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01.09.2012 Autor: Suomieven 3

Pearl Jam: Prag - O2 Arena (02.07.2012)

Es ist mittlerweile schier unvorstellbar für mich, nur ein Konzert einer Tour mit zu nehmen. Wenn es urlaubsbedingt oder zeitlich nicht anders gehen würde, dann ja, aber ansonsten… . Dem zufolge wird es auch mir Show auf deutschem Boden in den letzten Jahren ein wenig knapp. Sie reichen schlicht und ergreifend nicht mehr. Bei den letzten Europatouren wich ich immer gen Holland aus. Schöne Konzerte waren das, mit einem entspannten Vibe, relaxt fast. Vom Grasgeruch eingekeilt erlebte ich da sehr, sehr schöne Abende. 2012 nun plante ich mit Berlin und Stockholm… mal was anderes als Holland. Da kurz nach der Buchung des Fluges für den 5. Juli eine Zusatzshow für Berlin angesetzt wurde, welche nun leider flach fällt für mich, war das Weh und Ach zunächst einmal groß. Aber wie sagt Olli Kahn, der Titan, in solchen Momenten immer: “Wir brauchen EIER!”… sinngemäß: “Wir müssen eine Trotzreaktion zeigen!” Und meinerseits bestand diese im Fassen des Entschlusses einfach die zweite bekannt gegebene Zusatzshow heim zu suchen. So – und unter Mithilfe der Forumsticketbörse und e-bay – landeten die Kleine Schwester und ich also gestern in Prag. Die Landung war etwas verzögert, da die tschechische Hauptstadt sicherlich vieles besitzt, aber keine adäquate Ausschilderung. Weder Sehenswürdigkeiten (mit Ausnahme des Zoos… muss ja ein toller Zoo sein) noch Ausfahren auf Autobahnen in andere Richtungen als Brno sind ordnungsgemäß ausgewiesen. Gerade letzterer Umstand sollte nach dem Konzi dazu führen, daß wir eine Stunde lang ziellos durch Praha irrten bis wir mehr oder weniger zufällig auf unser sehnlich erwartete E55 stießen.

Jedenfalls gelangten wir an der O2 Arena an und wurden von Tschechen erstmal so richtig schön zur Kasse gebeten. 300 Kronen, also ca. 12,50€, fürs Parken sind schon unverschämt. Kommentiert wurde das von unserem Parkwächter, einem optischen Gojko Mitic – Double, mit “Das ist Kapitalismus”. Tja… Winnetou war halt kein Marxist. Jedenfalls drückte ich dem Kerl die Knete in die Hand und stellte den Igor ab. Wir aßen noch ein paar Knacker und Semmeln und rißen die eine oder andere Zote über unseren geldgeilen “Campingstuhl - Winnetou”, welche die Pforte zu den ewigen Parkgründen tapfer bewacht. Andererseits, so lange er das gut macht, bin ich ihm ja auch dankbar. Autodiebstahl in Prag soll ja nicht unbedingt selten sein.

Na egal. Wir chillten dann so langsam gen Eingang, ich traf mich mit meinem Ticketspender (tausend Dank nochmal für die erstklassige Abwicklung, hat super geklappt. War trotzdem irgendwie komisch ohne Ticket nach Prag zu reisen, selbst wenn man wußte, daß man es vor Ort bekommt) und stellte mich in der Fanclubschlange an.

Es folgte der mit Abstand am besten organisierte 10c-Einlass, den ich in meiner bisherigen Karriere als Pearl – Jam – Tourist erleben durfte. Es ging langsam aber stetig voran, durch die Metalldetektoren (kein Scheiß) und dann durch Drehkreuze am Eingang. Dann schlenderte ich zum Merch – Stand und erwarb erst einmal nur das Poster. Eigentlich sollte es hernach noch ein Shirt sein, aber da war mir dann zu viel los und ich verschob das auf Berlin. Das Poster an sich fällt mal wieder unter die Rubrik “richtig schön krank”! Es gibt wirklich ästhetischere (Düsseldorf 2007), schönere (Rotterdam 2009) oder einfach nur göttliche (-> Berlin 2010) Poster an meiner Konzertwand, aber abgesehen von Berlin 2009 keines, das in Punkto Freakigkeit mithalten kann. Ein Ronald McDonald Sovjet-Es-Clown in Naziuniformierung… natürlich wurde heute gleich ein passender (gigantisch großer) Rahmen für dieses Riesenteil aufgetrieben und es in meine “Seen Live Posterecke” gedübelt.

