Zur mobilen Seite wechseln

Die Alben des Jahres 2019

343 Beiträge - 26774 Aufrufe

« erste Seite | zurück | 11 - 12 - 13 - 14 - 15 | weiter | letzte Seite » | Seite 13 von 18 , 343 Ergebnisse

29.12.2019 | 11:19 » Moderation benachrichtigen
3. Chastity - Home Made Satan


„Life is bad but life is fast, I get sad and it seems to last“. Gleich beim Eröffnungsong wird die Marschrichtung vorgegeben. Geschmückt mit Stadion-Emorock und bisschen Lagerfeuerromantik ist zwischen My Chemical Romance und Prozac sicher noch Platz für eine neue Lieblingsband bei der Teenage-Jugend. Ich bin Fan und freue mich schon aufs Livepackage Diiv/Chastity. :bigsmile:

29.12.2019 | 15:11 » Moderation benachrichtigen
Ich will ja bis Ende des Jahres endlich mit meinen Listen durchkommen, von daher jetzt die umfangreichste. Hardcore/Punk hat mir in diesem Jahr so viel geboten, dass ich neben einer "regulären" noch eine Math-Liste fabrizieren musste, um allen gerecht zu werden. Dabei sind die Grenzen fliessend und das Math-Album des Jahres sogar meine HC-Platte des Jahres. Da das aber Nischenmusik ist und die Meisten hier eher mit normaleren Sounds konform gehen, schreibe ich nur zur Top Ten was und verweise in der anderen Liste auf soundverwandte Bands. So sei es:

HC/PUNK

10. Sparrows - Failed Gods
Das dritte Album der Kanadier und es ist wieder ihre clever Mischung aus den Deftones, Burst und Glassjaw, die "Failed Gods" zu einem stimmigen Midtempo-Monstrum macht. Es stampft, es wütet, es streichelt - manchmal sogar gleichzeitig. So darf das gerne noch ein paar Alben weiter gehen.

09. Sanction - Broken In Refraction
Hach! Sweet Memories. Code Orange haben da echt was losgetreten mit dem 2000er Metalcore-Revival. Sanction sind dort komplett versumpft. Frühe Poison The Well, ganz frühe Suicide Silence, aber eben auch die Klangästhetik und die dezente Unberechenbarkeit der Freunde von Vein, lassen nicht viel Platz für Luft nach oben. Natürlich ist das maximal zelebrierte Vergangenheitsliebe und lässt sich vermutlich nicht auf lange Sicht hin reproduzieren. Aber für den Moment nehm' ich das mit Genuss mit.

08. I Buried The Box With Your Name - To Change
Hat mich völlig aus dem Nichts brutal erwischt. Dabei ist man anfangs echt überfordert, wo man es einordnen soll. Ständig schwingt dieses Feeling von City Of Caterpillar mit, dann gibt es Mathcore-Momente, Post-Grunge, Post-Metal, Trophy Scars und Remineszenzen an scheinbar jede Lieblingsband aller 9(!) Beteiligten im Sekundentakt. Das klingt häufig nicht gerade fokussiert und songwriterisch überdivers. Genau deswegen mag ich diesen Irrsinn wohl. Irgendwas stimmt nicht mit mir.

07. Glassing - Spotted Horse
Um's kurz zu machen: Snapcase in Extremer. Blastbeats hier und da, auch mal Ambient, aber vorwiegend der schräge Harcore oben genannter. Sogar mit stimmlicher Ähnlichkeit. Es wäre nur ein grober Fehler, die Band deswegen ausser Acht zu lassen. Denn die atmosphärische Dichte, die Postrock-Bezüge und der melancholische Einschlag sind einfach nur gross. Ich war sehr beeindruckt.

