Zur mobilen Seite wechseln

Dekaden-Charts - 2010-2019 - Listenthread

58 Beiträge - 3539 Aufrufe

« erste Seite | zurück | 1 - 2 - 3 | weiter | letzte Seite » | Seite 2 von 3 , 58 Ergebnisse

29.11.2019 | 07:50 » Moderation benachrichtigen
Soooo...meine Liste:

Russian Circles – Memorial
Kellermensch – Kellermensch
Cult of Luna / Julie Christmas – Mariner
O’brother – Garden Window
Light Bearer – Silver Tongue
Arcade Fire – Reflector
Helm’s Alee – Sleepwalking Sailor
Jack White - Boarding House Reach
Faith no more – Sol Invictus
Kylesa – Spiral Shadowdacla, 27.11.2019 15:03 #


Oh nein, wie konnte ich nur Karpatia von Omega Massif vergessen...
30.11.2019 | 14:39 » Moderation benachrichtigen
1. 40 Watt Sun - The Inside Room (2011)

Diese Riffs, diese Stimme, diese Texte. Beim Genuss dieser Platte würde ich mich immer gerne in einer Badewanne voller Selbstmitleid ertränken.


1. Woods Of Desolation - As The Stars (2014)

Was dieses Album an Atmosphäre versprüht ist der pure Wahnsinn. Hier passt einfach alles zusammen. In einer gerechten Welt wäre das das eigentliche „Sunbather“. Was die Produktion betrifft: Ohne den verwaschenen Sound würde vermutlich der ganze Charme flöten gehen.


1. Chaos Moon - Resurrection Extract (2014)

Ein Mysterium. Außer von Aerpel habe ich noch von keinem anderen Menschen eine positive Äußerung zu dem Album gehört. Dabei zieht es dich in einen Bann wie keine andere Scheibe. Ich muss da immer wieder an MBVs „Loveless“ denken.


1. Turnstile - Time & Space (2018 )

Für mich die beste HC-Band der letzten 20 Jahre. Diese positive Energie versetzt Berge und hat mir den Glauben an diese Musik wieder zurückgebracht.


2. Planning For Burial – Below The House (2017)

Melange aus fast allen 10‘er Hipstergenres (Black Metal, Shoegaze, Slowcore, Doom, Gloom, Drone usw.) , die hier zu einem unwiderstehlichen Cocktail gemixt wird. Musik von einer geschundenen Seele für geschundene Seelen.


3. Whirr - Sway (2014)

Hat mich vom Anfang an abgeholt wie ein Obsttaxi in Friedrichshain. Auf den Wattebauschwolken, die dieses Album erzeugt, könnte man einen weltweiten Flugverkehr einrichten und damit Greta glücklich machen.


4. Nothing - Guilty Of Everything (2014)

Was waren nach der megastarken Debut-EP die Erwartungen hoch an das Album.
Beim dritten Song gleich mal die Wohnzimmertür angemosht und seither Fan auf Lebenszeit.


5. Washed Out - Within And Without (2011)

Scheibe kam raus, als ich meine Freundin kennengelernt habe. Dementsprechend damals oft aufgelegt und das Cover nachgestellt.


6. California X - California X (2013)

Auch hier kann ich mich noch genau an die Umstände erinnern, als ich sie das erste Mal gehört hab: Minuten zuvor musste ich mein Auto von einem halben Meter Neuschnee befreien. Hat eigentlich nix mit dem Album zu tun, denn das ist die pure Lebensfreude.


7. Best Coast - Crazy For You (2010)

Meine Emo-Herzschmerzplatte. Soundtrack einer zerbrochenen Beziehung. Ging aber dann bald danach mit dem Rang 5 wieder von vorne los. :smile:




Erweitert um 15 Alben, um zu einer Top 25 zu kommen.

Beach House - Teen Dream (2010)
Grouper - The Man Who Died In His Boat (2013)
Palms – s/t (2013)
Makthaverskan – Makthaverskan II (2013)
Lantlôs - Melting Sun (2014)
Cloud Nothings - Here And Nowhere Else (2014)
Westkust - Last Forever (2015)
Ghost Bath - Moonlover (2015)
Crack Ignaz & Wandl - Geld Leben (2016)
Jesu / Sun Kil Moon - Jesu / Sun Kil Moon (2016)
Astronoid – Air (2016)
Fellwarden – Oathbearer (2017)
Slowdive – Slowdive (2017)
Spectral Wound - Infernal Decadence (2018)
Death Bells - Standing At The Edge Of The World (2018)

Zuletzt geändert von JustusMeinFreund 30.11.2019 15:34

30.11.2019 | 14:58 » Moderation benachrichtigen
Obsttaxi :lol1:

Ich muss wohl mal an die Woods.
Und erstmal das Cover von 5 googeln.
30.11.2019 | 15:05 » Moderation benachrichtigen
Gib dir mal die Woods. Melodien zum Niederknien ohne Ende.
30.11.2019 | 15:37 » Moderation benachrichtigen
Wie schön, dass mein Account noch nicht stillgelegt wurde! Finde manche Listen ganz spannend und habe schon angefangen, in ein paar Bands reinzuhören.
Aufgrund von Job und Familie war bei mir die letzten Jahre der Musikinput recht überschaubar, aber diese Platten haben mich bewegen lassen:

Hart
1. Jungbluth - Part ache
Leider nie live gesehen! Die Nachfolgeplatte und -band haben mich nicht mehr überzeugen können. Hörbar hier: http://jungbluthpunx.de/

2. Birds in row – We already lost the world
Fett live, fett auf band. Und sehr nette Menschen (Contwig waren live auch Hammer!)

3. Cult of luna – Vertical
Die Neue ist auch super, braucht aber evtl. noch a weng. Mariner hat mich nicht angeturnt.

4. Comadre – Comadre
Hardcore-Pop. Finde ALLES von denen super, auch ihr Sommeralbum.

5. State faults – Resonate/desperate
Vor kurzem erst entdeckt und gleich verliebt. Nachfolgeplatte braucht auch noch Zeit.

6. Fjort - Kontakt
Fand Fjort bis dahin etwas langweilig, aber seit dem Komzert in Würzburg einfach ins Herz geschossen!

7. Trainwreck – Old departures, new beginnings
Die Abschiedsplatte ist die poppigste. Trotzdem heavy shit und wie bei den Birds und Fjort live der Wahnsinn.

8. Captain Planet – Treibeis
Schöne Platte, die immer laufen darf.

9. Native – Wrestling moves
Nach dem Tod von These arms are snakes ein bißchen Ersatz. Mist, sollte nicht so abwerten klingen!

10. My iron lung – Learn to leave
Auch lecker. Eigentlich hätte mir Top 7 gereicht.

Zart
1. Arcade Fire – the suburbs
Fand den Hype um die ersten Platten so scheiße, dann bei nem Amazon Sparangebot zugegriffen und nicht mehr aus der Hand gelegt.

2. The unwinding hours - The unwinding hours
Nachfolger von Aereogramme. Wer die nicht mag, hat's hier wohl auch schwer.

3. TV on the radio – seeds
Geht auch fast immer.

4. Pinback – information retrieved
Nicht mehr so gut wie die ersten beiden Platten, aber immer noch besser als fast alle Anderen.

5. Grizzly Bear – Shields
Zwei Überhits.

6. Alles von Broken Social Scene + Stars
01.12.2019 | 23:21 » Moderation benachrichtigen
interessante listen hier die ich mir bei ruhiger stunde mal noch genauer anschauen muss.

aus der hüfte geschossen und ohne bestimmte reihenfolge..

eternal elysium - resonance of shadows (2017)
stonerdoompsych der selbst fuji-san vor respekt erzittern lässt. killer album der band aus nagoya.

the war on drugs - lost in the dream (2014)
entspannt, entspannter, … das kann ich mir immer und jederzeit anhören.

yuri gagarin - at the center of all infinity (2015)
hätte auch das debut sein können, aber hier noch druckvoller. die vielleicht spannendste space rock kapelle der vergangenen jahre.

the range of light wilderness - s/t (2014)
schmachten im kalifornischen sonnenschein.. bei erscheinen direkt ins herz geschlossen und dort verweilt diese schönheit noch immer.

sula bassana - brain wash (2010)
in dieser dekade wohl eines der aufregendsten alben in sachen psych rock.

monkey3 - beyond the black sky (2011)
knallt noch genau so wie am tage der veröffentlichung, dieser stoner psych brocken der vier lausanner.

crippled black phoenix - i, vigilante (2010)
mein erstkontakt mit cbp und noch immer mein liebstes aus ihrem bisherigen schaffen.

causa sui - euporie tide (2013)
eine herzensband, hier mit allen ingredienzen die ihren zauberhaften sound ausmachen.

chicos de nazca - blowing inside (2015)
hier könnte auch jedes andere ihrer alben stehen. genau mein ding, diese lässige entspanntheit.

spidergawd - i (2014)
einfach mal gewürfelt und rausgekommen ist der erstling. unglaublich wie die norweger mit hits um sich schmeissen.
02.12.2019 | 18:48 » Moderation benachrichtigen
Zur Vervollständigung auch nochmal hier:
Ich habe es auch relativ kurz und schmerzlos gemacht, von daher auch wenig Worte zu den Platten. Die persönliche Bedeutung für mich habe ich bewusst mit einfließen lassen. Hätte ich nochmal irgendwo reingehört, wäre ich niemals fertig geworden. Deswegen bin ich mir auch sicher, dass die Liste in einem Jahr deutlich anders aussehen würde. Die Nennung mehrerer Alben einer Band habe ich prinzipiell ausgeschlossen. Meine Liste (halbwegs chronologisch):

Arcade Fire – The Suburbs
Sicherlich nicht deren beste Platte, die kommt dann nächstes Mal dran. Trotzdem in diesem Jahrzehnt dabei. Suburban War :heart:

Explosions In The Sky – Take Care, Take Care, Take Care
Mein Erstkontakt mit der Band mit einem meiner absoluten Lieblingssongs. War für mich mit als erstes gesetzt.

