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30.09.2003 Autor: WELCH 0

Deftones: + a perfect circle,revolution smile/BERL - columbiahalle (30.09.2003)

der sound auf dieser deftones-tour stellt ein großes fragezeichen in den raum. was will wer damit bezwecken? es war ja nicht das erste mal. im gegenteil, viele berichteten, schon vorher, dass statt glänzender deftones nur übersteuerter soundmatsch zu hören war. und von unabsicht zu sprechen dürfte da langsam albern wirken. denn der sound bei den vorbands revolution smile und a perfect circle war einwandfrei. wie auch bei den anderen konzerten. revolution smile, die band vom far-gitarristen, eröffneten um kurz nach 19 uhr den abend und servierten solide emo-rock-kost. wirkte ab und an aber etwas beliebig. a perfect circle, für viele der wahre headliner des abends, brachten die halle danach zu begeisterungsausbrüchen. sänger maynard james keenan stand beim ersten song noch in einer erhöhten schwarzen box, die von hinten beleuchtet wurde. auch im weiteren verlauf zeigte der herr mit langhaarperücke oft nicht mehr als seinen tätowierten rücken. er genießt halt irgendwie seine ausnahmeposition, und das vielleicht auch zurecht. a perfect circle schafften es schnell die geheimnisvolle zwieweltatmosphäre der alben auf die bühne zu zaubern. nun sind mir die neuen songs noch nicht so sehr bekannt (außer dem 7minüter "the package"), aber sie funktionierten prima. von "mer de noms" spielten sie meine favoriten "the hollow", "magdalena", "judith" und "3 libras". irgendwann war auch maynard redefreundlicher und stiftete das publikum an, chino nachher mit unterhosen, BHs und socken zu bewerfen. was jedoch nicht passieren sollte. nach dem set gaben jeordie white und james iha noch ein nettes 20sekunden stück: jeordie spielte gitarre und james schrie irgendwas wiederholend ins mikro und zerstörte danach den ständer selbigens. dann nahte der deftones-auftritt. nun hat man schon des öfteren gehört und gelesen, dass chinos stimme mit den jahren gelitten haben soll (deswegen der schlechte sound zum vertuschen?), doch das war nicht der fall in berlin. der beinahe sanft wirkende einstieg mit "minerva" bewies, er hielt die hohen töne ohne kratzen. zumindestens wenn man sie vernehmen konnte. "bloody cape" donnerte als zweites ins rennen und machte auch noch richtig spaß, auch wenn das drücken und drängen vorne unerträglich wurde. "lotion" machte sich auch noch artig und war eines der highlights. bei "my own summer (shove it)" begab sich chino danach in die rechte publikumsseite, in der er mit den leuten um die wette "shove it!" schrie und unter anderem mich anguckte und touchierte. und hey, er ist überhaupt nicht fett! freude auch über "when boys telephone girls", welches meines erachtens zumindestens auf der europa-tour zum ersten mal gespielt wurde. nach diesen persönlich aufregenden minuten wich die der anfängliche euphorie langsam dem gedanken im kopf: "der sound ist aber scheisse!" und wie ich bald feststellte, war das tatsächlich fähig den abend hier zu zerstören...---------------------------fortsetzung MIT SETLIST unter www.headnoise.de.vu

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