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Tool - Fear Inoculum

212 Beiträge - 10051 Aufrufe

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09.09.2019 | 12:28 » Moderation benachrichtigen
Sag ich ja, das hat bei mir auch das Gegenteil von Vorfreude verursacht. Aber es gehört halt zum Marketing der Band und hey - funktioniert hat es ja. Wie man das wertet kann jeder selbst entscheiden. Ich finds so mwoah :tongue:
09.09.2019 | 13:26 » Moderation benachrichtigen
Alter, ist ja schön dass mal wieder diskutiert wird, aber hab auch lange nicht mehr so viel Bullshit gelesen wie in diesem Thread.

Vielleicht können auch mal mehr Leute was schreiben, die nicht nur rumflamen wollen und eventuell sogar die Musik gehört habenLUNACHICK, 09.09.2019 10:36
Ich hatte mich gar zu recht viel Text für eine ca. 7/12 durchgerungen - das als "Rechtfertigung" vorab. :wink:

Ansonsten wäre etwas mehr Meinung zur Musik anstelle von den entgleisten Inhalten nett (gewesen), aber das spricht vielleicht nicht weniger Bände?
10.09.2019 | 12:11 » Moderation benachrichtigen
Der Verlauf rund um den Martin Thamer hat mich an FB erinnert. Erst stramme Diskussion fordern und wenn dann Gegenwind kommt mit blablasinnerfassendlesenblabla beleidigt das Weite suchen. Ich weiss nicht ob es vor dem Netz an Stammtischen sinnvollere Diskussionskulturen gab, aber offenbar ist es vielen Menschen nicht möglich mit offenem Visier zu debattieren.

Was das Tool-Thema betrifft: Ich habe das Album gestern von meiner Freundin geschenkt bekommen, als wir im Media Markt an der CD-Abteilung vorbeiwatschelten und ich es ungläubig erblickte (dachte eigentlich, dass es nur online und mittlerweile sowieso nicht mehr normal verkäuflich zu haben wäre). Mein "Nee, ich geb keine 80 Euro dafür aus" wurde gekontert mit "Hä? Du hast mir vorhin erst einen Mantel zum selben Preis geschenkt und wenn der abgetragen ist, fliegt der maximal in die Kleiderspende. Das Ding hier wird im Wert wohl nur steigen." Girl's got a point. Im Müll wird das Package sicherlich bei kaum einem landen nach zu langem "Gebrauch".
10.09.2019 | 12:11 » Moderation benachrichtigen
Aber auch knappe 2 Wochen nach Release und unzähligen Reviews dazu, bin ich immer noch belustigt über die Love-Hate-Polarisierungen. Man liest quasi schon im Vorwort heraus, welche Erwartungen ein Schreiber im Vorfeld hatte. Ein paar Gedanken:

Ist es das beste oder schlechteste Tool-Album?

Nichts von beidem. Es ist einfach nur ein Tool-Album. Mit allen Trademarks plus zu langem Auslatschen von Mikro-Ideen minus einem besonders involviertem Sänger. Dennoch mit einigen brillanten Momenten.

Warum versucht das Album keine neuen, zeitgemässen Sachen?

Wie genau hätte das denn aussehen sollen? EDM-Parts? Indierock für commercials? Ein Capital Bra-Feature? Bleiben wir mal realistisch. Jeder Schritt aus dem eigenen Kosmos heraus wäre maximal kritisch betrachtet und wahrscheinlich eh abgewatscht worden. Die Band spielt hier und da mit Synthies und ist um Loops herum konzipiert. Ähnlich wie das Radiohead auf TKOL probiert haben, nur machen es Tool besser.

Braucht man Tool im Jahre 2019 noch?

Spricht im Prinzip jeder länger existierenden Band ihre Daseinsberechtigung ab, sofern sie sie selbst bleibt. Ob man die Musik für sich persönlich noch braucht, ist eine andere Kiste. Dafür gibt es die Möglichkeit des Nichterwerbs. Fakt ist: Keine Band klingt wie Tool und die, die danach klingt, wird umgehend als Kopist entlarvt. Einen solchen ureigenen Sound muss man erstmal etablieren. Ihn beizubehalten ist nur sinnig.

Braucht man die überteuerte Special Edition?

Natürlich nicht. Man braucht Essen und Trinken und Sauerstoff und sonst nichts. Kunst ist Futter für den Geist, der aber auf's Basale runtergebrochen auch ohne funktioniert. Man braucht auch keine weltweit auf 100 Stück limitierte Pinkbluesplatterclearvinyl-180g-Gatefold-Single mit 3 Songs von einer dieser Punkrockbands, die einem so schön süffisant/amüsant banale Lebensweisheiten aus dem Mittelstand unterjubeln kann, die eigenen Weltverbesserungsgelübde erneuert und einen als Human Failure with best intentions, der man ist, gar lieblich in den Arm nimmt. Man braucht auch keines dieser abstrakten Wandgemälde, auf das man so lange starrt, bis man doch in einem Klecks die verkorkste Kindheit vorbeihuschen sieht, nur um von dem Gedanken los zu kommen, dass da vielleicht tatsächlich einfach einer in berserkerischem Tunnelblick fussend auf einer Mischung aus Selbsthass und Mietrückständen auf die Leinwand geschissen hat, damit sich irgendein Dödel für einen fünfstelligen Betrag damit die Loft verunstaltet. Man braucht auch keine "normale" Version des Albums.

