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VISIONS 306

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02.09.2018 | 13:25 » Moderation benachrichtigen
Ich hab vorn paar Jahren schon mal hier die Punkte genannt, in denen sich die Visions über die Jahre leider immer weiter von mir entfernt hat. Ich kaufe mir das Heft zwar immernoch regelmässig, aber stelle es meistens schon nach 1,2 Tagen ins Regal zu den anderen.

Der Hauptgrund dafür is einfach diese krasse Verschiebung des Schwerpunkts von Indie/Alternative zu Metal, Hardcore und Punk. Ich kann damit nix anfangen, wenn ich darüber lesen will dann kauf ich mir den Hammer...
Klar war das immer schon in Visions vertreten, es gehört ja auch dazu, aber es is einfach viel zu viel geworden.

Eine Platte wie die neue von Foxing wäre früher(jaja früher war alles besser blahblah, ich weiss...trotzdem) locker in den Schönheiten gewesen, vllt soger Platte des Monats(?) und es hätte dazu einen mindestens 2-Seitigen Artikel über die Band gegeben.
Überhaupt sind die Artikel über Bands/Platten, die zwar nicht in den Schönheiten sind aber trotzdem recht gut bewertet wurden, sehr viel weniger geworden.

Aber auch die Qualität der Rezensionen sind schlechter geworden, es wird im Text über Sachen geschrieben die in einen Artikel gehören, es wird weniger auf die Musik eingegangen und wird nich genug versucht die Musik zu beschrieben. Das war vor 3 jahren schon mein Eindruck und er ist es noch immer.

Und viele interessante Sachen kommen einfach leider nicht im Heft vor...Ghostpoet, Hopesfall, Gunship, Fightstar...und generell habe ich den Eindruck das nich versucht wird so aktuelle Entwicklungen einzufangen.