In der vorgelagerten Raucherlounge zum FOS-Eingang holte ich mir ein eiskaltes Wässerchen und die in der schwülen Hitze verloren gegangenen Wasserreserven wieder auf zu füllen und wartete auf die kleine Schwester. Als die dann auch wenig später kam, wurde noch ein Wässerchen gezwitschert. Dann noch schnell das erstandene Pösterchen in der Garderobe abgeliefert und die Wristbands, welche für uns die Zugangsberechtigung zum extra abgezäunten FOS-Bereich darstellten, dem Sexurity-Pitbull präsentiert (auch wenn es optisch nicht nahe lag: Eine sehr, sehr gute, angenehme Security… habe da schon ganz anderes erlebt… die waren echt top!!) und in den Innenraum geschlendert. Die üblichen verdächtigen hatten bereits Stellung bezogen und wir reihten uns dahinter ein. Ca. 10 Meter vor der Bühne, Mikeys Seite, 1a Sicht.

Die Halle an sich gefällt mir ziemlich gut. Wenn man so vorne drin steht, sind die Sitzränge auf gleicher Höhe und alles mutet zunächst mal schön klein an. Dreht man sich aber um, dann sitzen ganz oben, ganz hinten, direkt unter der Hallendecke auch noch Menschen… Eindruck korrigiert. Hinzu kommt eben die erstklassige Organisiation der ganzen Sache, das heimelige Interieur der Halle mit Raucherlounge nebst Bar und zentralem Eishockey-Trophäenschrank des beheimateten Teams (ich würde mal auf Slavia Prag tippen… habe davon aber keine Ahnung, kann jemand helfen?!?) und halt die relativ chillige Atmosphäre im FOS-Bereich, die man ohne diesen in diesen Regionen der Halle getrost vergessen kann. Die Deckenkonstruktion trug auch noch einiges zur Atmosphäre bei und inspirierten den Eddie gleich noch beim Thema Setlist. Wir standen also da und ließen “X” über uns ergehen. Vorband, recht gut! Ich denke das langt als Info. Im Gegensatz zu Gomez 2009 ne feine Sache, aber nix, was mich vom Hocker haut. Kleines Highlight war dann die Kolaboration mit Eddie. Sie holten den guten für ein kleines, beschwingtes Duett auf die Bühne und die Halle loderte das erste Mal so leicht auf. Ich, der ich pünktlich wieder von der Bar retourniert war um dies zu erleben, freue mich schon auf Berlin. Mal sehen, ob der Eddie das da wieder abzieht. Wäre… naja… wünschenswert so ein kleiner Appetizer.

Als X geendet hatten war Warten angesagt. Da sich die Opener schon verschoben hatten, betraten die Jungs auch mit etwa eine halben Stunde Verspätung die Bühne. Da der Tscheche an sich dem Kollegen “Curfew” aber die kalte Pilsnerschulter zeigt, war das kein Problem, man konnte die “verlorene” Zeit ja recht unkompliziert hinten ran hängen. Unpünktlichkeiten in der Wuhlheide z.B. kosten einen immer Songs; hier nicht. Man überbrückte die Zeit mit ein paar kurzen Pläuschchen mit den um uns herum befindlichen (zufällig) Forumsmitgliedern, Engländern, Slowenen, Finnen, Schwesen… fotografierte ein paar Mexikaner auf deren Wunsch hin und hoffte, daß die Polen auf Abstand blieben (-> leicht traumatisches Erlebnis 2009 ); man tat halt die Sachen, die man vor Pearl Jam Konzerten so macht. Als dann schließlich mit “Metamorphosis” das Intro der Jungs erklang und die Hallenbeleuchtung erlosch, zündete die Halle umgehend. Von Beginn an tolle Stimmung! Das merkte man schon da. Für mich persönlich war das in dem Moment sowieso der absolute Hammer. Seit Dezember freute ich mich auf genau diesen Moment. Mitten in der Crowd, schön weit vorne, wenn die Funzeln aus gehen und das Intro ertönt. Wenn ich mich mit irgendwelchen Heinis rumstreiten musste oder die Arbeit nervte –> Kopfkino an! Man plante, bereitete vor, malte sich die Setlist aus… naja, und dann ist man halt wirklich und endlich da und die Jungs kommen auf die Bühne geschlendert. Mikey trug noch schnell sein Kind ein Mal quer über die Bühne und gab ihn zur Beaufsichtigung bei den Techcs ab bevor sie alle unter Jubel und vor tausenden empor gereckter Hände zu ihren Instrumenten griffen. Hier mal die komplette Setlist vorab, bevor wir in die Einzelauswertung einsteigen:

Main Set
1. Sometimes
2. Animal
3. Given To Fly
4. Got Some
5. Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town
6. God's Dice
7. The Fixer
8. I Am Mine
9. Corduroy
10. Even Flow
11. Setting Forth
12. Not for You / Modern Girl
13. Push Me Pull Me
14. Garden
15. 1/2 Full
16. Unthought Known
17. Wasted Reprise
18. Life Wasted
19. Why Go

Encore Break
20. Of The Girl
21. Just Breathe
22. Crazy Mary
23. Angie
24. Once
25. Do The Evolution

Encore Break 2
26. World Wide Suicide
27. Better Man / Save It For Later
28. Black
29. Alive
30. Baba O'Riley
31. Yellow Ledbetter

Los ging es mit “Sometimes”! Ein toller Opener, außerdem von der wunderbaren “No Code”. Bereits hier schwelgten alle textsicher mit im Innenraum. Ich persönlich hatte Sometimes schon 2007 in Düsseldorf und kann nur sagen: Gestern flashte nochmal mehr! Das ganze Konzert über strahlen die Jungs eine Spielfreude aus, das war der Hammer! Alleine was Mikey mit dem Publikum schäkerte, Eddie über die Bühne flummite und wie diese ganze Band – Crowd – Beziehung in dem Konzert gelebt wurde, das war erstklassig. Die Stimmung war einfach nur toll und die Band sah gar nicht ein, dem nachzustehen. Nachdem man “Sometimes” verträumt ausgejamt hatte und das blaue, dämmerige Licht die Band wieder frei gab, gab es erwartungsgemäß erst mal auf die Mütze: “Animal”! Hier setzte dann die Springpflicht ein und man fand sich in einem Pulk von sich bewegenden, hüpfenden und mitsingenden Leuten aus aller Herren Länder wieder. Der Refrain, von der kompletten O2-Arena in Richtung Bühne gebrüllt, übertönte bisweilen sogar den Eddie. Ich wüßte gerne mal, wie es aus Eddies Sciht aussah in diese Halle zu blicken, das muß doch Gänsehaut hoch 12 geben dieser Anblick. Der Flow wurde schön aufrecht gehalten mit “Given to Fly” und dem feinen, weil nach wie vor frisch rüber kommenden “Got Some”. Beide Stücke sind perfekte Live-Songs. Auch wenn GTF einigen zu oft den weg auf die Setlist findet, ist es doch ein Erlebnis dieses Ding von den Jungs präsentiert zu bekommen. Ein Song, der immer größer wird, immer weiter… der einfach wächst bis zum Ende – und das tut dann auch die Stimmung, weshalb ich diese Abneigung eigentlich nicht so recht verstehen kann. Das folgende “Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town” geht ohnehin immer, alleine wegen “I just want to scream HELLO!!!!!” sollte es immer schön früh im Konzi kommen. Danach folgte mit “Gods Dice” der erste seltenere Setlistgast. Inspiriert von der Hallendecke, welche Eddie an “Gods Exe” erinnerte und auch mir beim Warten schon aufgefallen war,

