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02.10.2012 Autor: kleinerhobbit33 0

Dead Can Dance: Frankfurt - Alte Oper (01.10.2012)

Sechzehn Jahre kein Album, sieben Jahre keine Tour. Brendan Perry und Lisa Gerrard haben die Fans lange warten lassen. Wirklich lange? Nein, Angesichts der Tatsache dass die Band sich eigentlich offiziell aufgelöst hatte und im Jahr 2005 die Abschiedstour gefahren wurde. Da durfte ja wohl nicht wirklich von einem neuen Album und zugehöriger Tour geträumt werden.

Für die Fans haben sich beide Wünsche erfüllt, nach dem Album nun also die Tour.

Gestern Abend war es dann, endlich, soweit. Wir starteten also gegen 18 Uhr in Richtung Frankfurt und kamen auch ohne größere Schwierigkeiten an der alten Oper in an. Parken ist dort überhaupt kein Problem und für Frankfurter Verhältnisse am Abend mit 5 Euro erschwinglich, letztlich sogar günstiger als das sechs Euro teure Gläschen Sekt in der Oper selbst :)

Also vorher noch außerhalb dieser ein Bier getrunken um dann, kurz vor acht, diese wundervolle Location zu betreten. Diese hat mehrere Sääle, Dead Can Dance spielten im großen Saal und dieser befindet sich im dritten Stock, dieser kann wahlweise mit Fahrstuhl oder zu Fuß erreicht werden. Es ist also gar nicht so einfach gewesen den richtigen Weg zu finden. Letztlich haben wir aber auch das gemeistert, unsere Plätze eingenommen und auf den Beginn der Show gewartet.

Diese fing auch pünktlich mit dem Supportact an. Leider weiß ich nicht mehr den Namen des jungen Mannes. Dieser trat mit einem ziemlich außergewöhnlichen, Schweizer Instrument, Namens Hang auf. Dieses sieht eigentlich aus wie eine fliegende Untertasse nach einem Absturz, d.h. es hat neun "Dellen" und jede erzeugt einen anderen Ton. Die Musik die nun dadurch entstand war ziemlich faszinierend, mir aber auf Dauer zu meditativ. Trotz allem zieh ich den Hut vor dem Herrn, das war ein ziemlich gelungener Auftritt der vom ausverkauften Haus mit warmen Applaus bedacht wurde.

Nach kurzer Umbaupause ging es dann los und endlich kamen Dead Can Dance auf die Bühne und starteten mit Children of the Sun in die Show. Als Brendan Perry dann erstmalig seinen warmen Barriton ertönen lässt ist es um mich auch schon geschehen. Die Kinnlade klappt runter und daran wird sich für den Rest des Abends auch nicht viel ändern.

Denn da wäre ja auch noch die Ausnahmesängerin Lisa Gerrard. Als ihre Stimme das erste mal die Oper erfüllt kommt zur runterhängenden Kinnlade auch noch eine dicke Gänsehaut, gepaart mit einem ziemlich heftigen Druck auf den Augen, es ist einfach zum weinen schön.

Das liegt natürlich zum einen am genannten, wunderschönen Gesang, zum andern auch an dieser extrem guten Akkustik im großen Saal der Oper. Man hört wirklich exakt jedes Instrument des sehr guten Ensembles dass Brendan und Lisa begleitet und auch die Gesangsmikrofone sind extrem gut abgestimmt. Dafür echt noch ein dickes Lob an die Herren an den drei Mischpulten.

Und so spielt die Band sich souverän durch alte Hits wie The Host Of Seraphim, Rakim oder Song of the Siren. Aber auch das aktuelle Album kommt nicht zu kurz und hat mit den Songs Opium und Return of the She King zwei Highlights zu bieten. Besonders Return of the She King als Duett ist einfach unfassbar gut.

Letztlich gibt es dann noch das ein oder andere Solostück von Lisa zu hören, z.B. Now we are Free vom Gladiator Soundtrack.

Den Abend über ist es dann auch meist so dass die Beiden sich am Gesang abwechseln, schade eigentlich,die Highlights für mich sind eigentlich klar die Songs die Beide gemeinsam bestreiten. Leider sind es nicht allzuviele und es kommt, bei genauem Betrachten des Treibens auf der Bühne, der Eindruck auf dass Brendan und Lisa sich nicht allzuviel zu sagen haben. Die Beiden würdigen sich eigentlich wegens des gesamten Auftritts keines Blickes. Das war allerdings 2005 in München auch so, vielleicht sind die Beiden Perfektionisten auch einfach nur auf die Show fokussiert.

Aber selbst das reicht nicht aus um einen perfekten Abend zu stören.

Fand ich das Konzert 2005 schon toll so war gestern alles noch viel besser. Ein wirklich magischer Abend mit zwei perfekten Sängern und einer ebenso perfekten Begleitband. Die zwei Stunden vergingen wie im Flug und im Anschluss hatte ich nur einen Gedanken. Ich will das wieder hören und sehen, am besten sofort und egal wo.

Leider wird da nix draus, die Deutschland Konzerte sind seit Monaten ausverkauft. Bleibt die Hoffnung dass vielleicht ein Abend der Tour auf DVD und oder Blu-ray erscheinen wird. Denn eins steht nach dem gestrigen Abend für mich fest. Ich werde von dieser Band keine schlecht gefilmten Youtubefilmchen mehr ansehen oder solche verlinken, das würde mir die schöne Erinnerung an dieses unfassbar schöne Ereignis versauen.

Wow, an diesen Abend werde ich sehr oft zurückdenken. Ein Soundgenuss der seinesgleichen sucht, Danke dafür

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