Naja, rant over^^
02.09.2018 | 14:02 » Moderation benachrichtigen
Ich verstehe was du meinst, muss aber diesbezüglich ein paar Punkte Pro-Visions verteilen.
Erstens: Metal/HC/Punk waren schon immer Thema in der Visions. Sie haben diesbezüglich sogar outgesourced. Der "reinrassige" Metal wird in einer kurzen Kolumne abgefertigt, ebenso wie Hip Hop oder Indiepop. In einer Metal Hammer oder Rock Hard wird auch noch die letzte Dorfband mit Proberaum in einem Dixieklo in einer norwegischen Höhle besprochen. Das kann man der Visions nun nicht anheften.
Zweitens: Metal/HC/Punk hat sich seit spätestens den 2010ern enorm diversifiziert. Die ganze Wave-Geschichte, mit der Visions den Blick wieder vermehrt in diese Richtung lenkte, ist weniger von Agnostic Front als von Descendents oder Sonic Youth beeinflusst. Sieht man auch im Verlauf: Touché Amoré schreien im Prinzip über Indierock mit Punkanleihen, Title Fight machen mittlerweile Shoegaze, Basement oder Make Do And Mend oder Citizen tendieren Richtung Post-Grunge. Deafheaven kombinieren nun BM mit Dinosaur Jr. Myrkur und Oathbreaker mischen es mit Singer/Songwriter und Folk-Elementen. Postrock hat dort überall Einzug gehalten. Alles Bereiche die sehr wohl die Kernkompetenz der Visions darstellen.
Drittens: Die grossen Indiezeiten sind auf herkömmlichem Wege vorbei. Der Mainstream besteht aus Hip-Hop-eskem Pop, die nächste Ebene dahinter gehört dem härteren Hip Hop. Viele einst grossen Bands der starken Schwemme Mitte der 2000er haben sich stilistisch aus dem Kosmos entfernt (Coldplay), veröffentlichen schwache Alben (Bloc Party) oder sind schon lange nicht mehr existent (Libertines). Dass es unter heutigem Selbstvertrieb mit Bandcamp und Co. immer noch tolle Sachen zu entdecken gibt, steht ausser Frage - aber genau da liegt bei einer Zeitschrift der Hase im Pfeffer. Die schier unübersichtliche Menge ist innerhalb eines Monats gar nicht abzuarbeiten. Dann werden natürlich vorrangig Veröffentlichungen besprochen, die auch in Deutschland problemlos beziehbar sind bzw. vertrieben werden. Wenn Bands ihre Sachen selbst vertreiben und kein Label dahinter steht, aber vom anderen Ende der Welt kommen, kriegt eine dauerhaft mit Artikeln, Interviews und Reviews beschäftigte Zeitschrift davon wohl maximal durch Zufall Wind. Man darf nicht vergessen: Wir stöbern hobbymässig und teils fanatisch - die verdienen ihr Einkommen damit und müssen auch Kompromisse eingehen.
02.09.2018 | 14:14 » Moderation benachrichtigen
Ich weiß nicht, wie viel meine 2 cent in Bezug auf dieses Thema wert sind, da ich die Visions erst seit 2010 lese, aber ich persönlich würde mir immernoch kein anderes Magazin leisten wollen, da die Visions meiner Meinung nach immernoch den Stilmix bringt, der mir am meisten zusagt und der auch so von keinem anderen Konkurrenten abgedeckt wird.
Den Vergleich mit dem Metal Hammer seh ich überhaupt nicht. Natürlich überschneidet sich hier und da mal was, aber ich wäre nicht gewillt mir siebenseitige Reportagen über Blind Guardian, Manowar und anderen geschmackfreien Müll anzutun, um zu den paar Juwelen zu kommen, die in der Visions auch besprochen werden und dann, wie dieses Jahr, auch mal öfter verdientermaßen in die Schönheiten kommen.
Und wenn man auf Teufel komm raus jede neue Entwicklung und jeden Hype mitkriegen will, holt man sich halt den Musikexpress, die machen nämlich auch wirklich jeden Blödsinn mit. Bestes Beispiel da Wanda: Das erste Album sozusagen retroaktiv (nachdem es in deren Soundcheck ursprünglich nahezu durchgefallen ist) in die Höhe gelobt und danach ist jedes weitere zur Platte des Monats geworden, obwohl da schon wirklich alle die Schnauze voll von denen hatten. Ich bin eigentlich sehr froh, dass die Visions für dieses Hypebeasttum recht unempfänglich ist, mit der kürzlichen Ausnahme der schrecklich öden Van Holzen.
Das Ding ist, der Fokus des Hefts ist natürlich stark von der Redaktion und den anderen Soundcheckteilnehmern abhängig. Wenn einem der Mix momentan nicht zusagt, gibt es da leider wenig, dass man tun kann. Ich persönlich sehe in der Visions neben dem Internet immernoch den besten Weg um an eine möglichst große Bandbreite neuer, guter Musik zu kommen.
Wieso übrigens gerade diese Ausgabe zu solchen Beschwerden führt, ist mir ein wenig schleierhaft. Alles Bands der Schönheiten (bis auf IDLES, die den Titel aber auch schon für Brutalism verdient gehabt hätten) waren bereits mindestens ein Mal in dieser Kategorie. Dazu Reportagen über Hot Water Music und Alice in Chains? Ist doch alles klassische Visions-Musik :confused:

PS: Die neue Foxing hätte auf jeden Fall zumindest in den Soundcheck gehört!

Zuletzt geändert von theoettingerescapeplan 02.09.2018 15:02

02.09.2018 | 14:37 » Moderation benachrichtigen
PS: Die neue Foxing hätte auf jeden Fall zumindest in den Soundcheck gehört!theoettingerescapeplan, 02.09.2018 14:14 #

Nicht nur weil es eine meiner Platten des Jahres ist, sondern vor allem weil die ja nun wirklich das gesamte Spektrum der Visions-Relevanz abdecken.
02.09.2018 | 17:25 » Moderation benachrichtigen
Was Powdi gegen Zwei und Öttinger zwölf Minuten später schreiben: Trefflich.
Zur davorangegangenen Kritiksalve: Des einen Freud, des anderen... ich find' die mutmaßliche Indie-Reduktion großartig.