06. OLAM - I Will Guide Thy Hand
Den druckvollen, windschiefen Metalcore von OLAM hab ich schon von Beginn an hier gepriesen und das Album hat nichts von seiner Energie eingebüsst. Es ist immer noch eine halbe Stunde pure Energie, die man so auch erstmal durchziehen muss. Die Songs sind abwechslungsreich und schlagen permanent Haken. Danach braucht man erstmal eine Dusche, um all das Blut und den Dreck runter zu bekommen.

05. Freighter - The Den
Was für ein Spass! Dieser Tausendsassa von einem Album müsste wahrscheinlich auch in die Mathe-Liste. Zu sehr liebäugelt er mit ungewöhnlichen Takten. Aufgrund des Anteils an gängigen Punk- bzw. Metal-Verweisen, der Nähe zu Mr. Bungle in manchen Momenten und dem schicken Cover, spricht das noch einige Menschen darüber hinaus an. Kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass ein paar People hier ebenso viel Spass an der Platte haben könnten.

04. Norma Jean - All Hail
Ich habe meinen Frieden mit ihrer nachvollziehbaren, musikalischen Evolution gemacht. Tatsächlich macht diese Entwicklung mehr Sinn, als noch ganze Alben lang Botch-Riffs zu klauen. Corey als Hauptsongwriter funktioniert gut, nur seine Vocal-Ideen zünden bei mir hier nicht auf voller Länge. Dafür hat das Album wieder einen guten Punch und mit "Anna" einen der besten Songs, den sie seit Jahren geschrieben haben. Enttäuscht wurde ich bisher nie von ihnen und ihre eigene Marke haben sie schon längst hinterlassen. Ich freue mich auf das, was da noch so kommt.

03. See You Space Cowboy - Songs For The Firing Squad
Moment! Das ist doch die Compilation? Was ist mit dem Album? Nun: "The Correlation..." ist zwar gut, orientiert sich aber in bisschen zu sehr an Hopesfall und dem Emo-Metalcore. Nicht, dass mir dabei nicht das Herz aufginge - aber derart dreist zitieren könnte man beinahe als kopieren bezeichnen. Mehr Laune machen die 13 völlig unberechenbaren Songs der ganzen EP's/Splits, hier vereint. Bitterböse, dissonante Breakdowns sagen schrägem, manchmal fast tanzbarem Screamo Hallo. Ein Hauch Grindcore hier und der Feminismus von Front-Trans-Frau Connie da und schon ist das bissiger bzw. gefährlicher als es viele (auch hier) gefeierten Frauen-Front-Punkbands gerne wären.

02. Senza - Even A Worm Will Turn
Darf ich vorstellen: Converge in noch schneller, noch chaotischer, noch Skramz-lastiger. Dieses Album ist anstrengend und schmerzhaft. Auf die positivste Weise, die man sich vorstellen kann. Das rasante Momentum, das sich gefühlt im Black Metal aufhält (es aber eigentlich nicht tut), paart sich mit melancholischem Riffing, das man eher bei Bands der "The Wave" verorten würde. Hinzu kommen Chaosmomente der DEP-Marke. Das Ganze ist aber so atmosphärisch und stimmig vermengt, dass die Platte trotzdem eigen klingt. Und mit "Echoes" einen der HC-Songs des Jahres, wenn nicht sogar DEN, enthält. Wer mit Converge durchaus was anfangen kann, sollte zumindest versuchen, ob es sich mit der noch etwas durchgeknallteren Version auch schmusen lässt.

01. Meth. - Mother Of Red Light
Einmal Daughters hin und zurück, bitte. Danke. So wie selbige nämlich 2004 als auch 2019 klangen, erhalten wir hier vereint. Der Sog dieser Dreiviertelstunde Selbstkasteiung hat einen ähnlichen Effekt wie der auf "You Won't Get What You Want", nur dass durch das unablässige Geschrei von Frontmann Seb Martinez der Downfall nicht süffisant gepreacht, sondern brachial ins Ohr gedroschen wird. Ausser er hat sich grad beruhigt und flüstert nicht weniger wahnsinnig. Ganz grosses Kino, aber ganz grosses! Da darf man schon mal klatschen.

