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21.11.2012 Autor: housefrau1981 0

Muse: Wien - Stadthalle (19.11.2012)

In der gut gefüllten Wiener Stadthalle wollen Muse dem österreichischen Publikum also ihr neues Album auch live vortragen - wir sind gespannt.
Pünktlich um halb 8 startet der Abend mit der britischen Band Everything Everything, die allerdings nicht so wirklich überzeugt. 2-3 Songs sind ganz nett, der Rest ist Füllwerk und steigert nur die Spannung auf den Hauptact.

Kurz vor 9 dann geht's endlich los, wie erwartet mit Unsustainable, das live als Opener aber perfekt passt, um uns auf die kommenden 1 1/2h voller Bild- und Musikgewalt vorzubereiten.

Was Muse dann in ihrer Show zeigen, lässt für den Fan keine Wünsche übrig und auch der Muse-Konzert-Neuling kommt mit Sicherheit auf seine Kosten.
Die Band spielt sich bis auf 2 Ausnahmen komplett durch das neue Album und - ich hatte es vermutet und erhofft - auch die weniger starken Songs der Platte überzeugen live und machen Spaß.
Panic Station macht einfach nur Laune, Madness verteilt eine ganz gewisse Stimmung in der Halle und jagt mir im Finish warme Schauer über die Haut und selbst das oft etwas schräg beäugte Follow Me ist live ein Knüller, kein Wunder, so wie Howard in der Liveversion sein Schlagzeug malträtiert.
Auch der von Wolstenholme gesungene Song Liquid State kann punkten, solide vorgetragen und mit Druck nach vorne.

Dennoch kann man eines nicht bestreiten - die Asse im Ärmel sind natürlich die Klassiker, die immerwieder, angenehm in die Setlist integriert, das Publikum zum Ausrasten bringt.
Plug in Baby, Starlight, Stockholm Syndrome, Resistance, Supermassive Black Hole, Sunburn oder auch Bliss, ja, wir haben gegröhlt und sind rumgesprungen, als gäbe es kein morgen mehr, bis die Band mit Knights of Cydonia sich nach dem zweiten Zugabenblock von der Bühne verabschiedet.

Die Bühne war, wie kann es anders sein, natürlich überladen bis zum geht nicht mehr, Funkeln, Blinken, Leuchten, wohin man auch schaut. Allerdings wirkt sie gemessen an der Resistance-Bühne mit ihren 3 Mega-Türmen weniger kalt, gibt der Band mehr Möglichkeiten sich gemeinsam zu zeigen. Highlight ist die Video-Pyramide über Howards Schlagzeug, die mit Live-Videos oder Animationen wirklich nicht zu wünschen übriglässt und das Publikum zusätzlich zur musikalischen Qualität natürlich ins Staunen versetzt.

Was kann man abschließend sagen? Egal in welche Richtung sich die Band auch musikalisch mittlerweile entwickelt hat, live sind und bleiben Muse eine Klasse für sich. Klar, alles ist einen Ticken übertrieben, too much und man kommt mit dem Schauen, Entdecken und Staunen kaum hinterher, aber letzten Endes bekommt man eine perfekte, aufregende und in sich stimmige Show geboten, optische Reize, wie man sie selten sieht, eine Playlist, die perfekt Altes und Neues vereint, einen Frontmann, der einfach abliefert ohne Ende und eine Band, die nach wie vor Spaß an der Sache hat - ja, es war ein toller Abend und deshalb erübrigt sich für mich die Frage, nach dem "nochmal?" - AUF JEDEN FALL!

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