Fernerdessen: Härtere Hefte für härtere Genres?
Eben durch so kacke Beifang wie die Fremdschamkapellen, die bereits Erwähnung fanden, gibt's kein mir bekanntes Heft, das hier eine Lücke füllen könnte.
Und schreiben können u.a. die Hammer-Leute auch - vielleicht kommt's einem der gemeinen BILD-Optik wegen auch nur so vor.
02.09.2018 | 19:26 » Moderation benachrichtigen
Nur noch mal zur Klarstellung:
Die Visions ist auf dem deutschen Markt immernoch das einzige Magazin was auch für mich in Frage kommt, weil man den Rest einfach nur vergessen kann. Der Musikexpress macht einen zu krampfhaft-gewollt auf Hipster und hat seit fast gefühlten 10 Jahren ein fürchterliches Layout, Rolling Stone is eher für Ü50/60, Ecclipsed macht so eigentlich einen ganz okayen Eindruck, geht aber zu sehr in Richtung Art und Prog, zur Spex muss man wohl nich viel sagen^^
Und andere Hefte gehen von Ihrer Ausrichtung her entweder zu sehr(für meinen Geschmack) in Richtung härterer Musik oder anderer Richtungen die mich nicht interessieren.

Ich habe seit Feb. 2002 jede Ausgabe, und kaufe sie auch jeden Monat noch gern, weil ich eben trotzdem noch coole mir unbekannte Bands duch sie kennenlerne. Aber das Heft hat sich halt in den letzten Jahren verändert, was auch kein Wunder is weil viele Redakteure nich mehr dieselben sind, und daran kann man natürlich auch nichts ändern.

Für mich persönlich war auch nich die aktuelle Ausgabe ein Anlass zur Kritik, ich hab halt einfach nur gemerkt das auch andere dieses Gefühl haben und wollte meine Sicht dazu teilen.

Und zum Hammer...ich habe die Visions nicht mit dem Hammer verglichen, alles was ich sagen wollte war, dass mich Metal nicht die Bohne interessiert und wenn ich ein Heft über Metal lesen wollen würde, dann würde ich mir eben ein Metalmagazin kaufen.
Ich weiss das die Visions als Hardcore/Metal-Heft angefangen hat, und wie gesagt es war ja auch schon immer Teil des Hefts und gehört auch dazu, was ja auch völlig ok is.

In den letzten Jahren scheint es aber wieder zusammen mit Hardcore der Hauptanteil vom Heft geworden zu sein, und da ich Metal nie mochte und Hardcore nich mehr so richtig, ist es für mich persönlich dann natürlich zu viel von beidem im Heft :D
Wie gesagt, daran kann man nix ändern, ich finds halt eben schade.

@Powder:
Ja, deine Punkte verstehe ich bzw du hast natürlich Recht. Aber da ich zb den Hammer und Rock Hard nicht lese, weiss ich nicht was da im Vergleich zur Visions behandelt wird. Für mich is der Anteil an Metal in der Visions mittlerweile nur zu viel geworden, dass es da aber natürlich noch viel mehr gibt womit die Visions sich erst gar nich befasst is doch klar. Ich habe wie gesagt nich die Visions mit dem Hammer verglichen, und ihr auch nicht anheften wollen dass sie so viel Mist wie der Hammer bespricht, mir gings einfach nur darum zu sagen das der Metal- und Hardcoreanteil innerhalb der Visions in den letzten Jahren mehr geworden is. Und da das nich mehr meine Musik is, gefällt mir das halt nich^^

Die Musiklandschaft hat sich verändert ja, und es stimmt das einfach nich mehr so viele gute Indie-Bands rumlaufen wie noch vor 10, 15 Jahren. Wenn nix anständiges da is kann man auch nich drüber berichten, klar. Aber auch wenn es nich so viel is wie vor 10 jahren, gibt es trotzdem mehr als sie momentan teilweise machen.
Wie gesagt, wieso gibt es keinen Artikel zu Foxing? Das is nen richtig geiles Album geworden, aber es findet ausser ner Rezi halt einfach nicht mehr im Heft statt. Und mein Eindruck warum so eine Band mit so einem Album keinen Artikel bekommt is halt weil für die Redaktion mehr die Hardcorebands im Mittelpunkt stehen. Und das finde ich schade.