La Dispute – Wildlife
Das einzige Album von La Dispute, was mich wirklich begeistert, aber dafür auch umso mehr. Außerdem war die Ausgabe mit dem Album der Beilage meine erste Visions überhaupt.

We Are Augustines – Rise Ye Sunken Ships
Eines der ersten “Indie”-Alben, wahrschlich sogar das erste Album, das ich bewusst gehört habe. Hat meinen Musikgeschmack dementsprechend stark beeinflusst. Außerdem finde ich das Albumcover immer noch unglaublich schön :cool:
Einzig Barrel of Leaves hätten die sich schenken können.

Ef – Ceremonies
Von Ef hätte es auch Mourning Golden Morning werden können, „Yield, Heart, Yield!“ gab den Ausschlag für Ceremonies.

The National – Trouble Will Find Me
Hier hatte ich bis kurz vorm Abschicken die High Violet stehen. Letztere hat zwar einige bessere Songs, aber als Album hat dann doch Trouble Will Find Me gewonnen. Und ich werde wohl niemals verstehen, dass so ziemlich jeder Boxer als bestes Album von denen ansieht.

Pascow – Diene der Party
Bestes deutsches Punkalbum der Neuzeit. Punkt.

Turbostaat – Abalonia
Zusammen mit Vormann Leiss das Lieblingsalbum der Lieblingsband.

Yndi Halda – Under Summer
Obwohl ich die Band beim Erscheinen des Albums schon kannte und mochte, hab ich das Album erst vor einem halben Jahr zum ersten Mal gehört. Insgesamt noch ein bisschen besser als der Vorgänger, aber der ist eh aus dem letzten Jahrzehnt.

Love A – Nichts ist neu
Jahrelang konnte ich nichts mit Love A anfangen und ärgerte mich jedes Mal erneut, wenn die wieder irgendwo Vorband (gerne von Turbostaat …) waren und ich sie anhören „musste“. Dann kam Jagd und Hund mit u.a. 100.000 Stühle Leer und ich war verliebt. Wegen der Lieder Sonderling und Unkraut ist es allerdings dieses Album geworden. Freibad bleibt trotzdem scheiße :floet:

Hätten wir nicht Ende 2019, sondern Ende 2020, wäre wahrscheinlich noch Lysistrata mit Breath In/Out in die Liste gekommen (fragt mich bitte nicht, was ich dafür gestrichen hätte …). So ist mir das Album noch zu frisch und den Vorgänger kenne ich noch nicht. Lange standen auch noch The Joy Formidable (The Big Roar, Aaarth), Apologies, I Have None (London, DIE Musik zum Autofahren), Freiburg (High Five Zukunft) und Herrenmagazin (Das wird alles einmal dir gehören) auf der Liste. Das letzte hätte ich mir aber auf jeden Fall nochmal anhören müssen, ob es wirklich auch als Album so gut ist, wie ich es in Erinnerung habe. Ein bisschen erstaunt bin ich, dass nichts von Marcus Wiebusch (sein Soloalbum und Ich vs. Wir von Kettcar standen zur Auswahl) und dass nicht das Album, was ich in den letzten 1,5 Jahren mit Sicherheit am meisten gehört habe (Tiny Moving Parts – Swell) in meiner Liste gelandet sind. Fühlt sich so aber gerade auch bei Swell komplett richtig an …
Fun Fact: Hätte ich nicht erst diese Woche das erste Mal die Parting The Sea Between Brightness And Me von Touché Amoré gehört, hätte die mit Sicherheit auch gute Chancen gehabt. Da bei mir als letztes Treibeis von Captain Planet und Celebration Rock von Japandroids rausgeflogen sind, hätten Eagle und ich drei gleiche Platten haben können.
Mir graut es von dem Zeitraum 2000 bis 2009 :yikes:czerkus, 22.11.2019 18:07 #
02.12.2019 | 21:27 » Moderation benachrichtigen
01 julien baker. sprained ankle (2015) untrennbar verbunden mit mehrfachen live-shows, die den atem geraubt haben, die ganz große gefühle ausgelöst haben und ganz kleine. Fantastisches songwriting mit tiefen texten ausgeführt mit dieser wunderbar singenden telecaster und einer wunderbaren stimme. es gibt keinen, von ihr veröffentlichten song, den ich nicht gut finde. Mit dem album hier fing das alles an.

02 oxbow. thin black duke (2017) auch hier ist ein eindrückliches live-erlebnis ein mitgrund für den superben platz. ansonsten lohnt sich hier ein selbstzitat: „eugene robinson, der schrank von einem mann, spielt nicht den thin black duke, er ist der duke. die unheimliche range, in der er seine stimme gebraucht, ist schlicht der hammer. er jault, fleht, säuselt, flüstert und kehrt stimmlich sein innerstes nach außen (cold & well-lit place, ecce homo), er gibt den harten pimp, er belfert die worte heraus, würgt sie durch zusammengepresste zähne, dass man die spucketröpfchen fliegen hört. „with his hands doing all the talking“. das gibt all diesen songs eine so unheimliche power. except love is really the least of it // the least of every little bit of it // because shadow here does not seek existence // because the shadow here is existence grämt er sich in letter of note. in host klingt die band plötzlich nach pearl jam, eugene robinson nach eddie vedder. darüber hinaus sind das einfach perfekt arrangierte rocksongs. Nichts daran ist zuviel oder zu wenig.“

03 arcade fire. the suburbs (2010) nicht ein schlechtes album haben arcade fire veröffentlicht. Das hier ist ihr opus magnum. ein konzeptalbum das trifft und wahnsinnig gute texte hat. suburban war macht mir immer noch gänsehaut.

04 zeal and ardor. stranger fruit (2018) die mischung aus gospel/traditionals und black metal funktioniert auch auf länge. album zwei ist sogar noch fordernder noch wilder und vereint beide welten wunderbar – souligen gesang und rasendes gekeif. built on ashes ist sicher einer der top-songs des jahrzehnts. davon ab ist das eine platte voller hits.

05 deafheaven. sunbather (2013) ich hab grad ein sunbather-shirt an während ich schreibe. Die platte hat mir neue genres eröffnet und auch hier über den kontrast zwischen melodie und gewalt. Wenn ich deafheaven auflege, dann das album hier.

06 phoebe bridgers. strangers in the alps (2017) und noch so ein fantastisches debüt einer unglaublichen sängerin. Ich kann nicht sagen, wieviele hundert mal das album schon gelaufen ist. Ich liebe jede einzelne note davon. (im übrigen sind auch hier alle collaborationen toll geworden: die als boygenius mit julien baker und lucy dacus genau wie die als better oblivion community center).

07 foxing. nearer my god (2018) mit so einer glanztat habe ich bei foxing nicht mehr gerechnet gehabt. Aber auf einem album passiert so unheimlich viel. Deswegen wird sie auch nicht langweilig.

08 amenra. mass VI (2017) selbstzitat nr.2: „nein, amenra machen mit mass vi nichts neu. aber das, was sie können, treiben sie hier zu perfektion. pein, verzweiflung und zorn werden hier in musik übersetzt. eigentlich wundert es, dass nicht jedesmal so ein dicker, klebriger, schwarzer batzen aus den boxen suppt, wenn colin van eckhout seine agonie herausbrüllt. aber auch seine fantastische cleane gesangsstimme taucht öfter auf, und die kann nicht weniger schmerzhaft klingen.“

09 godspeed you! black emperor. allelujah dont bend, ascend (2012) das ist freilich nicht das beste gy!be.album, aber es ist ein fantastisches und mladic ist für mich einer der top3.songs mit der gänsehautüberklimax und dem fein eingewobenen orientalischen anklang.