landete er wohl auf selbiger. Eddie paraphrasierte herbei noch Oscar Wilde und brachte die Bude zum Tanzen. “The Fixer” legte anständig nach, bevor man mit dem schönen, introvertierten “I am Mine” mal wieder kurz auf die Brense ging. Diese Momente waren gestern vereinzelt und kurz im Mainset, aber durchweg konnte man sagen, daß sie etwas Besonderes waren. “Corduroy” und mein kleiner Jugend-Evergreen “Even Flow” brachten wieder eine kompakte, mitsingende Menschenmasse mit sich und Mikey schoß das Even – Flow – Solo wieder mal in galaktische Höhen… irgendwo in Richtung neutraler Zone müßte das wieder raus kommen. Der Wahnsinn! Eddie versuchte seinen “ich solierte mit der Gitarre hinter dem Kopf” – Move nachzuahmen bevor er in den Into The Wild – Song “Setting Forth” einleitete… scheiterte aber erwartungsgemäß. Ich gebe zu: Ich war vorher skeptisch, aber Live und mit dem Druck der ganzen Band ist “Setting Forth” ein Leckerbissen! Ich hoffe – nein, ich WÜNSCHE mir, daß das Ding in Stockholm auf der Setlist landet, ich glaube, die MsPittili würde sich freuen und staunen, was man da für Energie reinlegen kann. Wenn ich aus diesem gestrigen Abend schon Highlights heraus heben müsste, dann wäre der Übergang von 2Setting Forth” zu “Not For You” so ein Moment. Geile Überleitung, von einem Song in den nächsten gewechselt und… es war “Not For You”!!! Einer meiner All-Time-Favorites! END-LICH zum zweiten Mal auf einer Setlist gehabt. Eine Wahnsinnsnummer der Song, und die Band war mal wieder on fire, was gerade diesem musikalischen “Fuck You” nochmal einen extra Schub gibt. Ganz ganz ganz ganz GANZ groß dieser Song! Als wäre das noch nicht genug gewesen, bliesen einen die nächsten drei Songs gleich noch mehr um. Wir waren in der Raritätenecke des Main Sets angekommen (wenn man überhaupt eine Abgrenzung ziehen kann bei dieser Tour… da ist bei den Jungs immer alles möglich). Zunächst die Überraschungsnummer “Push Me, Pull Me”. Das glaubt mir keiner, daß ich das Ding nun schon zwei Mal auf der Konzert-Vita habe! “1/2 Full” schließlich zog dann schonend wieder an und – was in dem Moment wichtig war – überforderte uns nicht. Denn vorher kam für mich das AB-SO-LUTE Highlight des Abends. Der Song, der nochmal eine halbe Wolke über den anderen schwebt. Vorher kam “Garden”. Niemals hätte ich das erwartet! Dieses Stück ist so eine unerfüllte Sehnsucht vieler Konzertbesucher. Wer dazu noch erleben konnte, wie die Halle abging, wie die Menge die Hände empor riß und fleißig den Refrain in Richtung Hallendecke schrie… das waren 6 Minuten reine Gänsehaut! Da brauchte es “Half Full” schon zum wieder runter kommen.

Das wunderbare “Unthought Known” ging nach diesem Brett schon fast ein wenig unter. Zum Abschluß des Sets wurde dann mit “Wasted Reprise” nebst “Live Wasted” sowie dem ewigen Gassenhauer “Why Go?” nochmal das Publikum auf Trab gebracht. Gerade Why Go kann Live immer nochmal das Letzt aus uns, die wir gekommen sind um zu huldigen, heraus holen. Was dann folgte, war erst einmal die erste Encore Break.

In solchen Momenten steht man nur ungläubig da und ist froh, daß es noch um die 10 Songs geben wird, statt daß man mit 2 oder 3 Stücken als Zugabe abgespeist wird. Es wurde der von mir erwartete und erhoffte ruhige Zugabenblock nach deisem Powerset bis jetzt. “Of the Girl” war mein Openertipp, aber hier überraschte es einen zusätzlich. Wunderschöner Song, “Just Breathe” folgte und danach brachen beim übermächtigen “Crazy Mary” mal wieder alle Dämme… . Ein Geniestreich das Ding!

Denkwürdig… einfach nur denkwürdig. Das ist so einer der Momente, an denen man sich an so einem Konzert festhält. Sag zu mir in ein paar Monaten “Prag 2012” und mir werden vor dem inneren Auge “Garden” oder eben “Crazy Mary” erscheinen… und ein breites Grinsen wahrscheinlich. Nachdem die Halle bei “Angie” mehr oder weniger versagt hatte, was Eddie sichtlich amüsierte, wurden wir mit einer brachialen Version des mächtigen Ten – Stücks “Once” in die zweite Pause verabschiedet. “Once” ist eine Urgewalt von einem Song! So etwas habe ich sonst nur bei “Crop Circle” von Monster Magnet erlebt, daß ein Song dich derart überrollen kann, dich mitreißt und am Ende irgendwo anders komplett desorientiert ablegt. Wenn die Band einen guten Tag hat – und die Jungs hatten den gestern – dann ist das pure Energie!