Hm, wie gesagt du hast recht das sich diese Richtungen diversifiziert haben. Nur, um mal kurz plump zu werden, Geschrei bleibt Geschrei auch wenn darunter Indierock läuft^^

Ach, wer weiss was jetzt alles die Gründe dafür sind dass sich der Schwerpukt auf Metal und Hardcore verschoben hat, oder obs überhaupt wirklich so extrem is wies mir vorkommt. Wieviel is dem Geschmack der Redaktion geschuldet, wieviel der Wegfall von vielen Redakteuren von damals, wieviel dem weniger vorhanden sein von richtig guten Indiebands, wieviel der Weiterentwicklung dieser Stilrichtungen, wieviel dem Internet...keine Ahnung. Vllt ein Mix aus allem.

Mir gings nur darum ein Gefühl zum Ausdruck zu bringen, das sich was verändert hat, aber die Visions bleibt trotzdem weiterhin, allein schon aus alter verbundenheit, weiterhin das einzige Musikmagazin das ich mir kaufen werde.
03.09.2018 | 08:20 » Moderation benachrichtigen
Wenn man die „Schönheiten/Platten des Monats“ der letzten 2-3 Jahre nach Genres auswerten würde, bin ich überzeugt, dass Indie sicher nicht zu kurz kommt. Ich habe den Eindruck, die Genres sind recht ausgeglichen vertreten. Vielleicht hat ja mal wer Lust, das zu machen…

Und nein, Geschrei ist nicht gleich Geschrei. HC ist nicht gleich HC ist nicht gleich Punk ist nicht gleich Post-Hardcore ist nicht gleich Metal ist nicht gleich Black Metal. Und nein, trotz (oder gerade dank) „unendlichen“ Möglichkeiten im Internet finde ich im deutschsprachigen Raum kaum einen nahezu gleichwertigen „Filter“ für eine sehr breite Sparte von Musik, der seine Sache auf diesem hohen Niveau macht. Man muss sich auch mal überlegen, was es bedeutet, im Jahr 2018 ein Printmedium über Musik im deutschsprachigen Raum am Laufen zu halten.

VISIONS ist für mich keine heilige Kuh. Ich habe auch meine anderen 2-3 Quellen als Ergänzung und sehe gewisse Dinge anders.

Aber einem Musikmagazin vorzuhalten, es habe seinen Schwerpunkt verschoben, klingt für mich ähnlich, wie wenn man Bands vorwirft, sie hätten ihren Schwerpunkt verschoben. Man kann sich mit entwickeln oder es sein lassen und/oder auf anderes zurückgreifen. Wie gesagt: Fair enough.

Jedoch bleibe ich dabei: Wenn ich ein Heft aus meinen Anfangstagen hervorkrame (ca. 2002), dann sind da viele Bands drin, die heute noch drin sind oder die Grundsteine dafür gelegt haben, was heute im Heft ist.

Und so überrascht es dann auch nicht, wenn Touché Amoré „Corduroy“ von Pearl Jam covern.
03.09.2018 | 10:36 » Moderation benachrichtigen
Geschrei bleibt Geschrei auch wenn darunter Indierock läuft^^twenty4seven, 02.09.2018 19:26 #


Dicker Punkt meinerseits.
03.09.2018 | 11:41 » Moderation benachrichtigen
Nur, um mal kurz plump zu werden,twenty4seven, 02.09.2018 19:26 #

Da hast du noch etwas Wichtiges vergessen, Olsen.
03.09.2018 | 11:50 » Moderation benachrichtigen
Was denn?

Dass ihr alle nach Haschisch stinkt und Stromgitarre spielt?