10 fjort. d'accord (2014) deutschsprachiger hardcore und punk haben sich mir mit diesem album neu erschlossen und den weg zu weiteren bands geebnet. dafür und für die folgenden beiden alben und zig live-shows kriegen sie den 10. Platz.
03.12.2019 | 11:19 » Moderation benachrichtigen
1) Nick Cave and the Bad Seeds: Push The Sky Away
2) My Bloody Valentine: mbv
3) Deftones: Koi No Yokan
4) Wooden Shjips: West
5) Swans: The Seer (hätte aber auch To Be Kind sein können)
6) The Flying Eyey: Done So Wrong
7) Nothing: Guilty of Everything
8) Crosses: TTT
9) Cloud Nothing: Attack on Memory
10) Slowdive: Slowdive
11) Moon Duo:Circles
12) The Saddest Landscape: You will not Survive
13) Palms:Palms
14) Electric Wizard: Time To Die
15) Beach House: Bloom
16) Trypticon: Eparistera Daimones
17) Neurosis:Honor Found in Decay
18) Caspian: Waking Season
19) Noel Gallagher´s High Flying Birds: same
20) Leonard Cohen: You Want it darker
04.12.2019 | 22:58 » Moderation benachrichtigen
Aber nu gut, irgendwann muss mal Schluß sein.
Was auf dem letzten Meter rausfiel:
Kanye West & Jay-Z – Watch the throne
Katie Tempest – let them eat chaos

Wenn es nach dem Meistgehörten Album ginge, wäre Eminems KAMIKAZE unangefochten auf der 1 :floet:

10. Godspeed!You black emperor – Alleujah!
Hier hätte auch jedes andere Godspeed-Album stehen können. Diese Band ergreift mich, wie es keine andere aus dem Genre kann. Live eine Außer-Körper-Erfahrung. Andere mögen raffinierter sein, härter, abwechslungsreicher, experimenteller, was auch immer. Die Kanadier bleiben für mich das Maß aller Dinge.

9. Love A – Eigentlich
Warum dieses Album und kein anderes? Zum einen der Erstkontakt, zum anderen „Nachbarn“ (Text des Jahrhunderts?) und „Chefkoch“ mit dem Satz „Es ist ein Weihnachtsessen, aber nicht deins“, das auch abseits des restlichen Textes super funktioniert. Leider noch nie live gesehen (kommt mal nach Augsburg Ihr Säcke!)

8. La Dispute – Wildlife
Bin ich nur nem Hype aufgesessen? Vielleicht. Sind andere aus dem Genre besser? Vielleicht. Aber die Art des Sprechgesangs und die auf- uns abschwingenden Stimmungen – das holt mich einfach derbe ab. Kommt immer wieder auf die Ohren.

7. Ghostemane – Hexada
Den Typen hab ich mal auf Bandcamp gefunden und konnte nicht viel mit dem anfangen. War kein Dubstep, aber auch kein Rap – und überhaupt war alles etwas komisch. Bis in der Arbeit ne Kollegin meinte „hör dir mal den Bass an“ und den Song „Mercury“ auflegte (den ich Ofs auch mal im Vielohrentest light zugemutet hatte) und siehe da: das Ding wuchtete mich um.
Dieses Album wandelndes Überraschungsei: tiefste Subbässe für Im-Bauch-Fühlen-Müssen Fanatiker und Songs, die mal mit Rap anfangen, ins Gebrüll übergehen und wieder zurück. Oder Techno-Punk-Geschichten, die in absolutes Noise übergehen, um dann mit einem schleppenden Subbass die Eingeweide verschieben. Das Album hör ich nach Eminem am öftesten.

6. The Ocean – Pelagial
Hatte mich schon gefragt, warum das in keiner Liste auftaucht, bis Chino1986 um die Ecke kam. Funktioniert in beiden Varianten super (mit Gesang oder ohne) und die Band ist fest in meinem Herzen eingebrannt, seit Precambrian. Auch so eine VISIONS-Entdeckung meinerseits.

5. Tool – Fear Inoculum
Was soll ich schreiben? Ist Tool ist ihr Trademark-Sound und auf den steh ich bis in die Spitzen meiner Zehen. Mir egal, ob sie sich hier nur wiederholen (was sie nicht wirklich tun, sie variieren halt nur marginal), ich vergöttere den Sound, ich vergöttere Maynards Gesang und das alles ist hier nicht schlechter, als auf den Alben zuvor. Mit etwas Abstand wird das Album sicher noch weiter rauf klettern.

4. Kanye West – Yeezus
Ich mag Kanyes Musik. Ich mag Aphex Twin. Ich mag Noise. Ich mag MischMasch. Dieses Album war nach seinem 808 Heartbreak wirklich nicht zu erwarten. Gefällt wenigen in der HipHop-Community, was daran liegt, dass es einfach sooo weit draußen ist. Ein Meisterwerk. Jedesmal gibt’s was neues zu entdecken und jedesmal geh ich steil, wenn ich bestimmte Geräusche höre. Ein Go-to Album, wenn ich mal nicht weiß, was ich hören soll (wie eigentlich alle Alben in dieser Liste).

3. Swans – The Seer
Erstkontakt mit der Band, die mich wie kaum eine andere in der Neuzeit fesselte und der ich blind in die Zukunft folge (und deren Backkatalog eine neue Lebensaufgabe wurde). Die Musik ist so hinterhältig, sie umschleicht dich und drückt langsam immer mehr zu, ohne dass man es merkt. Und plötzlich ringt man um Luft und schwitzt sich den nahenden Tod aus der Seele. Ein fieser Brocken. Eine Walze, die dich in Mindestgeschwindigkeit überrollt, so dass du jeden Knochen einzeln brechen spürst, bevor du erlöst wirst.

2. Casper - lang lebe der Tod
XOXO mag sein Durchbruch-Album sein, Hinterland sein homogenstes, aber Lang lebe der Tod ist das mit Abstand spannendste. Erster Durchgang war enttäuschend – sehr enttäuschend sogar. Schrieb meinem Kumpel, es sei sein schlechtestes, uninspirierteste (weil zu viele Ideen schnell zusammengeworfen) Album. Der Titelsong selbst gehört aber zu den GEILSTEN Songs aller Zeiten, bei dem alles stimmt (ich ließ den Mal in der Arbeit in Endlosschleife laufen, bis die Kollegen mich baten damit aufzuhören – bis dahin lief der 13 Mal und ich hätte ihn noch Stunden weiter hören können) .
Aber dann wuchs das Ding und wuchs das Ding. Das Teil hat musikalisch so viele Facetten und Schichten, die bemerkt man anfangs gar nicht. SIRENEN hatte anfangs wegen dem blöden Video schon verloren, gehört aber mit dem NIN-Sound einfach zum interessantesten, was Mr. Griffey veröffentlicht hat. ALLES IST ERLEUCHTET noised in der Strophe ordentlich, bevor der Mitsing-Chorus alle verbrüdert. WO DIE WILDEN MADEN GRABEN, MORGELLON alles Songs die anfangs langweilen und dann doch mitreißen. Gepaart mit ordentlich Gesellschaftskritik, die sich andere in dem Kaliber nicht trauen. Man darf nicht vergessen, Cas spielt große VEnues und erreicht auch die (früher nannte man sie) BRAVO-Klientel.
Und endet dann mit Flackern, flimmern – inklusive Noise-Attacke und Gebrüll.
GROßARTIG!!!

1. Kendrick Lamar – To pimp a butterfly
Gleich mit dem ersten Song packt er mich. George Clinton Gedächntnis-Bass und geile Raps. Dass dieser Mann wie kein anderer im Game die Sprache beherrscht und lyrisch auf einer anderen Ebene spielt, ist bekannt. Dieses Album versprüht Aufbruch, Hass, Freude, Kritik und so viel mehr mit den geilsten Instrumentals die man sich ausdenken kann. Selbst die „Kleinen“ klingen nach abstrakten Arien und wer einmal den Flow-Ritt FOR FREE? Überlebt hat, muss erstmal seine Synapsen neu durchpusten. Ein Song der beinahe untergeht, aber mit seinem Free-Jazz bei mir genau richtig landet. Ein Hexenritt, ein Ungetüm – ein Meisterwerk!
05.12.2019 | 00:23 » Moderation benachrichtigen
Crackermann hat gerufen. Da bin ich ... mal flugs ;) Hier sodann mal meine 10. Ganz auf die Schnelle. Keine Reihenfolge, einfach alles gute Musik:

Kummer . kiox
... kommt arg früh. läuft aber gerade hoch und runter. so einfach ist das!
The Hirsch Effekt . holon : anamnesis
... erst gestern wieder gehört. laut!!!! fesselnd! damals wie heute!
Zeal & Ardor . devil is fine
... krude mischung, die mich einfach abholt.
Show Me A Dinosaur . st
... ziemlich famose mischung aus postrock und irgendwas mit black. oder!?
Zinnschauer . hunger : stille
... ich mag den typen. und seine musik erst recht (@AERPEL: so du das denn möglicherweise liest. ich hab letztens mit ihm gesprochen und ihn NATÜRLICH direkt auf zinnschauer angesprochen. er will demnächst ein neues album schreiben. freu dich! ;))
Sumac . the deal
... schlagzeug so: datutuutuummemmezztmmskjafhjkdhfkdsjf! tiefstes tonwerk! fetzt!
Kayo Dot . coyote
... jazzy angehauchtes was auch immmer. kann ich immmer wieder hören. es will einfach nicht langweilig werden.
Puscifer . money shot
... mjk halt. bisschen elektronisch, bisschen alternative rock ... hhmmm ... läuft!
Käptn Peng & Die Tentakel Von Delphi . expedition ins o
... einfach großartig. nachdem ich die jungs live gesehen hab direkt noch mehr verliebt.
Amenra . mass vi
... das haut mich einfach jedes mal um. wer das noch nicht live erlebt hat, sollte das nachholen.
05.12.2019 | 07:52 » Moderation benachrichtigen
Zur Vollständigkeit...

