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16.05.2012 Autor: Go Ahead Eagle 0

John K. Samson: Wiesbaden - Schlachthof (15.05.2012)

Einlass war um 8, Beginn leider erst um 9 – trotz 2 Vorbands. Die hätten mal locker zeitiger anfangen können, aber anscheinend glauben die Veranstalter, dass bloß Bummelstudenten aus direkter Umgebung zu Konzerten kommen.

Eröffnen durfte / durften Sir Simon. 2 nerdige Schluffis kamen gitarrenbehangen auf die Bühne sagten sie wären eigentlich zu 5, aber der Platzmangel im Nightliner verhindert die Vollzähligkeit. Es folgte eine der tollsten Vorbandüberraschungen überhaupt. Minimalistische poppige Folksongs, im Stile von Kings of Conveniene, von denen einer besser als der andere klang. Ein paar aufgezeichnete Drumloops vom Handy ergänzten den ein oder anderen Song. Wiedergespiegelt wurde das tolle und kurze Erlebnis durch überraschend frenetischen Beifall.

Es folgte Shotgun Jimmy, Gitarrist von Samson, mit einem knapp halbstündigen Auftritt. Er unterstütze sich hierbei selbst durch eine auf dem Boden vor sich platzierte Trommel die er mit dem rechten Fuß betätigen konnte Ganz genau hab ich nicht einsehen können wie dies ablief, hörte sich aber ziemlich gut an Ganz der Straßenmusiker holte er sich bei einem Song auch noch Rasseln hinzu. Wohlgemerkt alles obwohl er selbst schon ziemlich ordentlich seine amüsante, verspielte Art der Jazz-Gitarre spielte. Er selbst eher der Typ Slacker, machte nicht nur stimmlich einen auf Stephen Malkmus, auch die Songs sprühten vor beknackten Texten und bescheuerten, kindlichen und melancholischen Momenten.

Abschließend gabs dann den langersehnten Auftritt von Mr Weakerthans mit seiner neu zusammengewürfelten Band. Da hier zum ersten Mal ein richtiges Schlagzeug zum Einsatz kommen sollte, habe ich schon erwartet, dass es lauter würde und mir vorsichtshalber Tempos in die Ohren gefriemelt. Dass die Lautstärke grob um gefühlte 50% zu nahm, war völlig überflüssig und zumindest für mich ein deutlicher Minuspunkt. Jedes Mal wenn John zum Beginn einer Strophe etwas kräftiger die Akustische malträtierte musste ich blinzeln und zuckte kurz. Ich glaube nicht, dass ich eine Memme geworden bin was das angeht, allerdings hab ich weder vergleichbare Reaktionen, noch Ohrstöpsel um mich herum gesehen. Naja, deren Gehör soll mir egal sein. John begann zu meiner Überraschung mit nem Weakerthans Song von der Reconstrution Site: Our great city – und im Chor: Iiiiiiiiiii haaaaaaaaate Winnipeeeeeeeeeg. Die Doppel-Ode an die Heimat wurde komplettiert durch Heart of the continent. Und genau so gings das Konzert über weiter. Weakerthans Songs mischten sich mit Provincial Songs. Der einzige spürbare Unterschied zu meinen erlebten Wekerthans Konzerten: gestern wirkte es irgendwie schmutziger, einen Tick weniger schön und erhaben. Nach Left and leaving war dann fürs erste Schluss. Vor der Zugabe wollte ich eigentlich mit Blick auf die Uhr gehen, habs mir dann aber doch noch für eine großartige Akustikversion von Aside, welches er auf Zuruf probiert hat, verkniffen. Bemerkenswert am Rande: selbst das Spokenword-Stück Elegy For Gump Worsley, als auch ne sehr punkige Coverversion von nem mir unbekannten Jawbreaker-Stück namens the boat dreams from the hill wurden eingebaut.

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