Zuletzt geändert von Olsen 03.09.2018 18:23

03.09.2018 | 15:30 » Moderation benachrichtigen
noch kurz zum schreien:
ich hab extra plump geschrieben weil ich weiss, dass es eine oberflächlige bemerkung is...i know. schreien is nich gleich schreien, und natürlich kann es in vielen fällen bereichernd sein. es gibt auch ausnahmen die ok für mich sind und die ich mag(tip your bartender zb) aber meistens halt nur wenn es im sinne von einem emotionalen höhepunkt eines liedes is oder so. auch ein `abel` zb wäre ohne schreien definitiv nur halb so geil^^
wichtig is halt das es punktuell an stellen benutzt wird wos passt...strophenlanges schreien um des schreiens willen gibt mir einfach überhaupt nix mehr bzw empfinde ich als anstrengend.

must be getting old.
03.09.2018 | 15:32 » Moderation benachrichtigen
Indeed.
03.09.2018 | 17:42 » Moderation benachrichtigen
Der Hauptgrund dafür is einfach diese krasse Verschiebung des Schwerpunkts von Indie/Alternative zu Metal, Hardcore und Punk.twenty4seven, 02.09.2018 13:25 #

Komplett andere Wahrnehmung? Metal wird doch nur marginal gestreift. Aber vielleicht ordnest du auch andere Krachmusik unter Metal ein. Und Punk ist so schwach vertreten, das ist für mich einer der Gründe, warum ich nicht (mehr) so viel mit dem Heft anfangen kann. Und oft werden dann auch noch so Bands besprochen, die man halt seit Jahren kennt und eh auf dem Schirm hat. Und wenn Punk, dann auch fast nie den simplen, klassischen Ramones-Punk, wo wirklich viele großartige Sachen rauskommen, sondern höchstens die Schiene, die eher in den 90ern geprägt wurde. Dafür ist mir viel zu viel Post-Irgendwas im Heft, aber das ist halt Visions-Musik, ich kann das schon nachvollziehen. Ich würde jedenfalls so gut wie alles mit "Post" in die Tonne kloppen, außer Post-Punk. Darum versteh ich auch nicht, wenn Peter mosert, der hört doch fast nur so was. Vielleicht ist es aber heute einfacher, mit einer Musikzeitschrift unzufrieden zu sein, weil man über andere Kanäle viel effektiver Unmengen an Musik kennenlernen kann. Früher hat man vielleicht 90% neuer Musik über die Zeitschrift seines Vertrauens kennengelernt. Heute regt man sich eher darüber auf, warum die gute Musik, die man woanders kennenlernt, in der Visions nicht stattfindet. Aber wie gesagt: In Ausgabe 300 hab ich mir anhand der Rezis ca. 15 Platten rausgesucht, die mir anhand der Beschreibung und der Referenzbands interessant erschienen. Aber überzeugt haben mich davon nur zwei. Und das ist schon echt wenig.

Ganz ehrlich, mein liebstes Musikmagazin war Uncle Sally*s - und zwar nicht, weil ich dafür auch bisschen geschrieben hab, sondern weil sie noch am ehesten meinen Geschmack trafen. Da gab es natürlich auch viele Überschneidungen mit der Visions, aber mehr Punk und auch so Sleaze Rock oder Dicke-Hose-Rock, der in der Visions eigentlich nur toleriert wird, wenn er irgendwie überzeichnet ist oder als eine Art Parodie daherkommt, sonst darf man so was nicht hören, auch wenn man gerne würde. :rolleyes: Außerdem war das Sally*s ein ziemlich dünnes Heftchen, weshalb auch die Texte sehr knapp gehalten waren. Und das kam mir entgegen, weil ich keine langen Texte über Musik mehr lesen mag. Ich hab sowieso wenig Zeit zum Lesen und da les ich lieber ein Buch.