Spanish Love Songs „Schmaltz“
Erst wieder vor paar Tagen (nach einer etwas längeren Pause) aufgelegt und sofort war die Begeisterung und die Gänsehaut wieder da. Einfach nur unglaublich mitreißend und unfassbar gut. Aber an sich habe ich irgendwann hier schon mal was zur Band und Album geschrieben, was ich so auch wieder unterschreiben würde.
Die tollen Erinnerungen ans grandioses Konzert in Darmstadt sind nur noch zusätzlich unterstützend bei der Schwelgerei.

Baroness „Gold & Grey“
Nun ja, ich weiß, der Sound und dann auch noch aus diesem Jahr...
Mich stört der Sound nicht im Geringsten und ich bin mir einfach sehr sicher, dass das Album mit der Zeit nichts von seiner Anziehungskraft verlieren wird.
Was sich unter der grauenverschleierten, grobkörnigen Soundoberfläche verbirgt ist Gold für meine Ohren. Sollte an Wortspielen genug sein.
An der Stelle (bzw. in dieser Liste) hätte auch die Purple stehen können. Für mich bis dahin die Beste, trotz der bereits damals stark kritisierten Produktion.
Eigentlich unglaublich, dass „Gold & Grey“ nochmal eine Steigerung vorzuweisen hat.

Brand New “Science Fiction”
Über das Album und was außerhalb der Musik so geschah wurde hier bereits ausführlich diskutiert. Für mich persönlich gehört das Album dennoch in die Top 10 der letzten 10 Jahre. Punkt!

The War On Drugs “Lost In The Dream”
Spreengsteen-Dylan-80er-Tiefentauchen. Das Folgealbum verliert nur knapp, aber wie bei Baroness wollte ich nicht zwei Album derselben Band hier aufführen.
Das Album funktioniert bei Helligkeit, wie auch Dunkelheit, unterwegs oder zuhause, unter der Decke, unter dem freien Himmel, an die Decke oder auf den Boden starrend. Ach egal, einfach überall und immer. Sogar jetzt beim Schreiben bekomme ich das Verlangen…

Fjort “Kontakt”
Die dritte Band, bei der ich mich entscheiden musste, welches Album hier denn nun soll. Da es mein erster (ACHTUNG! :)) Kontakt mit der Band war...
Trotz des durchaus brachialen Sounds kommen „Gesang“/Texte ausgezeichnet zur Geltung. Ohne die Ohren zu spitzen ist jedes Wort so deutlich wie eindringlich zu vernehmen. Passiert zu selten bei Bands, denen das Etikett (Post-)Hardcore anhaftet, dass man die Texte, ohne das Booklet in die Hand zu nehmen, auch gleich versteht. Ich denke, dass es bei mir den Unterschied ausmacht, denn der instrumentaler Teil spricht mich schon oft bei ähnlich gelager-ten Bands an und bei Fjort sogar sehr.

The National “High Violet”
Spreengsteen-Dylan-80er-Tiefentauchen. Das Folgealbum verliert nur knapp, aber wie bei Baroness, Fjort und The War On Drugs wollte ich nicht zwei Album derselben Band hier aufführen.
Das Album funktioniert bei Helligkeit, wie auch Dunkelheit, unterwegs oder zuhause, unter der Decke, unter dem freien Himmel, an die Decke oder auf den Boden starrend. Ach egal, einfach überall und immer. Sogar jetzt beim Schreiben bekomme ich das Verlangen...
The National sind inzwischen The National bleiben The National und machen eben ein The National Album, ein sehr nobles hochglanz Indie(?)-Album in Perfektion.

Ben Howard “Forget Where We Were”
Spreengsteen-Dylan-80er-Tiefentauchen (ähm, oder auch Rauschen). Das Folgealbum verliert nur knapp, aber wie bei Baroness wollte ich nicht zwei Album derselben Band hier aufführen.
Das Album funktioniert bei Helligkeit, wie auch Dunkelheit, unterwegs oder zuhause, unter der Decke, unter dem freien Himmel, an die Decke oder auf den Boden starrend. Ach egal, ein-fach überall und immer. Sogar jetzt beim Schreiben bekomme ich das Verlangen…


Pianos Become The Teeth “Keep You”
Ihr wisst schon...
Auch hier herrscht ein außergewöhnlicher Sog, zuerst einladend und schließlich gefangennehmend.

Press Club “Late Teens”
Zweiter Kandidat aus diesem Jahr. Wie bei Spanish Love Songs, stimmt auch hier so ziemlich alles, die Melodien, die Energie und natürlich die Stimme. Ein Wirbelwild von einer Frontfrau und einem Album. Ich kann nicht anders, als das Album hier zu platzieren und gehe das Risiko ein, es könnte mit den Jahren doch etwas an Boden verlieren.

The Gaslight Anthem “American Slang”
Nein, das Album hat sich nicht aus Versehen in dieser Liste verirrt. Es ist das Album mit dem größten persönlichen Bezug. Um die Veröffentlichung waren wir in freudiger Erwartung. Schwangerschaft. Die Geburt unseres Sohns stand bevor. Dazu kam die letzte Tour der Band, die mich noch begeisterte, mit einem tollen Konzert in Dresden. Das Album lief auch immer noch in Dauerschleife, als wir schließlich zu dritt waren. Rein objektiv sicherlich ein immer noch sehr gutes Album, das allerdings vermutlich hier nicht stehen würde, hätte es mich nicht in den wichtigsten Monaten meines Lebens begleitet.


Tja, mir fehlen einfach noch paar freie Plätze. Ich hätte gerne noch die Deftones (vermutlich Diamond Eyes), die Queens (... Like Clockwork), Bon Iver ( mit Bon Iver, weil noch so ein Tiefentaucher), Quickstand (auch wegen dem schönsten Cover, aber nicht nur) und einige weitere aufgeführt, aber wie der Tag nur 24 Stunden hat, endet die Liste bei der Nr. 10..
06.12.2019 | 11:37 » Moderation benachrichtigen
Modern Life is War - Fever Hunting 2013
Kann ja mal wieder nur ein Ofsi-Tipp gewesen sein. Ich kannte die Band nicht und schon bevor ich die Platte zu Ende gehört hatte, hatte ich eine Herzensband mehr. Das ist so ein Album, da sagt das Intro noch nichts aus und trotzdem weiß man, Fuck, das wird so gut! Wenn dann mit "Health, Wealth & Peace" auch gleich ein wütendes Stück Melancholie aus den Boxen dröhnt, was Wort für Wort nur für mich allein geschrieben sein könnte, ja, dann geht mir einfach mein kleines Herz auf. Seitdem verpasse ich keine Chance, mich in erste Reihen zu prügeln um ein SCRAPE AND CRAWL in ein Mikro zu brüllen.

Iron Chic - Not like this 2010
Was habe ich eigentlich all die Jahre ohne diese Band gemacht? Und ich bin sogar erst zur zweiten Platte eingestiegen und direkt schockverliebt. Es gibt fast keine Zeile auf dieser Platte, die nicht zitierfähig ist, die man nicht mit Faust in der Luft in Richtung einer Bühne mitsingen möchte, bei der einem nicht eine Mischung aus Nihilismus, Melancholie und Hoffnung ins Gesicht springt, ohne einem auf die Nerven zu gehen. Ja Mann, ich liebe Iron Chic :bow:

Fjort - D'accord 2014
"Heißt das, dass das nichts ist?
Heißt das, dass Du nichts bist?
Heißt das, dass ich nichts bin?"

Wie kann man denn so eine Platte anfangen, mit so viel wütender Traurigkeit. Vor allem gut natürlich, wenn man, so wie ich, ein Mensch ist, der selbst oft wütend und traurig ist, gerade in der Zeit, als diese Platte veröffentlich wurde. Sie trifft jede Emotion ganz zielsicher. Und wie geil ist das bitte musikalisch? Schnaiserkitt haut voll ins Fressbrett, ohne dabei große, ruhige Momente auszulassen, die man vorher nicht erwaretet hat. Ich hab mich damals festgelegt und ich wiederhole mich gerne: Wenn man Musik ficken könnte, mit D'Accord würde ich anfangen.

