalten.

Ich war ganz und gar nicht zufrieden, aber auch nicht vollkommen enttäuscht.
Das Potential ist da. Man konnte sich sehr gut vorstellen, was für eine Macht und Wucht das Ganze entfaltet, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Leider stimmte hier so gut wie gar nichts und trotzdem hatte das Konzert seine intensiven und bewegenden Momente. Ich würd die gern mal auf nem Festival sehen.

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