Zuletzt geändert von HIRNTOT 03.09.2018 21:30

04.09.2018 | 16:45 » Moderation benachrichtigen
Wieder ein gutes Beispiel: Ich hörte mir gerade eine coole Band, über die ich was gelesen hatte, auf Bandcamp an. Und dann hab ich auf dem Bandcamp-Profil von dem Label noch in zwei andere Bands reingehört und eine davon, aus Japan, ist sooooo was von gut: Your Pest Band
Und so entdecke ich heute sehr oft coole Musik. Sehr viel davon kommt aber auf irgendwelchen Kleinlabels raus und wird vom Radar einer Zeitschrift wie Visions, die zudem bei weitem nicht so viele Rezis pro Ausgabe enthält wie früher, einfach nicht erfasst. Da findet man meistens noch so Sachen wie Cloud Nothings, über die halt jeder schreibt, aber es kann mir keiner erzählen, wie es neulich der Fall war, dass Garagenrock von der Visions irgendwie gut abgedeckt wird oder dass es im Pop-Punk-Bereich wenig interessante Releases gibt, das ist beides Blödsinn.
04.09.2018 | 18:19 » Moderation benachrichtigen
(...) aber es kann mir keiner erzählen, wie es neulich der Fall war, dass Garagenrock von der Visions irgendwie gut abgedeckt wird oder dass es im Pop-Punk-Bereich wenig interessante Releases gibt, das ist beides Blödsinn.HIRNTOT, 04.09.2018 16:45 #

Das war ich und ich möchte mich da kurz rechtfertigen. Beides hängt mehr oder weniger mit der subjektiven Wahrnehmung zusammen, ich wollte da auf keinen Fall deinen Standpunkt attackieren, der im Endeffekt genauso valide und begründet wie meiner sein kann. Bei ersterem kommt es m.E. einfach darauf an, was du als Garagenrock identifizierst. Meiner Meinung nach wird von der Visions schon ein Großteil der relevanten Releases, die ich diesem Genre zuordnen würde, abgedeckt und kommt mit The Dirty Nil, King Gizz, FIDLAR, Ty Segall, White Denim (um nur ein paar zu nennen) auch nicht allzu schlecht weg. Andererseits halte ich das Genre an sich für recht limitiert und vor allem ausformuliert, es gibt eine riesige Masse absoluten Durchschnitts, weshalb ich insofern gar nicht so viel dagegen habe, nur die interessanten Releases vorgesetzt zu bekommen. Das mag halt für Freunde des Sounds ärgerlich sein, ist aber gut für das Heft und wie auch schon erwähnt aus Zeitgründen eh nicht anders machbar.
Im Grunde gilt für mich das gleiche für Pop-Punk, außer dass ich mit dem Sound noch viel weniger anfangen kann (zuckrig allein geht klar, melodramatisch allein auch, aber beides gleichzeitig? Nein danke) und die Redaktion und Autorenschaft, bis auf Frau Helm vielleicht, anscheinend auch nur begrenzt. Und wenn man sich den Musik-Diskurs an sich betrachtet, gibt es auch kaum ein Release des Genres, das in irgendeiner Weise außerhalb der Kernhörerschaft größere Wellen geschlagen hat und für das man der Visions jetzt wirklich ankreiden müsste, dass ihnen da was durch die Lappen gegangen ist. Wie gesagt, nur meine Wahrnehmung.
04.09.2018 | 19:58 » Moderation benachrichtigen
ein Großteil der relevanten Releases, die ich diesem Genre zuordnen würde, abgedeckttheoettingerescapeplan, 04.09.2018 18:19 #

in meinem bereich bin ich gewohnt, dass die von den mainstream-medien (und dazu zähle ich die visions mittlerweile) abgefeierten "relevanten releases" meist die uninteressantesten sind ...

aber ist schon richtig: man kann nicht erwarten, dass in jedem bereich in die tiefe gegangen wird, ohne dass es ausufert.
04.09.2018 | 22:28 » Moderation benachrichtigen
(...) aber es kann mir keiner erzählen, wie es neulich der Fall war, dass Garagenrock von der Visions irgendwie gut abgedeckt wird oder dass es im Pop-Punk-Bereich wenig interessante Releases gibt, das ist beides Blödsinn.HIRNTOT, 04.09.2018 16:45 #