Kraftklub - Mit K 2012
Schon bei den ersten Tönen ist klar, ich bin weder die Zielgruppe noch wird mich das lange begeistern. Mit beidem habe ich Recht behalten. Die Band gibt mir heute nichts mehr außer einem guten Gefühl, dass sie eine positive Message verbreiten und das auf riesigen Bühnen. Das ist gut, wichtig und super.
Und so ist Mit K auch. Ich mag nicht die Zielgruppe sein, aber irgendwie doch, denn ob die meisten, die "Ich will nicht nach Berlin" abfeiern, die vielen Seitenhiebe und Fingerzeige und Zitate erkennen wage ich dann doch mal zu bezweifeln. Und genau da liegt der Reiz bei dieser Platte. Musikalisch nix neues, aber tanzbar und macht Bock, alles mitsingbar, alles hat Hand und Fuß, die Texte sind zum Großteil richtig klasse und witzig sind sie auch noch. Mit K bleibt in der Rotation, klare Sache!

Deftones - Diamond Eyes 2010
Ach die Deftones machen noch Musik? Erzähl's jemanden, den's interessiert. Halt Moment. DAS ist die neue Deftones? Wo sich andere Bands aus der Blütezeit eines Genres, zu dem sie nie gehörten, selbst parodieren und in der Belanglosigkeit verschwinden, machen die Deftones weiterhin das, was sie am besten können. Mal mehr und mal weniger gut, aber auf Diamond Eyes verdammt gut. Alles, was ich an den Deftones mag finde ich hier. Fette, düstere, eingängige Riffs, Chino schreit Lyrics, die ich nicht kapiere, die oftmals aber in eingängigen Refrains enden, wie auch immer er das immer hinbekommt. Dazwischen mal ein Ding wie "Beauty School", das ich wohl einfach nur "schön" nennen möchte, im Sinne des Deftones-Universums. Beim ersten hören hat Diamond Eyes mich dermaßen weggeballert, und das, obwohl ich sie schon lange nicht mehr auf der Rechnung hatte. Böser Fehler.

Cro - Raop 2012
Mir egal, ob ihr mich dafür auslacht. Als ich 2013 einen Krankenhausmarathon angetreten habe hat mir meine Schwester diese Platte mitgebracht. Ich weiß nicht, wie oft ich sie in den Tagen gehört habe. Es ist nicht jeder Schuss ein Treffer und genau wie bei Mit K bin ich hier mindestens 10 Jahre an der Zielgruppe vorbei, aber diese Leichtigkeit, mit der auf dieser Platte Feelgood-Beats und zum Teil selbstironische Mitsingreime geboten werden ist unerreicht, auch von ihm selbst. Und bei "Genauso" werde ich dann emotional, weil meine Schwester mir ja die Platte mitgebracht hat.
"Ich bin genauso wie du,
Denn du bist irgendwie anders
Ganz normal doch nicht Standard
Und nein, ich brauch keinen Ruhm
Denn am liebsten bin ich ich, genauso wie du"

Crusades - This is a sickness (and sickness will end) 2017
Die meisten können sich darauf einigen, dass die Vorgänger besser sind. Ich bin aber erst mit dieser Platte eingestiegen, daher ist das meine Nummer eins. Wieder so eine Platte, wo die ersten 10 Sekunden reichen um zu sagen, ja, das is mein Ding, das wird was, egal, wie das jetzt weiter geht.
Ich verstehe jeden Kritikpunkt im Gegensatz zu den Vorgängern, nur dass ich diese Kritikpunkte sehr gerne mag. Melodisch, düster, ein bisschen Post, ganz viel Punk, nicht die stärksten Sänger aber ich könnte mir nichts anderes dazu vorstellen.
Blöd halt, dass sie sich 2018 gleich mal aufgelöst haben. Macht Spaß, Bands zu entdecken :yikes:

The Menzingers - On the impossible past 2012
Ich bin ja großer Fan der Chamberlain und habe diese in letzter Zeit viel öfter gehört. Trotzdem kommt man nicht drumherum: On the impossible past ist ihr Höhepunkt. Das ist so eine Platte, die schreibst du kein zweites Mal in deinem Leben. Ein Klassiker folgt dem anderen. Ich hab damals gesagt, die Menzingers sind die besseren Gaslight Anthem geworden. Nun ist hier wesentlich mehr Punk drin, aber für mich sind die Einflüsse deutlich zu hören vor allem bei Gesang und Text. Ein Album, das mich im Nachhinein wahnsinnig emotional macht und dass ich heute nur noch selten höre, aber trotzdem oder deswegen ein Album für die Ewigkeit, schon jetzt.



An diesem Punkt hatte ich noch Thrice-Beggars und Long Distance Calling - Avoid the light. Blöderweise sind die von 2009. Ehrlich gesagt habe ich nicht das Luxusproblem, dass ich so viel Musik höre dass ich noch 74 weiter Platten aufzählen könnte, die mich die letzten 9 Jahre wirklich bewegt haben. Klar fallen mir noch genügend Alben ein, die ich gerne und viel höre, aber die ich einfach nicht in der selben Liste nennen kann wie ein D'Accord oder ein Not like this. Darum belasse ich es bei 8, falls mir noch siedendheiß was einfällt dann hole ich das nach :)
06.12.2019 | 17:51 » Moderation benachrichtigen
[Kann das bitte jemand löschen? Danke.]
07.12.2019 | 20:30 » Moderation benachrichtigen
ohne bestimmte Reihenfolge:


Nick Cave and the Bad Seeds - Push the Sky Away

Ist hier eigentlich alles schon dazu gesagt worden. Dieses ätherische in Verbindung mit Nick Caves Stimme un den Texten - Wahnsinn.


Leonard Cohen - You want it darker

Sehr gute Texte, sehr auf den Punkt gebracht. Leonard Cohens großes Abschiedswerk über den (eigenen) Tod. Auch der etwas sperrigere Sound als öfters bei Cohen üblich gefällt mir. Je länger man das Album hört, desto offenbart sich einem immer mehr wie düster es eigentlich ist.


Chelsea Wolfe - Pain is Beauty


Chelsea Wolfe - Abyss

Kann mich zwischen den beiden nicht entscheiden. Selten solche perfekte Alben wie diese beiden abwechslungsreichen Großwerke von Chelsea Wolfe gehört.


Crippled Black Phoenix - I, Vigilante

Mein Lieblingsalbum (bzw. EP) von einer meiner absoluten Lieblingsbands. Tolle Endzeitballaden.


65DaysofStatic- Wild Light

Ein sehr gelungenes Elektro/Postrock Album der sheffielder Band. Über die genialen ersten Alben würde ich es nicht ansetzten aber für diese Liste hat es gereicht.


Caspian - Dust and Disquiet

Das beste Caspian Album in diesem Jahrzenht. Eine Postrockplatte, die mich ganz abholt.


Trail of Dead - Tao of the Dead

Ich wundere mich ein bisschen, dass diese Band hier bisher gar nicht aufgetaucht ist. Sie bieten einen durchaus kreativen, konstant hochwertigen Output. Von ihren Platten in diesem Jahrzehnt ist diese meine liebste.


Marriages - Salome

Selten so einen perfekten Shoegaze/Postpunk Song wie z.b. Skin gehört. Das Album hatte zwar gute Kritiken ist aber nicht als Meisterwerk gefeiert worden, mich holt es mit dieser Mischung aus Postrock, Shoegaze und Postpunk total ab.


Oathbreaker - Eros Anteros

Ich kann selbst nicht so richtig erklären warum dieses Album mir so dermaßen gefällt. Der Sound ist für mich perfekt getroffen. Rheia ist ein mindestens sehr gutes Album, man kann leicht argumentieren, dass es das kreativere ist aber irgendwie ist es dann doch Eros Anteros, das mein Lieblingsalbum von denen ist.