Das zweite Encore wurde wieder schneller. “Wold Wide Suicide” eröffnete schön rockig. Ich mag den Song live und bin richtig froh, daß sie ihn wieder entdeckt zu haben scheinen. Wäre schade, wenn das Liedchen auch zu einer “Perle” mutiert und nur noch ein oder zwei Mal pro Tour ausgepackt wird. Hier jedenfalls wurde es uns mal wieder kredenzt und ein schönes “Better Man” hinterher geschoben. Noch so ein Sing-Along, der jedem Konzert die gewisse Würze verleiht. Der Anfang wurde wieder dem Publikum überlassen, was immer für besondere Stimmung sorgt. Bei folgenden “Black” merkte man dann, daß der allerallerallerletzte Tick, der das Publikum zu einer legendären Crowd gemacht hätte doch noch fehlte, das in Berlin 2010 noch über Minuten nachhallende “düdüdüdüdüdüdüüüüüüüüüü, düdüdüdüdüdüdüüüüüüüüü,…” verebbte recht zeitig. An solchen Abenden wie vor 2 Jahren hat der Song dann einfach mal die Angewohnheit alles andere unbarmherzig in den schatten zu stellen. Gestern war das einfach mal nur eine erstklassige Version von der kraftvollsten PJ – Ballade, die es aber zugegeben auch schwerer hatte als sonst, aus diesem Set noch heraus zu stechen. Beim Folgenden “Alive” brannte dann die Hütte! Eddie sprang wie ein Derwisch über die Bühne und Prag kochte mal wieder… Prag kochte! Als Alive bis zum letzten Song verklungen war, folgte eine kurze Absprache der Jungs, dann ein lachender Eddie der “Why Not?!?” ins Mikro rief und es folgte… “Baba O’Riley” ! Was freue ich mich, daß sie diesen Song wieder ausgegraben haben. 2006 und 2007 noch im Set gehabt und in den letzten Jahren vermisst. Kurz vor Schluß ist das immer nochmal ein absolutes Highlight. Eines der großartigsten Cover der Band. Einfach nur ehrlich, leicht und schnell ab in die Vollen! Eddie verteilt noch fleißig Tamburine und der Text wird allseits aktiv mitgezwitschert. Wieder rissen alle die Arme gen Bühne um “Teenage Wasteland” und “We’re all wasted” angemessen zu unterstreichen. Abschließend gab es dann – was auch sonst – “Yellow Ledbetter”.

Traditionell schon fast das “bis bald” der Jungs. Ein Song, wie geschaffen für den Konzertabschluß. Beim langsam abschwellenden, versiegenden Song, der sich letzten Ende noch auf Mikeys Gitarrenpart konzentriert, kann man den Abend richtig schön ausklingen lassen. Als dann die letzten Töne des Solos erstarben, kam die Band geschlossen nochmal auf die Bühne und wurde entsprechend gefeiert. Stone grinste dabei besonders breit und Matt wird nach seiner Soundgarden – Tour im Mai / im Juni, die ja auch schon recht gut verlief, wohl bei dieser Zuschauerreaktion gemerkt haben, wo er lieber die Sticks schwingt.

Wir verließen ziemlich genau um Mitternacht die Halle, zwei einhalb Stunden Pearl Jam und das längste Set der bisherigen Tour im Nacken suchten wir 60 Minuten lang einen Ausweg aus Prag, den wir dann Gott sei dank auch fanden. Im Forum hat einer mitgezählt, er kam auf insgesamt sieben (7!!!) Songs, die erstmals auf dieser Tour gespielt wurden. Das muss man ohne neues Album im Rücken erst einmal schaffen… unfassbar. Ich bin heilfroh, daß ich diesen Abend noch mitgenommen habe, aus purem Trotz heraus, Berlin II zu verpassen. Ich weiß nicht, was die zweite Show in der alten Heimat bringt, wie die Setlist ausschaut, geschweige denn wie die Stimmung und der ganze Vibe da sein wird. Vermutlich werde ich trotzdem grün vor Neid werden wenn ich die Setlist nachlese, aber das sollten alle, die gestern nicht da waren auch tun. Leute, ihr habt echt was verpasst. Und wenn ich dran denke, wie ich mich geärgert hätte, dieses Set “um die Ecke” vielleicht verpasst zu haben wenn Berlin II geklappt hätte, dann ist das schon eine ziemlich beängstigende Vorstellung. Wenn es mal wieder im Angebot sein sollte, dann wird die Prag-Show einfach vom Substitut zum Additiv zum “normalen” Tourplan umgewandelt. DAS ist meine Lehre aus der Sache.

(http://foxymorph.blogspot.de)

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Kommentare (2)

Avatar von OneFingerSalute OneFingerSalute 11.09.2012 | 23:55

Für eine Band, die mich nicht so interessiert, war es mir deutlich zu viel Text. Habe irgendwann nur noch quergelesen. Aber cool, dass du's gepostet hast!

Avatar von serano33 serano33 26.01.2019 | 18:46

Für eine Band, die mich nicht so interessiert, war es mir deutlich zu viel Text. Habe irgendwann nur noch quergelesen. Aber cool, dass du's gepostet hast!

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