Das war ich und ich möchte mich da kurz rechtfertigen. Beides hängt mehr oder weniger mit der subjektiven Wahrnehmung zusammen, ich wollte da auf keinen Fall deinen Standpunkt attackieren, der im Endeffekt genauso valide und begründet wie meiner sein kann. Bei ersterem kommt es m.E. einfach darauf an, was du als Garagenrock identifizierst. Meiner Meinung nach wird von der Visions schon ein Großteil der relevanten Releases,theoettingerescapeplan, 04.09.2018 18:19 #

Was sind relevante Releases? Wie willst gerade du, der - wie ich mir schon dachte - mit den von mir genannten Genres nicht gerade viel anfangen kann, beurteilen, was relevant ist? Und auch ganz wichtig:

in meinem bereich bin ich gewohnt, dass die von den mainstream-medien (und dazu zähle ich die visions mittlerweile) abgefeierten "relevanten releases" meist die uninteressantesten sind ...etienoir, 04.09.2018 19:58 #

Das gilt z. B. für Fidlar und The Dirty Nil, die ich beide nicht mehr als okay finde. Ty Segall ist eher 70er-Rock, meinetwegen auch Garage, aber nicht die Richtung, die ich meine, der simple 2-Minuten-Kracher. Die anderen von dir genannten Bands kenn ich nicht mal, aber glaub mir, es gibt Unmengen an tollen Sachen, die an der Visions komplett vorbeigehen und teilweise sogar recht bekannt sind. Du schreibst, dass du nichts dagegen hast, nur die interessantesten Releases im Heft zu finden. Das hast du auch schon bzgl. Metal geschrieben. Aber du kannst doch gar nicht wissen, ob du da nur die interessantesten Releases vorgestellt bekommst. Ich behaupte sogar ganz klar: nein. Aber wie gesagt: Mir geht es gar nicht so sehr darum, Visions was anzukreiden. Auch wenn früher Punk-Platten abgefeiert und mit Höchstpunktzahlen bedacht wurden, die auch keine Wellen geschlagen haben (Who cares, was Wellen schlägt? Kann man zum Zeitpunkt der Besprechung doch meistens eh nicht sagen.) Aber natürlich ändern sich Zeiten und Redaktionsmitglieder und das ist im Grunde auch okay. Wollte nur erklären, warum die Visions für mich als Ratgeber heute kaum mehr relevant ist. Ich höre übrigens auch noch viele andere Richtungen. Ich liebe Converge, aber Rolo Tomassi find ich z. B. schrecklich. Auch diese Foxing hab ich mir jetzt aus Interessa angehört, aber das ist auch dieser typische Visions-Indie-Rock. Schon nicht schlecht, aber das sind fast immer so Sachen, die ich eine Zeit lang in meiner Spotify-Liste habe und dann lösche, weil sie mir doch irgendwie nicht genug geben.
Und ja, ich gebe dir Recht, dass z. B. Pop Punk ein sehr ausformuliertes Genre ist. Und mir ist schon bewusst, dass Visions eher an Bands interessiert ist, die irgendwas Neues bieten. Ich verstehe das schon irgendwie, kann aber so nicht an Musik herangehen. Ich erkenne z. B. an, dass diese Algiers interessant und originell klingen, aber wirklich gefallen hat mir das dann doch nicht und letzten Endes würde ich deren Platte jederzeit für einen Pop-Punk-Song, der bei mir mitten ins Herz trifft, in die Tonne kloppen. Da bin ich einfach viel zu sehr Bauch- und zu wenig Kopfmensch.
04.09.2018 | 22:54 » Moderation benachrichtigen
Nur mal eine Frage zwischendurch, soll sich die Visions einen eigenen Bandcamp Redakteur anschaffen? :hm:
Denn klar ihr, und auch ich, entdecke da sehr viel neuer Musik, aber im Ernst das kann nicht der Auftrag der Visions sein. Das ist ein professionelles Musikmagazin und das bekommt seine Muster immer noch von der Industrie, was in meinen Augen auch gut so ist. Ob ich eine Kritik zur neuen Good Charlotte brauche? Eher nicht. Aber das kommt halt mal vor.
Und sie picken sich ja jeden Monat eine „kleine“ Band heraus und veredeln sie mit dem Demo des Monats. Da habe ich auch schon einiges entdeckt.
04.09.2018 | 23:25 » Moderation benachrichtigen
Das hab ich nun aber schon mehrmals gesagt, dass ich das von der Visions nicht erwarte. Manche lesen hier scheinbar sehr selektiv.