Converge - The Dust in Us

Von den beiden Großtaten von Converge in diesem Jahrzehnt habe ich mich für dieses Album entschieden. Sehr abwechslungsreich und durchgehend auf sehr hohem Niveau. Am besten verweise ich auf Powdis Kritik.

honorable Mentions:

Künstler, die nicht in der Liste oben auftauchen, mit mindestens zwei sehr guten Alben: Steven Wilson, Deafheaven, Riverside, Amenra, Mark Lanegan, Jambinai, Amplifier, Russian Circles, Anna von Hausswolff

als honorable Mentions würde ich noch gerne diese vier Alben erwähnen: Porcupine Tree - Incident, My Sleeping Karma - Moksha, Cataya - Sukzession, Regina Spektor - Remember Us To Life

Zuletzt geändert von Nathanael_x 07.12.2019 22:14

09.12.2019 | 14:54 » Moderation benachrichtigen
air formation - near miss (2018)

wahrscheinlich meine liebsten shoegazer. besonders matt bartrams gesang bietet sehr gut gepolsterte schuhe, auf die ich hier starre - anziehen, wohlfühlen. die rhythmusfraktion sorgt dafür, den steinigen, manchmal rumpeligen, manchmal scherbigen untergrund nicht zu vergessen, die gitarren und flächigen keys verleiten dagegen immer wieder, den blick zu heben und weit hinaus zu schauen. das ganze sorgfältigst arrangiert, oft episch ausformuliert mit an postrock angelehnten strukturen, und hin und wieder bricht auch alles zusammen in ausufernden feedback-orgien. einfach perfekt, die band war von beginn an gesetzt - einzig die wahl für dieses spezielle album fiel äußerst knapp aus.

arbouretum - song of the rose (2017)

kam etwas überraschend für mich, da ich zuvor bei den wenigen kontakten mit der band keinen wirklichen zugang gefunden hatte. aber hier werden räume geöffnet, landschaften weiten sich, reisefieber packt einen, man möchte mit den möwen um ferne küsten streifen … okay, ich komm wieder runter, aber so was halt.

the black angels - death song (2017)

auf den vorangegangenen alben doch immer wieder enttäuschend im vergleich zum grandiosen debut, also war die erwartungshaltung bei diesem auch eher gering. aber schon mit den ersten tönen von currency wurde klar, dass ihnen hier wieder etwas großartiges gelungen war. der spirit ist zurück, die mischung aus drive und abseitiger psychedelik ist sogar noch ausgewogener als auf passover, und wirklich jedes stück ist für sich genommen ein verdammter hit.

ceremony - rocket fire (2010)

die muss hier einfach rein, auch wenn ich sie selber nicht mehr oft auflege. aber wenn ich daran zurückdenke, wie sie mich damals umgeblasen hat, wie sie meine sucht nach derartigem melodischen noise mit angedunkelter postpunk-note neu entfachte, wie ich sie (im wechsel mit aptbs) wochenlang nicht laut genug hören konnte, ist klar, dass sie eine der wichtigsten und liebsten platten in meiner sammlung ist.

the cherry wave - shimaru (2017)

war ein harter kampf mit avalancher, weil die hat blissbomb. allerdings kommt da dann auch lange nix weiteres dran. shimaru also - hier ist fast jedes stück nah an dieser lofi-noise perfektion. wirklich - so perfekt muss man eine beschissene produktion erstmal hinbekommen. trotzdem sitzt nämlich jeder ton an der richtigen stelle, der im krach oft untergehende gesang zaubert dann doch wieder eine dieser kleinen fesselnden melodien in den vordergrund, natürlich gerne mit viel hall, als wär das nicht der kleine proberaum, sondern ein ziemlich großer saal. und danach schießen wieder feedbackgetränkte, fuzzy gitarren quer und quietschen sich durch an sich mitreißende riffs. hat man zu diesem chaotischen gewitter einmal den zugang, kann man nicht mehr genug bekommen, und die ohrwürmer purzeln in den tagen nach dem hören ebenso durcheinander durch's hirn, dass es einfach eine euphorische freude ist.

charlie cunningham - lines (2017)

schon nach den ersten ep's hatte ich das glück, diesen äußerst sympathischen, sehr bescheidenen, jungen mann live zu erleben. mit seinem ersten langspieler hat er mich dann vollends überzeugt: er ist der bester gegenwärtige singer/songwriter! unglaublich talentiert, was songwriting und arrangements angeht, ein unerschöpflicher einfallsreichtum an wunderschönen melodien mit oft sehr ungewöhnlichen bögen, ein sehr filigranes und nicht nur durch die sorgsam dosierten spanischen einflüsse einzigartig virtuoses gitarrenspiel, dazu sehr reflektierte, persönliche texte, vorgetragen mit einer echt schönen stimme und leicht britischem akzent, die seine angenehme persönlichkeit auch perfekt transportiert, ohne jede anbiederung oder aufdringlichkeit, was bei so naher musik ja meist die stolperfalle nummer eins ist. rundum perfektes gesamtpaket einfach!

esben and the witch - wash the sins not only the face (2013)

zuvor hatte ich mich schon in die violet cries verliebt. diese geisterstimmung, dieser hex-gesang, diese oft anderweltigen töne und effekte – selten ist musik derart in der lage mich in fremdartige welten zu versetzen, und da ich großer fan von grusel aller art bin, komme ich gerne immer wieder in diese uralten, endlosen, knorrigen wälder um nach dem hexenhaus zu suchen. im unterschied zum debut ist hier die hitdichte größer, die ursprünglichen trademarks werden aber weiter kultiviert. auf späteren alben wurden diese dann leider immer weiter zurückgedrängt, für mich wurden sie dadurch eine band unter vielen in dem großen post-wasauchimmer-kosmos. aber die ersten alben gehen immer, besonders auch bei dem gegenwärtig trostlosen wetter.

jeniferever - silesia (2011)

hier reichen wenige worte: meine lieblingsband aus der post-cure/post-slowdive ära (sieht man von dem irgendwie dämlichen bandnamen ab). himmelstürmende schönheit, meist episch ausformuliert, fast immer! leider ist seit diesem album ja auch schon wieder post-jeniferever ära, und niemand weiß …

midlake - the courage of others (2010)

für mich vielleicht die größte überraschung, dieses album tatsächlich in so prominenter umgebung wiederzufinden. aber wenn jemand die zivilisation flüchtet, um sich allein auf sich und besonders auf die natur zu besinnen, und dabei so wunderschöne lieder schreibt, hat er sich das verdient. denn viele dieser lieder transportieren genau das gefühl der ehrfurcht vor der unermesslichen schönheit und dem unerschöpflichen reichtum der natur, das in meinem leben eines der wichtigsten ist. gleichzeitig bleibt aber das filigrane und verletzliche nicht unerwähnt, und der fortschreitenden zerstörung durch den menschen wird mit tiefem bedauern gedacht. auf viele menschen wirkt die musik dann sehr traurig und niederdrückend, bei mir macht sich eher eine tiefe ruhe und nachdenklichkeit breit, gepaart mit der sehnsucht nach eben dieser weiten, unberührten natur.

mimicking birds - layers of us (2018)

in einem der ersten kurzurlaube mit meiner jetzigen (und hoffent-/wahrscheinlich endgültigen) freundin an der see stehe ich früh morgens in der dämmerung auf, um im meer zu baden. zurück in dem kleinen aber feinen garten des ferienhauses (meiner schwiegerstiefoma) lege ich dieses psychedelische meisterwerk auf und erlebe zusammen mit den in perfekter ergänzung singenden vögeln einen dieser seltenen momente, in denen man musik vollkommen versteht und durchlebt. ein rundherum erhebendes erleben von kurzer harmonie von allem mit allem. der stellenwert des albums ist damit langfristig gesichert. nebenbei wundert mich übrigens, dass noch niemand the mercury rev als referenz erwähnt hat.

monster movie - keep the voices distant (2017)

hierauf hab ich noch vor kurzem (und bestimmt auch zum wiederholten mal) meine lobestiraden losgelassen. wen interessiert, wie sehr und warum ich dieses album liebe, lese nach …

nothing - guilty of everything (2014)

tja, lange wackelkandidat, aber irgendwie doch ein muss. generell, weil das album eine sehr zentrale stellung in der letzten gazer-welle einnimmt, und auch persönlich, weil es eine bestimmte der vielen richtungen im shoegaze einfach perfekt ausformuliert. wackelkandidat deshalb, weil es vielleicht doch zu perfekt, trotz aller disharmonien zu glatt, der gesang vielleicht zu zuckrig-seicht ist? aber wer (zusätzlich zu dem oben gesagten) solche melodien, solche arrangements und solche krachpassagen schreibt, hat es einfach verdient.
14.12.2019 | 22:04 » Moderation benachrichtigen
jeniferever - silesia (2011)

nothing - guilty of everything (2014)etienoir, 09.12.2019 14:54 #


die beiden hab ich auch. silesia hat mir immer gut gefallen, wurde aber schon länger nicht mehr gehört. werde ich dann gelegentlich mal ändern. bei nothing hat sich herausgestellt das es nicht so ganz mein ding ist, ist mir irgendwie zu nölig..

