Zur mobilen Seite wechseln
04.11.2006 Autor: seasuso 0

Pearl Jam: Berlin - Wuhlheide (23.09.2006)

EINLEITUNG

Mittlerweile sind etliche Wochen seit diesem, ja, Ereignis vergangen. Ich hab extra gewartet, hätte ich in den Wochen danach aufgrund der nachträglichen EUPHORIE, die mich nach diesem Konzert begleitete, keinen vernünfigen Satz ausser "Das war das beste was ich in meinem Leben erlebt habe", "Pearl Jam sind Götter" etc. zu Papier gebracht. Obwohl diese Aussagen es eigentlich auf den Punkt bringen- auch Wochen danach noch.

VORGESCHICHTE

Doch beginne ich vorne.
Ich höre Pearl Jam seit ca. 1999/2000. 2000 waren sie bekanntermaßen zuletzt in Deutschland. Seit Jahren wartete ich nun also auf den Tag, diese Band einmal Live erleben zu dürfen. Die Jahre versrichen, Pearl Jam waren auf Tour- nur in Europa, geschweige denn Deutschland, da waren sie nicht. So befriedigte man sich mit den zahlosen Bootlegs und den DVD´s, welche die unglaublichen Live- Qualitäten dieser Band dokumentierten. Ob das so gut war? Fraglich- denn man bekam Hunger nach mehr, nach einem Live Auftritt.
Im Jahr 2006 vielen dann sozusagen Weihnachten und Ostern auf einen Tag. Die neue Platte war am Start- und besser als die beiden Vorgänger. Desweiteren verdichteten sich die Gerüchte, Pearl Jam würden auf ausgedehnte EUROPA- Tournee gehen. Es konkretisierte und bestätigte sich sodann- Karten wurden geordert und sich mit Gleichgesinnten ausgetauscht- um die Wartezeit zu verkürzen. Das in Deutschland lediglich 1 Konzert geplant war- egal. Die Tage vor dem Konzert schienen sich endlos in die Länge zu ziehen. Wann hatte ich mich zuletzt so auf etwas gefreut?

THE DAY

Alles war perfekt. Die Anreise zu dritt im Auto war nahezu problemlos.
Wetter, Location- alles hat gepasst an diesem 23.09.2006- ein Tag, den ich in meinem Leben wohl so schnell nicht vergessen werde.
Die Wuhlheide war mit ca. 18.000 Zuschauern, Pilgern- ausverkauft und als Freilichtbühne der perfekte Schauplatz für das, was später noch kommen sollte. Der Wettergott war an diesem Tag auf unserer Seite. Ich hätte es mir in meinen Träumen nicht anders gewünscht.
Nachdem man sich mit T-SHIRTS, Getränken und Essen versorgt hatte und natürlich noch mal Platz geschafft hatte, begab man sich zu seinem bereits im Vorfeld schon auserkorenen Platz. Erfreulicherweise recht weit vorne.
Die Vorband "The Black Keys", ein US- Blues- Rock Duo begann pünktlich und lieferte eine kurzweilige Live- Performance. Nach ca. 30 Minuten waren sie fertig. Alles wartete gespannt auf den Hauptact. In der Zwischenzeit liefen einem dann auch mal Leute wie der Beatsteaks- Frontmann sowie Schauspielerin Jasmin Tabatabei über den Weg. Doch das war einem so etwas von egal. Gleich würden Pearl Jam spielen. Mittlerweile verdunkelte sich allmählich der Himmel- eine nahezu perfekte Athmosphäre für ein Pearl Jam Konzert unter freiem Himmel. Und wenn es dazu noch das erste ist. Unbeschreiblich, was sich in den Minuten, bevor die Band die Bühne betrat, in meiner Gefühlswelt abspielte. Die Masse hielt sich mit Laola- Wellen in Stimmung.
Und irgendwann war es dann so weit- man vernomm die einleitende Musik- jene welche auch die ersten Klänge des ersten Pearl Jam- Albums- TEN- sind.
Das Licht geht aus und die Menge jubelt frenetisch- ich auch.
Und dann kommen sie auf die Bühne, ohne Umschweife wird direkt nach vorne gerockt mit "Go". In diesem Moment weiß ich, das alles gut wird, das alles was man gehört hat wahr ist- das Pearl Jam Live nicht von dieser Welt sind- dieser Augenblick war unvergleichlich. Ich bin zu diesem Zeitpunkt glücklich. Und mit mir wahrscheinlich 18.000 weitere Menschen.
Die Setlist ist, wie immer eigentlich, perfekt. Pearl Jam können an diesem Abend nichts falsch machen. Sie spielen einige meiner absoluten Lieblingslieder- bei "Present tense" und "Black" war ich den Tränen nah. Kein Scherz.Komisch eigentlich- es ist doch nur ein Rockkonzert, sagt man sich. Nein es ist ein Pearl Jam Konzert. So viel Pathos ist an dieser Stelle absolut angebracht. Klassiker- wie "Alive", "Even flow", "Rearviewmirror" fehlen natürlich nicht. Doch das beste ist die Band- und dieser Frontmann. Eddie Vedder hat eine solche Ausstrahlung, Aura wie ich sie noch nie erlebt habe. Kein Rockstar- Gehabe. Seine sparsamen Gesten sind genau richtig- wie er seine Ansprache von einem Zettel auf Deutsch vorträgt- unbeschreiblich.
Man wünscht sich, dieser Tag würde nie zu ende gehen. Die Band wohl auch. Denn nachdem man das Konzert nach ca. 2, 5 Stunden mit dem obgligatorischen "Yellow ledbetter" würdevoll beendet hatt, bleiben sie noch für minuten auf der Bühne. Das Publikum sing "Why go home". Ja warum eigentlich- es war doch so schön. Doch die Scheinwerfer sagen einem, das da keine 3. Zugabe mehr kommen wird, obwohl man es sich insgeheim wünscht.


SETLIST

Set 1:
Go, Save You, Animal, Do The Evolution, Rearviewmirror, Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town, Severed Hand, World Wide Suicide, Marker In The Sand, Even Flow, Present Tense, Big Wave, Grievance, Daughter(W.M.A.), Green Disease, Black, Porch

Encore 1:
Given To Fly, Come Back, I Believe In Miracles, Crazy Mary, Alive

Encore 2:
Last Kiss, Footsteps, Lukin, Comatose, Why Go, Baba O'Riley, Yellow Ledbetter

alle Konzertkritiken aus der CommunityKonzertkritik schreiben

Bitte einloggen, wenn du diese Konzertkritik kommentieren möchtest.