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15.06.2007 Autor: krustefan 0

Peter Gabriel: Gelsenkirchen Amphitheater 14.06.2007 - Amphitheater (14.06.2007)

Dies war heute mit 70,00 € das bisher teuerste Konzert, das ich je besucht habe. Vor vier Jahren hat Peter Gabriel noch 40,00 € genommen, eine halbe Stunde länger gespielt und auf der Bühne eine äußerst aufwendige Show abgeliefert. Diesmal war alles anders. Vor allem war es auf dem Weg zum Amphitheater so voll in Gelsenkirchen, dass ich fürchtete, nicht mehr rechtzeitig zum Konzertbeginn dort zu sein. Aber so gerade eben schaffte ich es noch. Ein äußerst heftiger Gewitterschauer war über dem Kanal nieder gegangen, als ich zum Glück noch im Auto saß. Während des Konzerts musste zwischenzeitlich zwar mal die Regenjacke übergeworfen werden. Aber im Großen und Ganzen hatten wir noch Glück mit dem Wetter. Um kurz nach acht erschien Peter Gabriel auf der Bühne und kündigte seinen Support an: Charlie Winston & Oxymoron. Na ja, die folgende dreiviertel Stunde war nicht so dolle. Um fünf vor halb zehn tauchten dann endlich PG und seine Band auf. In selbiger befanden sich u.a. wie immer Gitarrist David Rhodes, Bassist Tony Levin und Gabriels Tochter Melanie an Gesang und Keyboards sowie drei weitere Musiker. Gabriel selbst stand meistens links auf der Bühne am Keyboad, nur ab und zu bewegte er sich mal zur Bühnenmitte bzw.zum Bühnenrand. Showelemente gab es abgesehen von einer einfachen aber effektvollen Beleuchtung so gut wie gar nicht. Das Besondere, das dieses Konzert ausmachte, war die Songauswahl. Die Setlist war nämlich vorher von den Fans per Internetabstimmung zusammengestellt worden. Das hatte zur Folge, dass einige lange nicht mehr oder überhaupt nur sehr selten gehörte Lieder gebracht wurden. Den Auftakt machte "Rhythm Of The Heat". Es folgten solche Stücke wie "D.I.Y.", "On The Air", "Intruder", "Family Snaphot" (auf deutsch), "Not One Of Us" (teilweise englisch, teilweise deutsch), "Blood Of Eden", "We Do What We´re Told", "No Self Control", "I Grieve", "Steam" und einige andere Songs. Besonders kurios kamen "Moribund The Burgermeister" und "Mother Of Violence", das von Gabriels Tochter Melanie gesungen wurde, rüber. Man merkte, dass der heutige Auftritt das Auftaktkonzert der Tour war, denn häufig wurde sich ordentlich verspielt bzw. insbesondere von Mr. Gabriel versungen. Zum Beispiel "Big Time" ging völlig in die Hose. Der Sound war auch ab und zu (insbesondere zu Beginn des Konzerts) etwas matschig. Manche Lieder kamen zudem etwas dünn arrangiet rüber, und auch der Gesang hätte manchmal etwas lauter sein können. Aber diese Mängel werden sich wahrscheinlich bei den kommenden Konzerten der Tour geben. Das Publikum im Amphitheater war jedenfalls restlos begeistert und feierte Peter Gabriel und seine Band. Als nach einem grandiosen "Lay Your Hands On Me" der offizielle Teil beendet wurde, verlangte das Publikum vehement nach Zugaben. Zunächst wurde "Solsbury Hill" gegeben, anschließend der Megahit "Sledgehammer". Zum Abschluss wurde noch eine tolle Version von "In Your Eyes" gespielt. Dann war nach gut zwei Stunden endgütig Schluss und die Zuschauer wuselten sich durch einen stockdusteren Gelsenkirchener Nordsternpark zum ebenso dusteren Parkhaus oder sonstwo hin. Für die 70,00 € Eintrittsgeld hätte ruhig noch etwas mehr gebracht werden können, zumal nach meinem Geschmack noch solche Titel wie "Games Without Frontiers", "Shock The Monkey", "San Jacinto" oder "Here Comes The Flood" das Konzert abgerundet hätten. Aber offensichtlich sind diese von den Fans beim Voting nicht so häufig gewünscht worden. An den zuvor erwähnten Kinderkrankheiten des ersten Tourkonzerts müsste wohl noch gearbeitet werden. Ansonsten war es ein sehr schöner Abend am Kanal. Ich möchte nur wissen, welches seltsame, elendige Mistinsekt mir während des Konzerts in die Hand gebissen oder gestochen hat.

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