ansonsten sind mir aus deiner liste arbouretum und, natürlich, die black angels bekannt. von ersteren habe ich the gathering hier stehen und obwohl ich sie damals ziemlich geschätzt habe kann ich mir deren sound kaum mehr anhören. mit death song haben sich black angels für den moment von mir verabschiedet. ich habe mir das album einige male angehört, aber das funktioniert nicht.
17.12.2019 | 16:32 » Moderation benachrichtigen
Also das war ganz schön schwer! Aus 10 Jahren nur zehn Lieblingsplatten herauszusuchen.
Ich habe mich dann mehr oder weniger nur auf den Visions-Kosmos beschränkt. Hier also in loser Reihenfolge ohne Ranking:
Torche - Harmonicraft
Was für ein Brett von Platte. Läßt mich immer ähnlich zurück wie ein Russian-Circles-Konzert. Vollkommen fertig.
Yo La Tengo – Fade
Eine Platte wie eine warme Sommerbriese bei offenem Cabrio.
Spanish Love Songs – Schmaltz
Meine absolute Lieblings-Punk-Emo-wasauchimmer-Platte der Zehnerjahre. Und Live machen die Songs noch mehr Spass.
Biffy Clyro – Ellipsis
Für mich neben der Only Revolutions die beste Platte der Band. War im Sommer 2016 mein ständiger musikalischer Begleiter im Auto.
Japandroids – Celebration Rock
Fängt mit Feuerwerk an und hört auch damit auf. Dazwischen acht Songs aus Gewitter und Feuerwerk. Nur Hits!!!!!!!!! Und Live ist die Band auch ein absolutes Brett.
Smith Street Band – Throw Me In The River
Eine phantastische Platte. Schade das die Entwicklung Will Wagners dazu führt daß man sie nur noch mit „geschmäckle“ hören kann.
Frightened Rabbit – Pedestrian Verse
Wir hatten doch vor ein paar Jahren einmal hier im Forum die Listen unserer All-Time-Faves erstellt.
Diese Platte würde jetzt im nachhinein alles aus dieser Liste rauskicken. IndieFolk at it’s best.
Und eine Stimme zum Niederknien. R.i.P. Scott Hutchison
John K. Samson – Provincial
Die beste Weakerthans Platte der Zehnerjahre.:bigsmile:
Bon Iver – Bon Iver, Bon Iver
Was soll man zu einer Platte schreiben die einfach nur schön ist, Punkt.
Die in Rillen gepresste Erhabenheit, vielleicht.
The National – High Violet
Mein Einstieg in die Welt von The National. Mitgerissen von der Atmosphäre die diese Platte versprüht bin ich sofort losgezogen und habe alles was ich von der Band bekommen konnte nachgekauft. Alligator ist schon für die Liste der Nullerjahre gesetzt.
22.12.2019 | 03:41 » Moderation benachrichtigen
Ohne Reihenfolge, das Ganze. War eh schon schwer genug, es auf 10 VÖ einzudampfen und ich möchte gar nicht erst an die ganzen Alben denken, die es an anderen Tagen eventuell auch in die Top 10 hätten schaffen können.

Tove Lo - Queen Of The Clouds
Beginnen wir mal mit einem großen 'Scheiß drauf!'. Anstatt mich zwischen 10-15 Alben aus dem alternativen Genres für den letzten freien Platz entscheiden zu müssen, mache ich es mir einfach und wähle zuckersüßen (zumindest vom Sound her), massentauglichen Pop. Seit 5 Jahren konstant in der Rotation und es wird absolut nicht langweilig. Timebomb, Moments & Habits sind einfach Ohrwürmer, die meine innere 16-jährige treffsicher ansprechen.

The Menzingers - On The Impossible Past
Seit Erscheinen auf meinem MP3-Player ein treuer Begleiter, den ich gefühlt 600-mal auf diversen Bahnhöfen, in überfüllten Zügen & Bussen, im Regen, im Schnee, bei Sturm, bei Sonnenschein (brrrrr), stocknüchtern, angeheitert, völlig betrunken, völlig niedergeschlagen, total überwältigt vor Glück und in ein, zwei anderen Konstellationen gehört habe. Für mich das ultimative Album der Menzingers. Nie davor oder danach haben sie ein auch nur ansatzweise so gutes Werk abgeliefert.

Banner Pilot - Souvenir
Wenn ich eine Friede-Freude-Eierkuchen-Sonnenschein-Gute-Laune-Platte haben sollte, dann ist es diese hier. In knapp 40 Minuten kniedeln die Herren hier eine verdammte Hymne nach der anderen runter, so dass mir stellenweise gar nicht anderes übrig bleibt als mit dem Fuß zu wippen.
Das ist schlicht und ergreifend Pop-Punk-Perfektion! Es ist mir völlig unerklärlich, dass ein Song wie z.B. Hold Fast nicht schon in mehreren Staaten die offizielle Nationalhymne ist.

Grand Griffon - Mattachine
"Reiss' weiter Seiten aus den Büchern, schreib sie um!!!"
Ein Album, das ich gerade während meiner Pendlerphase so oft gehört habe, dass ich mir schon Gedanken über Entwürfe für ein potentielles Siste Linjer-Musikvideo machte. Absolutes Herzalbum, zwar ein bißchen räudig, aber wunderschön. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich jemals mit einem Liedtext mehr identifizieren kann, als damals mit den Zeilen aus Halbe Portion.

Thrice - Major/Minor
Vheissu fand ich bei Erscheinen absolut großartig und es ist auch bis heute mit Abstand mein Lieblingsalbum von Thrice. Aber nach dem Album hatte ich die Band etwas aus den Augen verloren.
Alchemy Index und Beggars zogen ungehört an mir vorbei, bis ich anlässlich der Major/Minor wieder zur Band fand und mich diesmal so richtig verliebte. Ein Album gespickt mit tight produzierten Rocksongs und mit Anthology einem meiner absoluten Lieblingslieder von Thrice.

Arcane Roots - Blood & Chemistry
Ganz ruhig und gemächlich geht es los, zärtlich tasten sich die ersten Töne in den Gehörgang, bis dann auf einmal das Chaos ausbricht. Es dauert etwas, bis sich Instrumente und Ohren sortiert haben, doch dann erkennt man, wie gekonnt hier musikalische Virtuosität, ordentliche Härte und Pop-Appeal gepaart werden.
Hinzu kommt, dass man mit Andrew Groves einen sackstarken Sänger an Bord hat, der der gesamten musikalischen Bandbreite mit seiner Stimme zwischen Schreierei und Falsetto mühelos folgen kann. Ein Album, dass ich jedem Fan der Gitarrenmusik mit vorhandenem Sinn für Poppiges schwerstens ans Herz legen möchte.

Karnivool - Asymmetry
Gibt wenig, was ich dem Kanon zu diesem Album noch hinzufügen könnte, ausser meinem persönlichen Bezug. Für mich nämlich insofern ein Schlüsselalbum, dass ich zum ersten mal so richtig registriert habe, was für ein geiles Instrument das Schlagzeug ist.
Vorher gehörte ich der Schlagzeuger-muss-es-halt-auch-geben-Fraktion an, aber seitdem ich das erste Mal The Refusal gehört habe, bin ich bekehrt. Steve Judd hat mich zum Jünger der Felltrommeln und Blechbecken gemacht. Voller Bewunderung schaue ich mir Live-Drum-Cams von Karnivool-Konzerten an und stelle mir vor, wie geil es wäre, wenigstens 10% dieses Talents zu haben.
For the record: Der Rest der Band ist auch einigermaßen passabel...

Sed Non Satiata - Mappo
Eine Band, die ich unheimlich gerne mag und der ich wünschen würde, dass viel mehr Menschen ihre Lieder kennen würden. Französische Melancholie aus der sporadisch die Wut/Verzweiflung hervorbricht, vorgetragen von der schönsten "Schreistimme", die ich kenne.
Hatte man auf den vorherigen Veröffentlichungen grandiose 7-Minuten-Epen mit luftigem Post-Rock gepaart, war auf diesem Album alles ein bißchen kompakter, homogener, greifabarer. Eine absolute Schande, dass es diese Band nicht mehr gibt.

Pianos Become The Teeth - Wait For Love
Hier zitiere ich mich einfach mal selbst:
Die Rhythmussektion ist einfach so verfickt gut, dass man gar nicht auf den Gedanken kommt, Herrn Durfey zu fragen, ob er mal in einer anderen Tonlage singen möchte. Warum auch? Hier möchte man Trommelfell und Gitarren-/Bassseite sein, hautnah erleben, wie die auf den ersten Blick unspektakulären Songs, die sich mit jedem Abspielen deutlicher als hartnäckige Ohrwürmer entpuppen, entwickelt werden.
PBTT schreiben große Hymnen auf eine Art und Weise, die nahe legt, dass sie darauf angesprochen abstreiten würden, jemals Lieder komponiert zu haben. Man fährt am Refrain vorbei und denkt "Hier fehlt mindestens eine Hand und ein Fuß!" und wenn man in den Rückspiegel schaut, macht er auf dem Mittelstreifen den Hampelmann. Wunderschön!

Captain Planet - Treibeis
Manchmal denke ich, das klingt alles gleich. Das muss doch für jeden Außenstehenden alles total identisch klingen.
Dann beginnt die Musik zu wirken und ich weiß, ah ja, hier sind wir... und hier bin ich.

Liedtitel merken und zuordnen? Das fällt mir schwer. Meistens höre ich ihre Alben, wenn ich unterwegs bin. Ob zur Arbeit, auf der Flucht vor mir selbst, oder auf der Suche nach mir selbst, diese Band ist immer dabei. Hat mich geprägt, mit ihrer auf den ersten Blick unspektakulären, beständigen Art. Ich kann die schrammeligen Gitarrenmelodien intuitiv im Voraus summen.
Wieso sollte ich mir Liedtitel merken, wenn es sich so anfühlt als wären die Lieder ein Teil von mir?

