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07.05.2004 Autor: WELCH 0

The Vines: Berlin - so36 (05.05.2004)

selten war es einfacher parallelen zu ziehen. zwischen zwei konzerten, zwischen zwei alben, zwischen zwei gefühlen (oder war es doch nur eins?). wer die vines schon vor zwei jahren in berlin gesehen hatte und dieses mal wieder dabei war, der wird womöglich glauben, ein déja vu erlebt zu haben. zwar war der ort des geschehens damals noch die "maria am ufer", aber ansonsten gab es kaum nennenswerte unterschiede. genauso wie es kaum unterschiede zwischen den beiden alben der vines gibt. "winning days", der nachfolger des zu recht umjubelten debüts "highly evolved" geht auf nummer sicher. kein deut an weiterentwicklung, aber dennoch ein album, dass den wechsel zwischen rock'n'roll und psychedelischem weiterführt und zu begeistern weiß. richtig eingeschlagen hat das album aber wohl doch nicht ganz, da das konzert ursprünglich im größeren huxleys statt finden sollte. nun, die vines waren an diesem abend nur gut, begeisternd war der auftritt der australier nicht. wahrscheinlich wird dieser gig auch nicht in den langzeitgedächtnissen der besucher bleiben, abgesehen von den vielen, vielen sehr jungen mädchen, die wohl hauptsächlich wegen des erscheinens von frontmann craig nicholls gekommen waren. die waren begeistert und ab und an konnte man sogar ein schreien der wild umherhüpfenden gestalten vernehmen. craig ging darauf (wie immer) nicht sonderlich ein, kommunizierte kaum bis gar nicht und man kann noch nicht mal sagen, ob er es genoss (wie immer) im mittelpunkt zu stehen. eine gewisse gleichgültigkeit scheint ihn stets zu umgeben, der schizophrene, als der er gerne dargestellt wird, schien diesmal versteckt. statt dessen konzentrierte er sich diesmal sehr auf seine, zweifelsohne, grandiose stimme, die vor allem in den langsameren, tragenden songs wunderbar zur geltung kam. in "amnesia" zelebrierten er und bassist patrick die zweistimmigkeit und nahmen dafür immer mal wieder das tempo raus. auch "autumn shade II" überzogte auf ganzer linie und es wurde schnell klar, die psychedelischen mid-tempo nummern waren es diesmal, die die vines glänzen ließen. die kehrseite der medaille: die schnellen songs waren nur kalte luft. ------------fortsetzung inklusive setlist beider bands (vorband: MARR) auf www.headnoise.de.vu

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