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21.09.2004 Autor: WELCH 0

Mono: berlin - mudd-club (26.09.2004)

zehn minuten vor 22 uhr: aus der konserve wird plötzlich beethoven gespielt. der belesene zuhörer weiß, mono sind große klassik-fans, planen gar mit orchester irgendwann in der zukunft ein album einzuspielen. das wäre dann der nächste schritt und vielleicht auch der eigenständigste bisher. noch siedelt sich der klang der japaner aber vor allem in den vergleichsgebieten mogwai und mit dem neuesten album ("deep red sky...") "godspeed you! black emperor" an. teils sogar so sehr, dass kritiker ihnen eine (sympathische) form des plagiats vorwerfen. sicher, mono beherrschen ihr handwerk ausgezeichnet. spannungsbögen werden gezogen, besinnliche momente herbei gezaubert und brachiale orkane in den äther geworfen. so fangen sie um 22 uhr mit "16-12" an und lassen sich (wie auch beim ersten track des aktuellen albums) viel, viel zeit. langsam erhebt sich das klanggebilde, setzen die drums ein und nimmt das spektakel seinen lauf. die zwei gitarristen sitzen links und rechts auf ihren stühlen, die arme werden teils bewegt wie bei einem dirigenten, in der mitte wartet die (stehende) zierliche bassistin auf ihren einsatz, schaut schüchtern auf den boden. langsam erhebt sich das klanggebilde, setzen die drums ein und nimmt das spektakel seinen lauf. der klang im mudd-club ist besser als erwartet, als mono plötzlich laut werden. ein unglaublich faszinierender, warmer schwall durchfließt den raum und verursacht eine gänsehaut, wie sie nicht mehr gänsehaut sein könnte. dann werden einige der circa 22 effektgeräte eingesetzt, das distortion-pedal gedrückt und man fühlt für einige minuten, wie es ist, einem perfekten konzertmoment beizuwohnen. nach über 10 minuten ebbt die klangwelle wieder ab, langsames austrudeln, zurück auf den erdboden kommen. würden mogwai GY!BE covern, es könnte nicht besser klingen. tosender applaus, der erste gitarrist erhebt sich von seinem stuhl, fängt mit dem nächsten track an. vom vorgängeralbum "one step more and you die" gibts das tolle "sabbath", welches auch ohne steigerungs- und klimax-elemente sehr gefällt. mit dem folgenden "the kidnapper bell" (nun steht auch der zweite gitarrist auf) bekommt man zum ersten mal aber das gefühl, dass einiges im laut-leise-wechsel ein wenig vorhersehbar ist. die überraschungsmomente sind nicht so clever gestreut wie bei den genannten vergleichsbands, manchmal beschleicht einen sogar der vorsichtige wunsch, mono würden mal zu potte kommen. bei "a thousand paper cranes" spielt die bassistin übrigens keyboard, der schlagzeuger pausiert, kam ansonsten übrigens zwei mal am glockenspiel zum zug. ein highlight dann "lost snow". ein leiser beginn, bei dem man teils das schaben der plektren über die saiten und das klicken der effektpedale vernehmen kann. leider hört man auch die aktivitäten der bar und kann zählen-..... -----------------------fortsetzung inklusive setlist unter www.headnoise.de.vu

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