Zuletzt geändert von Powder To The People 29.12.2019 15:17

29.12.2019 | 16:15 » Moderation benachrichtigen
Math-Liste!

20. Coilguns - Watchwinders
FFO: Unsane, KEN Mode, At The Drive-In

19. Steaksauce Mustache - SuperWoke
FFO: Every Time I Die, Dr. Acula

18. Oxx - The Skeleton Is Just A Coat Hanger; These Are The Black Strings The Make You Dance
FFO: Lo!, Knut, Yakuza

17. To Languish - Sown
FFO: early Loma Prieta, early Touché Amoré

16. Trenchlung - Hiraeth
FFO: Zao, The Rodeo Idiot Engine

15. Orchid - Miasma (Indonesier, nich DIE Orchid)
FFO: Yakuza, Coalesce

14. Spurn - At The Precipice Of Excitation
FFO: Ion Dissonance, Ulcerate, Gigan

13. The Wind In The Trees - A Gift Of Bricks From The Sky
FFO: Discordance Axis, Loma Prieta

12. Ufoufo - Ufoufo1/Idenden
FFO: Gigan, Ion Dissonance, Botch

11. The Sound That Ends Creation - Music Desigend To Give You Ideas...In Case You Need Ideas
FFO: Ion Dissonance, Discordance Axis

10. STORM{O} - Finis Terrae
FFO: Converge, God Mother

09. Seizures - Reverie Of The Revolving Diamond
FFO: Botch, Coalesce, Harlots

08. .Gif From God - Approximation_Of_A_Human
FFO: Destroyer Destroyer, The Tony Danza Tapdance Extravaganza, Code Orange

07. Sleepsculptor - Entry: Dispersal
FFO: The Tony Danza Tapdance Extravaganza, Code Orange, early Arsonists Get All The Girls

06. Kucoshka - Women And Police Everywhere (Albumtitel des Jahres)
FFO: Mr. Bungle, Yakuza, Fantomas

05. The Central - Van Dyke Browne's Bike
FFO: Mr. Bungle, The Blood Brothers, äh...Zappa?

04. Fawn Limbs - Harm Remissions
FFO: Frontierer, Leeched, Helpless

03. Car Bomb - Mordial
FFO: Meshuggah, Sonic Youth

02. Needle Play - Cruel Spring
FFO: The Dillinger Escape Plan, Between The Buried And Me, Naked City (minus Saxophone)

01. The Callous Daoboys - Die On Mars :heart::heart::heart::heart::heart::heart::heart::heart::heart::heart:
FFO: The Chariot, early Norma Jean, Botch

Zuletzt geändert von Powder To The People 29.12.2019 16:21

29.12.2019 | 18:54 » Moderation benachrichtigen
Und ich wurde langsam hibbelig, wo denn meth. blieben.
Jetzt bin ich beruhigt.
29.12.2019 | 19:33 » Moderation benachrichtigen
Wer wird denn nicht hibbelig, wenn er auf sein Meth wartet :hm: ?
Ich werd mal reinprobieren, zuvörderst aber in einige Posten von der Mathliste.
29.12.2019 | 22:32 » Moderation benachrichtigen
Ja, da wollt' ich auch mal durchpflügen.
30.12.2019 | 06:22 » Moderation benachrichtigen
2. Angel Du$t - Pretty Buff


Was wäre ein Jahr ohne einer Feel Good-Sommerplatte? Ein schlechtes Jahr wäre das.
Ein Haufen Hardcore-Strassenköter hatten mal Bock auf etwas neues und haben auf ihrem mittlerweile dritten Album die Formel perfektioniert. Poppunk, Powerpop, Oasis (Frisuren). Nennt es wie ihr wollt. Hier werden Songs geschreddert, die wie HC klingen wollen, aber einfach keine sind. Das Album macht solchen Spaß, man möchte die Welt umarmen.

