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17.04.2008 Autor: krustefan 0

Tocotronic: Bochum - Schauspielhaus (17.04.2008)

Da saßen wir also alle artig in den Theatersesseln des ausverkauften Bochumer Schauspielhauses und freuten uns erwartungsvoll auf Tocotronic, die auf Einladung des Intendanten Elmar Goerden auftraten. Und für dieses ehrwürdige Haus war es ganz schön laut, was die vier Hamburger da ablieferten. Frenetisch wurden die Tocos vom Bochumer Publikum gefeiert, und nach und nach standen bzw. tanzten auch mehr Leute als dass sie saßen. So ein Rockkonzert im Sitzen ist ja auch etwas seltsam. Ein gewichtiger Teil des Programms lag auf dem letztjährigen Album "Kapitulation". Es wurden aber auch genügend Lieder aus vergangenen Tagen gebracht ("Hi Freaks", "Jackpot", "Let There Be Rock", "Drüben auf dem Hügel", "Ich bin viel zu lang mit euch mitgegangen", "Aber hier leben, nein danke", "Ich habe Stimmen gehört", "Die Grenzen des guten Geschmacks 2"...). Absoluter Höhepunkt für mich war aber "Explosion" vom aktuellen Album, ein dicker Brocken, der in der Live-Version unglaublich faszinierte und einen geradezu atemlos hinterließ. Bei der ersten Zugabe "Mein Ruin" wurde Dirk von Lowtzow von einem vor der Bühne auftauchenden Ordner aus dem Konzept gebracht, der sich mit finsterer Miene vor das Publikum stellte und mit ausgestrecktem Zeigefinger in die Menge wies, um offensichtlich Raucher zu maßregeln. Infolge dessen brachen die Tocos nach einem Verspieler das Lied ab. Herr von Lowtzow teilte daraufhin dem Ordner mit, dass man sich so nicht benehme und es unhöflich sei, mit dem Finger auf Leute zu zeigen. "Mein Ruin" wurde dann noch einmal von vorne gespielt. Alles in allem dauerte das Konzert eindreiviertel Stunden (irgendwie Tocotronic-Standard-Konzert-Länge) und machte eine Menge Spaß. Mit begeistertem Applaus wurden sie verabschiedet. Leider fehlten die Klassiker "Freiburg" und das laut geforderte "Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein". Übrigens verlangte auch jemand nach "Teenager Liebe" und löste mit diesem Wunsch etwas Verwirrung im Gesicht von Jan Müller aus. Na, das wäre doch mal was gewesen!

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