Es ist möglich dass ich vieles falsch verstanden habe, möglicherweise alles. Egal! Ich habe keine Gebrauchsanweisung und möchte auch keine. Das hier ist alles zwischen mir und den Liedern. Ich bin mir sicher, wir reiten zusammen in den Sonnenuntergang...
26.12.2019 | 22:39 » Moderation benachrichtigen
Honourable Mentions:

Pascow - Jade (2019)
Von Wegen Lisbeth - Grande (2016)
M83 - Hurry Up, We're Dreaming (2011)
Beach Slang - The Things We Do To Find People Who Feel Like Us (2015)
Schreng Schreng & La La - Echtholzstandby (2016)

10. Adolar - Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre (2010)
"Entschuldigung, hättest du vielleicht eine halbe Stunde Zeit für mich?"
Was Tom Mischok sich da in "Mitnehmerrippe" aus beliebigen SMS-Nachrichten zusammenklaubt ist Dada mit Bedeutung. Eine ziemlich einzigartige Band zwischen Escapado, Love A und Hirsch Effekt.
Hier hätte im Grunde jedes (der leider nur drei) Alben stehen können, auf diesem Tonträger funktionieren die Songs am ehsten auch für sich ohne Beiwerk. Man höre nur "Weltsehen" und sei nicht berührt. Unmöglich.

9. Bastille - Bad Blood (2013)
"Look who's digging their own grave / that is what they all say / you'll drink yourself to death."
Vielleicht habe ich ein bisschen schlechtes Gewissen, hier den "falschen" Dan Smith in die Liste zu packen, aber...nö. Die Listener-Platte ist fantastisch, funktioniert aber nur in speziellen Momenten. Die hier funktioniert immer irgendwie. Das ist jetzt sicher keine weltbewegende, tiefgehende Musik (mein jugendliches Ich schreit "Doch!"), aber ein Album voller Popsongs die immer irgendwie die Stimmung heben, motivieren. Wenn wir mal was mit Songs der Dekade machen gehört mindestens "Laura Palmer" da rein, sorry.

8. The Hotelier - It Never Goes Out (2011)
"And we thought we'd live forever / until the night when it got way too serious / and you showed me your damaged wrists / and you broke down and we embraced / and nothing at that time meant more to me."
Diese Zeile bricht jedes verdammte mal mein Herz, weil ich das genauso erlebt habe.
Was das Album aber auch kann: Kraft aus diesen Momenten ziehen. Nicht aufgeben.
"If there's one thing in your life that you'll never forget / It's that we're dead in our future but we're not dead yet."
Und irgendwie stecke ich grad selber irgendwo in meinem Kopf fest. Und dann hört man eben Musik von Menschen, die davon singen/wissen, dass es besser wird, irgendwann.

7. La Dispute - Wildlife (2011)
"I guess that makes me sound crazy but that's alright. / Lately I feel like I might be. /
Not that I've heard any voices or anything. / Just like that everyday kind, where you forget things you shouldn't / and you think too much about death."

Eigentlich braucht man da ja nicht mehr viel zu sagen. Außer: ich war eher bisschen genervt von der "nächsten tollen Hardcore-Band" die die Visions mir da auch noch auf Plastik servierte. Aber okay, hört man halt mal rein, gab's ja gratis dazu.
Und dann hört man Songs wie "Safer in the Forest/Love Song for Poor Michigan" und denkt sich: wenn das Hardcore ist, möchte ich mehr davon hören. Bis ich begriff, dass der Teil, den ich daran am meisten mochte, an einer kleinen Vorsilbe namens "Post-" hing, habe ich in komische Sachen reingehört, aber La Dispute sind geblieben.
Nicht ihr bestes Album, aber das ist eine Geschichte für eine andere Dekade.

6. The Mountain Goats - All Eternals Deck (2011)
"Try to see if secrets burn / when you hold'em up into the light. / I remember when we loved each other day and night."
Klar, dass John hier irgendwo vertreten sein muss. Das Album klingt, wie die Verfilmung von King's Dunklem Turm hätte werden müssen. Fast jedes Lied klingt hier wie eine Episode aus Roland Deschains Abenteuern. Da geht's mal um "those goddamn vampires" (Little Sisters of Eluria) oder um Judy Garland ("Wizard and Glass"). Tatsächlich hat er aber nur Tarot-Karten vertont und ich bezweifle, dass er die Bücher kennt.
Trotzdem treffen sowohl Album als auch Oktologie den selben Nerv bei mir und haben einen riesigen Eindruck bei mir hinterlassen.

5. Dowsing - All I Could Find Was You EP (2011)
"Getting wasted with our friends / in a basement with some bands / that we don't even know / from Tennessee."
Weiterhin für mich die Band, die noch kein mittelmäßiges oder gar schlechtes Album gemacht hat. Trotzdem ist hier die Debüt-EP vertreten weil die noch den größten DIY-Spirit besitzt, den sich die Gruppe aber auch bis heute beibehalten hat. Wer diesen Indie-Emo-Spirit in Perfektion hören möchte, klicke auf obige Hörempfehlung.

4. Japandroids - Celebration Rock (2012)
"Long lit up tonight and still drinking. / Don't we have anything to live for? / Well of course we do / but until it comes true - we're drinking."
Die ganze eher gedämpfte, zynische, traurige Stimmung die sich durch den Rest der Platzierungen zieht entlädt sich hier in einem - es wurde schon erwähnt - Endorphin-Feuerwerk. Acht Songs haben die beiden für sich als go-to-number für ihre Platten auserkoren und liegen damit goldrichtig. Hier gibt's keine Filler, die halten das Level der euphorisch-trotzigen Kracher Konstant hoch, nur mit Continuous Thunder gibt's dann noch einen etwas gemächlicheren Rausschmeißer, den man aber auch braucht, nach dem man vorher diverse Körperteile beim unkoordinierten herumbouncen in Mitleidenschaft gezogen hat. Braucht's halt auch mal - Kopf aus, Musik an. Die Japandroids haben das in der letzen Dekade am besten hinbekommen.

3. Matula - Blinker (2010)
"Frag nicht nach Sonne, frag nach einem Anorak."
Captain Planet, Spaceman Spiff, Herrenmagazin...da war so viel deutschsprachiger Indie-Rock in der Verlosung - ist halt einfach mein Ding. Blinker hat gewonnen, weil es mich damals dorthin gebracht hat. Für's Forum vielleicht zu lasch, für mich die Welt. Diese Platte kann ich Zeile für Zeile mitsingen und fühle mich verstanden. Wenn alles auf diese scheiß Straßen drängt, bleibe ich lieber zuhause in meiner Schneehütte und streite mich mit Fridjof Jansen um die letzten Fische.
Oder geh Schnitzel essen in Hammerbrook.

2. The National - High Violet (2010)
"I don't wanna get over you".
Warum auch, wenn man stattdessen genauso gut dieses Album hören kann?
Ich habe mich im letzten Jahr Platte für Platte durch das Oeuvre der Band gearbeitet. Auch wenn sie bis heute kein schlechtes Album gemacht hat, stellt High Violet den Höhepunkt dar, der sich im Frühwerk immer mehr herauskristallisiert hat. Wo Boxer fast immer nur "ganz knapp dran" war und damit für mich leider auch nicht der Klassiker ist, für den es oft gehalten wird, macht High Violet das alles so viel besser. Natürlich sind da die Übersongs "Bloodbuzz Ohio" und "Terrible Love", aber man fühlt sich eben auch über die ganze Strecke von Berningers Stimme, den fuzzenden Gitarren und dem dumpfen Schlagzeug umarmt. Und natürlich ist das alles schrecklich traurig, aber eben auch auf eine Weise wohlig-warm.


1. The Strange Death Of Liberal England - Drown Your Heart Again (2010)
"I need a lighthouse to see through the dark / I need a lighthouse to lighten my heavy heart."
Die schönste Erinnerung, der erfüllendste Moment meines Lebens ist knapp neun Jahre her. Um einem gruseligen Abend mit grölenden, lauten, repektlosen Menschen in irgendeinem dänischen Bungalow auf Abifahrt zu entkommen bin ich raus zum Strand.
Bin auf einen dieser Bunker an der Nordseeküste geklettert und habe im strömenden Regen den Wind geatmet und die Lichter der ankernden Schiffe betrachtet. Ich habe mich noch nie freier als in diesem Moment gefühlt.
Diese Platte kannte ich da noch nicht, und doch ist sie der Soundtrack zu genau diesem Moment. Aus jeder Pore trieft hier maritime Melancholie, man schmeckt den Regen, man riecht das Fernweh. Man könnte dagegen halten, dass das alles sehr melodramatisch ist und hätte wohl recht. Aber sie berührt mich subjektiv einfach mit jedem Ton und ist eindeutige Platte der Dekade für mich.
Die Band hat sich nach diesem ersten richtigen Album in Luft aufgelöst und vielleicht ist das auch gut so, so steht das hier für sich.

« erste Seite | zurück | 1 - 2 - 3 | weiter | letzte Seite » | Seite 2 von 3 , 58 Ergebnisse

Home » Community » Forum » Platten » Dekaden-Charts - 2010-2019 - Listenthread