https://www.youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_nGAb22ZZU597OJNvlckvRZHDVT-ut9eN4
30.12.2019 | 10:35 » Moderation benachrichtigen
Yay! Tanz den Elmo!
:elmo:
31.12.2019 | 11:09 » Moderation benachrichtigen
1. Greet Death – New Hell


Ich könnte hier einfach alvarezs Text reinkopieren, damit ist so ziemlich alles zum Album gesagt. Ewig gebraucht, um den physischen Tonträger aufzutreiben, aber dann lief die Scheibe anfangs bis zu 4 x am Tag. Das ist mir glaub ich noch nie passiert. Musik für Leute, die sich „anders“ fühlen, besser kann ich es nicht beschreiben. Einziger Kritikpunkt, den ich unbedingt anmerken muss: Wie geil wäre es bitte gewesen, wenn sie bei der letzten Nummer „New Hell“ gegen Ende hin das tief im Mix vergrabene Gekreische weiter in den Vordergrund geholt hätten? Dann hätte ich mich mit der Platte lebendig begraben. :bigsmile: Ein Meisterwerk durch und durch.

31.12.2019 | 11:40 » Moderation benachrichtigen
1. Greet Death – New Hell
2. Angel Du$t - Pretty Buff
3. Chastity - Home Made Satan
4. Blankenberge – More
5. Whirr - Feels Like You
6. Departure Chandelier - Antichrist Rise To Power
7. Blood Incantation - Hidden History Of The Human Race
8. Lana Del Rey - Norman Fucking Rockwell !
9. Idle Hands – Mana
10. White Ward - Love Exchange Failure
31.12.2019 | 12:05 » Moderation benachrichtigen
Ohne bestimmte Reihenfolge:
100 KILO HERZ-Weit Weg Von Zuhause
BARONESS-Gold And Grey
DIE BULLEN-Einigkeit Und Recht Und Sicherheit
COKIE THE CLOWN-You´re Welcome
FIDLAR-Almost Free
TOOL-Fear Inocolum
PASCOW-Jade
REFUSED-War Music
SPOTLIGHTS-Love And Decay
THEES UHLMANN-Junkies Und Scientologen
31.12.2019 | 15:36 » Moderation benachrichtigen
Und dann mach ich's am letzten Tag auch noch rund. Zum Thema Hip Hop: Deutschrap spielt für mich kaum eine Rolle, das dürfte bekannt sein. Das einzige Album, das dieses Jahr dort für mich Aussagewert hatte, war Kummers KIOX. Allerdings bin ich im Deutschrap-Underground nicht wirklich unterwegs, weswegen es da bestimmt noch paar nennenswerte Sachen gibt. Der Rest des Zirkus ist mittlerweile allenfalls produktionstechnisch hier und da interessant. Aber selbst ein von vielen gepriesener Fler klaut sich am Ende alles von Drake oder Future zurecht bzw. wünscht sich ein Shindy eigentlich nur, zur G-Unit im Jahre 2005 zu gehören. Erzählerische Alben abseits von Bling Bling, lila Scheinen, Pseudotickern und Rücken sind nicht nur Mangelware, sie sind eigentlich schlicht nicht vorhanden. Der massive Hype und die Chartsdominanz führen zu einem Overflow, der das Ganze hoffentlich in nächster Zeit eindampft. Mainstream Ami-Rap ist da nicht unbedingt besser, aber der kulturelle Background ist eben ein ganz anderer und weitaus diverser. Das bringt zwar auch mal Katastrophen wie Kanye Wests Religionsrap oder Chance The Rappers Hochzeitsalbum zustande, aber es wird durch grossartige Künstler ausgeglichen. Als da wären (Anmerkung: Seit Spotify ist es zum Standard geworden, dass Rapper häufig 3-5 Projekte/Kollabos im Jahr droppen, die zwischen 20-30 Minuten mit 6-9 Tracks gehen. Das finde ich doof, da die Veröffentlichungen zusammengenommen sehr starke Alben wären. Aber machste nix dran und deswegen werden auf einem Platz teilweise mehrere Projekte eines Künstlers genannt. Coole Songs hab ich auf den jeweiligen Albennamen verlinkt, da kann man schnell feststellen ob das was für einen ist.):

