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27.09.2003 Autor: atsixpm 0

Metallica: Salzburg - Frequency Festival (15.08.2003)

Nachdem auch ich die Runde vom Metall-Fan in den 80ern (mit richtig schlimmen Vokuhila natürlich) zum Alternativhörer gedreht habe und nun in ziemlich allen Gewässern zuhause bin, war der Hauptgrund für diesen Festivalbesuch natürlich Metallica. Einmal sollte man die ja doch gesehen haben, zumal „Master of Puppets“ einer meiner Alltime-Favourites ist. Dieses relativ kleine Festival ist durch die späte Bekanntgabe ihres Auftritts sehr überlaufen, ursprünglich wäre Placebo Headliner gewesen und die hätten wohl nur die Hälfte der über 40.000 Besucher (ausverkauft) angezogen. Somit geht es relativ eng zu, aber wir haben Glück und ergattern einen sehr guten Platz auf einem Tisch und haben somit freie Sicht zur Bühne. Da im Fernsehen Metallica-Konzerte immer statisch wirken (mal abgesehen vom neuen Bassisten) bin ich gespannt, warum diese Band eigentlich so oft als eine der besten Livebands gilt. Eines wird schon beim Linecheck klar: Metallica werden laut sein! Und tatsächlich, dieses Konzert ist mit das lauteste, dass ich je erlebt habe, aber hier wird eben kein Kindergeburtstag gefeiert. Mit „Battery“ bricht ein wahrer Orkan über das Gelände herein. Bezüglich der Songauswahl legen James Hetfield & Co. im Vergleich zum Rock am Ring Auftritt (nur live gesehen auf MTV) noch ordentlich einen drauf, denn hier wird wirklich nichts ausgelassen. Sämtliche Klassiker werden gespielt, No Remorse, Creepng Death, Seek & Destroy, Master of Puppets, Blackend, Welcome Home, Harvester of Sorrow, Sad but True, Nothing Else Matters sind nur einige der Highlights die das Publikum zu begeistern wissen. Das aktuelle Album kommt zurecht nur mit den zwei einzig wirklich guten Songs „St. Anger“ und „Frantic“ zum Zug und die Load-Ära wird gottlob komplett unter den Tisch gekehrt. Die Band zeigt sich äußerst gut gelaunt, speziell James Hetfield ist die Nettigkeit in Person. Nur Lars Ulrich kommt wie auch in Interviews und Videos irgendwie aufgesetzt lustig rüber und kann seine zu coole Ausstrahlung einfach nicht ablegen. Aber egal, die Bühnenshow ist mit Feuer und Pyroshow spektakulär, wobei mancher dies als ein eher peinliches Relikt vergangener Jahrzehnte betrachten mag, Spaß macht es auf alle Fälle. Gerade als wir uns auf den Weg zum Zelt machen und ich meiner Freundin sage, dass außer „One“ und „Enter Sandman“ wirklich alles gespielt wurde, eröffnet gewaltiges Maschinengewehrfeuer die dritte Zugabe, und eben jene zwei Songs entlassen das Publikum zufrieden und erschöpf in die Nacht. Ich gebe es zu, ich hatte Freudentränen in den Augen, denn fast 30 Jahre musste ich alt werden um so ein Konzert zu erleben, denn jetzt ist auch für mich klar, Metallica sind tatsächlich eine der besten Livebands, für mich war es sogar das beste Konzert ever!

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