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24.11.2009 Autor: thegauntlet 0

Alice In Chains: Wiesbaden - Schlachthof (21.11.2009)

Alice in Chains wissen was ihre beste Platte ist. Dass sieben der 19 Songs an diesem Abend von "Dirt" stammen würden, wurde von der Fangemeinde vielleicht erhofft, zu erwarten war das aber nicht unbedingt. Aber eins nach dem anderen.

Am Anfang steht das Warten. AIC hatten sich gegen eine Vorband entschieden, ließ die Homepage des Schlachthofs vergangene Woche verlauten, Beginn war dennoch mit 19 Uhr überraschend früh. Soundcheck ist bei Ankunft um 18.20 bereits keiner mehr zu vernehmen, na super, alles schon bereit, Plätze in den vordersten Reihen einnehmen, während sich das Venue langsam füllt. Viel tut sich nicht auf der Bühne, als die Uhr gnadenlos über die 19 Uhr Marke springt und bald darauf schon fast gegen 20 Uhr zu geht.

Doch dann geht es los, die Bildwand hinter dem Drumkit zeigt Schwarz-weiß-Aufnahmen, Menschen schalten ihr Radio an. Das Publikum reagiert euphorisch auf das Erscheinen der Grunge-Helden samt neuem Sänger William DuVall. Ein Triumvirat aus "Rain when I die", "Them bones" und "Damn that river" eröffnet das Set, die Meute ist voll mit dabei, schreit die Texte um Tod und Verzweiflung mit als gäbe es kein Morgen.

Viele Amerikaner haben den Weg nach Wiesbaden gefunden und lassen einen Wundern warum immer wieder von Deutschland als bestem Publikum die Rede ist, angesichts ihrer Begeisterungsfähigkeit. Das Set bleibt insgesamt auf "Dirt" und die neue Platte "Black gives way to blue" konzentriert, Lieder von "Alice in chains" ("Again" und "God am") und "Facelift" ("It ain't like that", "Love hate love", "Man in the box") bleiben die (gleichfalls umjubelte) Ausnahme. Besonders erstaunlich ist, wie textfest die Fans bereits bei den neuen Songs sind und wie begeistert diese aufgenommen werden, als hätten sie schon jahrelang zum Oevre der Band gehört. Besonders berührend: der akkustische Mittelteil, bestehend aus dem lautstark mitgesungenen "Down in a hole", dem beinahe fröhlichen "No excuses" und "Black gives way to blue", ohne Elton John aber gegen Ende mit Layne Stayley der ein Siegeszeichen auf der Leinwand macht. Schnief.
Nach 90 tollen Minuten ist erst mal Schluss, aber man weiß, da kommt noch mehr. Eines der Highlight des Comebacks, "Lesson learnt" macht den neuerlichen Anfang, dann bereits "Would?" als eindeutiges Fan-Highlight des Abends und schließlich "Rooster" mit Vietnam-Aufnahmen im Hintergrund und eindeutig passender Abschluß eines tollen Abends.

Die Band merkt wie ehrlich die Zuneigung ist, die ihr entgegen geschrien wird. DuVall sucht, nachdem alle Plektrums bereits im Publikum gelandet sind, verzweifelt nach mehr Memorabilia, die man aus Dankbarkeit der Menge überlassen könnte.

Nein, wir haben zu danken. Schön, dass ihr wieder da seid.

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