(honorable mentions)
Ghostface Killah - Ghostface Killahs (zurück zu alter Stärke, aber immer noch träger als sonst)
Roc Marciano - Marcielago (mit Richard Gear einer Tracks des Jahres, auf voller Länge leider nicht so überzeugend wie die Vorgänger)
Action Bronson & The Alchemist - Lamb Over Rice (bleibt unter seinen Möglichkeiten)
Anderson .Paak - Ventura (richtig gute Songs treffen auf Leerlauf)
.clipping - There Existed An Addiction To Blood (ihre Version von Horrorrap ist teilweise richtig geil, teilweise hat es mich aber völlig kalt gelassen)
Gang Starr - One Of The Best Yet (ich halte nicht viel von Restreimverwertung Verstorbener, aber naja...Primo)
ElCamino - ElCamino 2 (haarscharf an der Top Ten vorbei)
Loyle Carner - Not Waving, But Drowning (sein Style entspannt mich immer noch maximal, hat mich aber dieses Jahr nicht so gekickt)
Schoolboy Q - CrashTalk - (insgesamt leider medioker)
JPEGMafia - All My Heroes Are Cornballs (immer gut, einzig wirkliche Konkurrenz zu Death Grips)

10. Mach-Hommy - Wap Konn Jói! / Tuez-Les Tous / Kill Em All
Sein ungewöhnlicher Style mit Rastafari/French-Einwürfen sowie ungewöhnlichen Beatauswahlen überzeugen auf den Alleingängen genauso wie auf den Zusammenarbeiten mit DJ Muggs (der dieses Jahr wieder sehr umtriebig war).

09. Eto - The Circle / Hells Roof
Eto hat dieses Jahr ungefähr 50 Sachen veröffentlicht und alle sind gut. Besonders hängen geblieben sind bei mir sein viel gelobtes Soloding "The Circle" sowie die Kollabo mit, na wem wohl:bigsmile:. "Hells Roof" ist atmosphärisch unwahrscheinlich dicht.

08. Tyler, The Creator - Igor
Mit seinem Neosoul-Album konnte ich anfangs so gar nichts anfangen, aber mit jedem Durchlauf blieb mehr hängen bis ich mich auf jeden Song gefreut habe. Ausserdem ein weirdes Konzeptalbum und sowas ist im Rap nun mal selten.

07. Danny Brown - uknowhatimsayin?
Kein Mindfucker mehr wie "Atrocity Exhibition", aber man kann sich ja auch nicht bis in alle Ewigkeiten unter Drogen setzen. Danny gelingt der Sprung hier hin zu "erwachsenerem" Rap ohne Koksraketenrucksack. Seine Weirdigkeit verliert er eh nie.

06. Czarface - The Odd Czar Against Us / Czarface Meets Ghostface
Da kann man nun jedes Jahr drauf warten. Der Comic-Boom-Bap von Inspectah Deck und Kumpels ist so Retro, da erscheint wahrscheinlich irgendwann nochmal eine Konsole von. Die letzte Platte fand ich eher mau (die Sonder-Instrumental-Scheiben rechne ich als reguläre Alben einfach raus) und leider ist die von vielen erhoffte Zusammenarbeit mit Ghostface auch nicht so stark wie erwartet. Dafür hat mich "The Odd Czar Against Us" mit seiner Beatauswahl (diesmal mit einem halben Auge auf die 80er gerichtet) wieder voll erwischt.

05. Denzel Curry - ZUU
Sein Wechsel zwischen langen und kurzen Alben lässt natürlich den Konzeptaspekt von "Taboo" vermissen. Und "ZUU" ist auch nicht so stark. Wischt aber mit einem grossen Teil des Mainstream-Raps trotzdem den Boden auf und das will was heissen.

