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06.05.2004 Autor: silvershade 0

The Vines: Berlin - SO36 (05.05.2004)

nachdem das konzert überraschender weise von "huxley's neuer welt" ins "so36" verlegt worden war - was mich persönlich sehr freute, denn vor 2 jahren haben the vines noch im "maria am ufer" gespielt -, kam ich dort gegen 20.45 an. sonderlich voll war es noch nicht, selbst als gegen 21.00 marr auf die bühne kamen, füllte sich der langgestreckte konzertsaal nur langsam. marr lieferten eine gute show ab, aber da ich gestern abend nicht in "vorgruppen-stimmung" war, kam mir das ganze vielleicht ein wenig eintönig vor. man hört leider einfach, dass 2 mitglieder von tomte mitmusizieren... das publikum ging jedoch nach einer kurzen "auftau"-phase gut mit. nach ca. 45 minuten verließen die jungs schließlich die bühne und der spannende teil des abends begann. vor der bühne hatten sich zunehmend weibliche fans versammelt, was wohl einzig und allein an der tatsache lag, dass es sich hier um the vines handelt, die - man kann es ruhig so sagen - einen äußerst attraktiven, wenn auch etwas anormalen frontmann haben.
nach einer sehr kurzen umbaupause (höchstens 25 minuten) ging es auch schon los. the vines betraten die bühne, das publikum klatschte, johlte, schrie. gleich als erstes spielten sie einen meiner lieblingssons vom ersten album "highly evolved": "outtathaway". wer nach diesem grandiosen "intro" nicht wenigstens ein paar schweißperlen auf der stirn hatte, muss etwas falsch gemacht haben. craig nicholls un der rest der band waren erstaunlich gut gelaunt, sodass die
kommunikation mit dem publikum von anfang an gut funktionierte. weiter gings mit einer ballade zum ausruhen: "amnesia". hier und da wurde die melodie ein wenig abgeändert, was das ganze umso interessanter machte. und wie immer herrlich anzusehen: craig, der sich um sein mikrofon wand, seine augen verdrehte und aus dem ganzen song eine art schauspiel machte, um schließlich immer wieder seine stimmqualitäten zu beweisen.
"animal machine" - mein persönlicher favorit an diesem abend - folgte und ich meine, dass es ab diesem zeitpunkt
wirklich niemand mehr gab, der ruhig auf seinem platz stehen blieb. die menge sprang wild durcheinander, patrick und craig erfreuten sich daran.
"winnings days" hieß es als nächstes. auch hier wurde eine melodiös abgeänderte form präsentiert, die den song jedoch keineswegs in irgendeiner weise "unschön" macht.
"evil town" und "ride" - ebenfalls einer der höhepunkt an diesem abend - folgten. die ersten blauen flecken und
schürfwunden konnten gezählt werden und auch die stagediver kamen ein wenig auf ihre kosten.
weiter gings mit "autumn shade II". auch hier wurde, wie bei vielen songs an diesem abend, ein teil der lyrics
weggelassen, was der schönheit des songs jedoch nicht schadete. craig verschmolz regelrecht mit dem mikro und auch die background-vocals von patrick waren perfekt und herrlich anzuhören.
"she's got something to say to me", "get free" - was wohl jeder an diesem abend mitsingen konnte - folgten. nicht auf der setlist, aber spontan gespielt: "highly evolved". danach wurde "mary jane" mit einem langen instrumental-intro angestimmt.
und dann war schluss. nach gerade mal 45 minuten. überall verschwitzte menschen, fröhliche menschen, aber auch enttäuschte. sollte es das etwa schon gewesen sein? verhaltener applaus am anfang wandelte sich schnell in wildes
getrampel, geklatsche und geschreie um und nach wenigen minuten betraten the vines zum noch einmal die bühne.
"t.v. pro" und das für den abschluss absolut geeignete "fuck the world" rundeten dieses grandiose konzert ab. craig wirbelte noch ein wenig mit seinem mikro durch die luft, sodass seine bandkollegen um ihre gesundheit fürchten mussten, demolierte das schlagzeug ein wenig, warf seine gitarre auf den boden, begoss sich mit cola und dann waren sie verschwunden.
alles in allem ein super konzert, wenn auch nicht ganz so toll wie vor ca 2 jahren im maria, was aber teilweise sicher an dem bewegunslahmen, zumeist jungen, weiblichen publikum lag.

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