Allgemein: Was soll diese Kunstgedöns?

Nun, wer das fragt, hat die Band offenbar nie verstanden. Tool verstehen sich schon immer als Gesamtprojekt. Gitarrist Adam Jones konzipiert mit viel Aufwand die Optik (ob man die ästhetisch findet, ist erstmal egal), Keenan funktioniert als viertes Instrument und versucht so gut es geht, aus dem Zentrum als Sänger heraus zu treten, die Liveauftritte sind komplette audiovisuelle Lawinen. Banksys Schredderbild ist im Prinzip auch Schwachsinn und Betrug am Käufer, bei genauerem Blick erkennt man allerdings die Gesellschaftskritik. So lasset sie denn machen.

Und die Musik?

Der Titeltrack hat einen der erhabensten Refrains, den ich von Keenan je gehört habe, ich liebe die ganzen Rhythmusverschiebungen in "Pneuma" und "7empest" wäre auf jedem anderen Album der Band ebenfalls ein Highlight. "Descending" und "Invincible" kriege ich nicht auseinander gehalten, haben aber immerhin interessante Details. "Culling Voices" fehlt ein richtiger Ausbruch am Ende und "Chocolate Chip Trip" macht mir rund um den Synth-Loop mittlerweile richtig Spass. Insgesamt alles zu lang, die Band hat das alles schon deutlich griffiger formuliert. Ich freue mich trotzdem über das Album.
10.09.2019 | 12:31 » Moderation benachrichtigen
.
Genau so ist es! :cheers:
10.09.2019 | 12:34 » Moderation benachrichtigen
Obwohl ich mich überhaupt nicht für Tool interessiere, fühle mich nach Powders Zeilen gleichzeitig sehr gut unterhalten als auch latent beleidigt.
Chapeu!
10.09.2019 | 13:05 » Moderation benachrichtigen
Schreibt Powdi auch anderswo? Ich würd's abonnieren!!
Ganz toller Text - auch der kurze im Post davor -, der ohne Anbiederung im Konsens badet resp. auf der objektiven Schneide tänzelt.
Dankeschönst.
10.09.2019 | 13:45 » Moderation benachrichtigen
Hat der Lümmel gut geschrieben, indeed. Aber ein paar Punkte sehe ich n bisschen anders. Grad dieser Ansatz Band als Kunstwerk und dann nur den einmal etablierten Sound verfeinern, das konterkariert leicht für mich. Zum Vergleich: Ein Reznor variiert da sich und seinen Sound schon entschiedener.

Unterm Strich bleibt es für mich eine gute Platte, der man aber die lange Zeit von Mikromanaging und Getüftel anmerkt. Man hat vermutlich am Ende Angst gehabt, dieses Paket nochmal aufzumachen und stringenter zu formulieren.
10.09.2019 | 18:26 » Moderation benachrichtigen
So in etwa hat's Maynard ja angedeutet... wäre ich emotional, würde ich schreiben, dass mich das noch immer kirre macht, dass die Band selbst bzw. immerhin der sonst ja nicht gerade Selbstzweifeln verfallene MJK konstatiert, das Ding wäre vor acht Jahren gut gewesen.
Und was #Reznor betrifft hat Woas selbst unter Zugrundelegung der arg durchwachsenen "Hesitation Marks" und der Selbstkopismus geifernden Soundtrackarbeiten Recht. (Auch wenn man damit vielleicht Birnen und Äpfel...)

Anyway: Kritischer als Powdi sehe ich "Fear Inoculum" auch, aber dialektisch trifft er's mittig.

---

Ach, wenn der Thamermartin das miterleben könnte...
10.09.2019 | 21:06 » Moderation benachrichtigen
Nach zig Durchläufen wage ich eine kurze Stellungnahme:
Was anfangs voller Selbstzitate/Selbstreferenzen, teils wirr und ohne roten Faden, überladen und zu sehr in die Länge gezogen schien, sortiert sich allmälig. Herrlich auch, wie aus den Liedern mit bekannten Elementen (No Quarter --> Descending usw.) mit der Zeit etwas neues, eigenes geworden ist. Zuletzt bemerkte ich überrascht, dass mich Pneuma versinken ließ. Nasse Augen inklusive. Das schaffen bei mir nur Tool.

Ich genieße das Hören. MAl schauen, wie ich in einem Jahr drüber denke :floet:

Hier: https://www.zeit.de/kultur/musik/2019-08/fear-inoculum-tool-album
Trifft es auch gut.

Zuletzt geändert von LasseRinnström 10.09.2019 21:23

11.09.2019 | 20:52 » Moderation benachrichtigen
Fand den Startpreis auch ein wenig übertrieben. Hab mich dann aber noch mehr über den verpassten Kauf geärgert, zumindest auf den gängigen Shops scheint es ja mittlerweile komplett ausverkauft zu sein bzw. zu Mondpreisen gehandelt zu werden. Dann durch Zufall heute beim Müller in Nürnberg/Lorenzkirche entdeckt. Bei 64,99 Euro dann nicht mehr lange überlegt. Da gab´s übrigens noch nen Stapel mit ca. 10-15 von den Teilen.
11.09.2019 | 21:01 » Moderation benachrichtigen
Qualitätssortiment made in Ulm!

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