04. Billy Woods & Kenny Segal - Hiding Places
Wenn die Sprechgesangshälfte von Armand Hammer ein "Soloalbum" rausbringt, kann es doch nicht wirklich schlecht werden, oder? Und dieser introvertierte, mit sehr persönlichen Themen der Marke Depression und Rassismus jonglierende Rap wird nicht minder gut mit ungewöhnlichen Instrumentals in Szene gesetzt.

03. Add-2 - Jim Crow The Musical
Es gibt sie zum Glück noch. Die Hip Hop-Alben, die sich neuen Sounds nicht komplett verwehren und trotzdem in ganz grossem Stile den Vorbildern "Black On Both Sides" oder "Like Water For Chocolate" Ehre erweisen. Meine Güte tut das gut. Bitte jedes Jahr solche Platten.:heart:

02. Griselda - WWCD
Da sind Puristen reihenweise die Grillz runtergeklappt, als die halbe Bande bei Shady Records unterschrieben hat. Jetzt Sellout? Rihanna-Refrains? Nix da. Für mich ist die Truppe um Westside Gunn, Conway und Benny The Butcher (die dieses Jahr auch zahllose, superbe Veröffentlichungen rausgehauen haben, die ich aber nicht auch noch aufführen wollte) der neue Wu-Tang Clan. Das findet im Prinzip auch Raekwon, der das Intro spricht. Danach gibt es knüppelharten Auf-Die-Fresse-Rap mit Beats, die RZA persönlich Mitte der 90er abgesegnet hätte. Das da 50 Cent und Eminem Gastparts haben, ist reine Makulatur, aber die versuchen auch gar nicht mitzuhalten. Es wäre auch vergeblich.

01. Freddie Gibbs & Madlib - Bandana
Wenig überraschend meine Spitze. Das ist alles viel zu geil. Die Höschen aller Heads wurden bereits bei Ankündigung auf einen Nachfolger zu "Pinata" reihenweise feucht. Und er ist besser. Wenn das überhaupt geht. Madlib macht nicht nur sein Sample-Ding, sondern mischt zur Überraschung aller ein paar Trapsachen drunter. Gibbs wieder über jeden Zweifel erhaben und die Gästeliste mit Pusha T, Killer Mike, Black Thought, Anderson .Paak und Mos Def spricht für sich selbst. Hören und kaufen ihr Banausen. Jetzt!
31.12.2019 | 20:20 » Moderation benachrichtigen
Ui, in der Liste sind einige unbekannte Namen. Da gibt‘s ordentlich was zu hören für mich :cheers:

Sehr schöne, ausführliche Texte auch. Herzlichen Dank!
31.12.2019 | 20:35 » Moderation benachrichtigen
@Justi: Holst du dir eigentlich dauernd LP und MC, oder sind die MCs da immer gratis dabei? Manche deiner Bilder laden übrigens irgendwie nicht komplett, zumindest bei mir.
01.01.2020 | 11:39 » Moderation benachrichtigen
Blöde Angewohnheit, hab zuerst immer das Tape da und wenn ich das richtig geil finde hol ich mir die LP nach. Werd ich aber auch in Zukunft anders handhaben. Und nein, gibts nicht gratis dazu, was wäre das für ein Schlaraffenland. :bigsmile:
Bilder lade ich ganz normal über abload.de hoch, bei mir wird alles richtig angezeigt. :confused:
01.01.2020 | 18:42 » Moderation benachrichtigen
07. Danny Brown - uknowhatimsayin?
Kein Mindfucker mehr wie "Atrocity Exhibition", aber man kann sich ja auch nicht bis in alle Ewigkeiten unter Drogen setzen. Danny gelingt der Sprung hier hin zu "erwachsenerem" Rap ohne Koksraketenrucksack. Seine Weirdigkeit verliert er eh nie.Powder To The People, 31.12.2019 15:36 #


Match! :cheers:

Mit einem weiteren "Atrocity Exhibition" wäre Brown auch nur zu seiner eigenen Parodie geworden, weswegen "U Know What I'm Sayin?" meiner Meinung nach das Beste ist, was ihm aktuell gelingen konnte. Ich fand die Platte jedenfalls sehr beeindruckend. Deutscherap hörst du wohl gar nicht?
01.01.2020 | 20:14 » Moderation benachrichtigen
Deutscherap hörst du wohl gar nicht?Jack Crabb, 01.01.2020 18:42 #

Im Post oben hab ich ja schon erwähnt, dass mich Deutschrap nur am Rande interessiert. Das war Ende der 90er nicht so, da hab ich viel gesuchtet. Aber seitdem Deutschrap quasi nur noch aus Strassenrap besteht bzw. jüngst den Bra-Weg beschreitet, ist das Ding für mich durch. Dabei bin ich sogar einigermassen informiert, schliesslich ziehe ich mir viele Interviews in GZSZ-Manier rein. Die Eindimensionalität der Meisten bzw. die Unfähigkeit 3 Sätze fehlerfrei zu konstruieren, schreit jederzeit nach Alman-Ghostwritern und an dem Punkt wird's peinlich. Damit ist die Kunstform durch und es geht nur noch um Schauspiel bzw. Gedichte aufsagen. Natürlich gibt es Positivbeispiele, seien es Morlock Dilemma, Zugezogen Maskulin, Edgar Wasser oder jetzt jüngst Kummer. Aber die "Stars" der Szene sind beinahe durch die Bank weg teils homophobe, teils misogyne, teils rassistische Vollspacken mit narzisstischen Persönlichkeitsstörungen, die auch nichts anderes zu erzählen haben. Die einzige Ausnahme, was Reimakrobatik angeht, stellt Kollegah dar, aber der hat andere Probleme. Und ja: Streng gesehen trifft das auch auf Sachen wie Griselda zu. Der Unterschied: Die wissen tatsächlich wovon sie reden (Conways halbe Gesichtshälfte ist nach einem Nackenschuss gelähmt), Ticken tatsächlich (nicht nur) um ihre Kinder durchzufüttern und haben einfach ein anderes Gespür für den kulturellen Background der Musik. Für Soul, für Funk, für die Kunstform an sich. Deutschrap kopiert sich seit Jahren mit seinen Glockenbeats selbst (Ausnahmen wie Haftbefehl/Azzlack oder Marteria bestätigen die Regel) und findet auch nur noch in sich selbst statt. Wenn man sich die Interviews anschaut, wollen die über internationale Veröffentlichungen gar nicht mehr reden (selbst in den Jahreszusammenfassungen), weil sie den ganzen Tag nur ihren eigenen Scheiss und den der Konkurrenten hören. Das ist musikalischer Inzest. Und wenn dann Fler oder Shindy etwas anders machen, alle so: "Boah sind die kreativ!", dabei klauen sie sich von ihren Amivorbildern Sound und Ästhetik zurecht (Shindy sogar die Sprache). Sowas wie Death Grips, oder um höher zu greifen - ein Album wie "Yeezus" würde hier doch kein Mensch machen.
01.01.2020 | 20:20 » Moderation benachrichtigen
Wo fällt dann das drunter?
01.01.2020 | 20:32 » Moderation benachrichtigen
Wird doch von keinem der oben genannten ernst genommen. Wobei ich mich auf DAS Album schon freue.
01.01.2020 | 20:43 » Moderation benachrichtigen
Yo, freue mich auch schon. Muss man wenigstens keine Kollabo mit Gzuz befürchten.

« erste Seite | zurück | 11 - 12 - 13 - 14 - 15 | weiter | letzte Seite » | Seite 13 von 18 , 343 Ergebnisse

Home » Community » Forum » Platten » Die Alben des Jahres 2019