Wenn wir aber wieder zu dem Punkt zurückkehren, dass sich die Begeisterung der Redaktion über die Platten, die im Heft besprochen werden, in Grenzen hält (und nach meiner beschriebenen Erfahrung mit Ausgabe 300 auch durchaus zu Recht), wäre deine Idee vielleicht gar nicht so schlecht.:bigsmile:

Mir käme ja grundsätzlich das OX ziemlich entgegen, die decken den Punk-/Garage-Bereich ja schon ganz gut ab und besprechen sehr wohl auch viele Platten, die nur in Kleinstauflagen erscheinen und die ich teilweise sogar vergeblich suche. Aber irgendwie hat bei denen fast alles mindestens 8 von 10 Punkten, das kann ich dann irgendwie auch nicht ernst nehmen. Und ausgerechnet Sachen, die ich besonders geil finde, haben dann auch mal weniger als 8 Punkte, was schon fast einem Verriss gleichkommt.

Ah ja, ich dachte es mir schon: OX feiert z. B. auch seit Jahren Neon Bone ab, einen Typen aus Münster, der im Alleingang den meiner Meinung nach besten Garagen-Punk mit Ramones-Kante rausbringt, den man aktuell hierzulande findet. Schade eigentlich, dass so ein einheimischer Künstler gar keine Erwähnung in der Visions findet (zumindest nicht dass ich wüsste). Aber wie gesagt, ich bin mir auch durchaus bewusst, dass das ein Sound ist, der nicht unbedingt zur aktuellen Redaktion passt.
04.09.2018 | 23:41 » Moderation benachrichtigen
Ich wiederhole mich doch nur, weil hier immer derselbe unsinnige Punkt wiederholt wird. "Mein Nischengenre hat aber so viel tolle Musik zu bieten, die von der bösen Visions gar nicht honoriert wird. Vor 30 Jahren hätte das Ding im Soundcheck 12 Punkte im Durchschnitt bekommen und hätte trotzdem nur den zweiten Platz belegt. Wieso macht niemand was dagegen? Denkt denn niemand an die Kinder?"
1. Wie nun schon x-mal erklärt, kann das Magazin es unmöglich allen Leuten recht machen. Ein verstärkter Fokus auf das eine Genre bedeutet weniger Platz für das andere und über diesen Fokus entscheidet nun mal die Redaktion. Tough luck.
2. Ich wollte definitiv hier keine Grundsatzdiskussion darüber beginnen, was relevante oder irrelevante Bands sind. Es geht aber auch aus der Sicht eines Musikmagazins darum, eine möglichst breite Hörerschaft anzusprechen, es werden also natürlich Bands bevorzugt, die aus ihrer Sicht, die Möglichkeit bieten, über Genregrenzen hinaus Hörer zu finden oder die bereits eine größere Hörerschaft haben. Nichts anderes meinte ich mit Relevanz, ich wollte mir definitiv nicht anmaßen, über irgendwas zu urteilen.
Und zu guter letzt 3. Weshalb beschwert ihr euch eigentlich? Es gibt unzählige andere Wege, euch mit genau der Musik zu versorgen, die ihr hören möchtet, ob nun durch andere Magazine oder durchs Internet. Und dass das geklappt hat, sieht man ja schon daran, dass ihr euch hier über die Nichtberücksichtigung eurer Juwelen auslasst. Verschwendet doch nicht eure Zeit damit, hier wegen eines entweder unlösbaren oder von vornherein nicht existenten Problems Rabatz zu machen und bringt den Leuten hier im Forum eure Lieblingsmusik nahe. Dadurch erreicht ihr im Zweifel eine ähnliche Wirkung, wie wenn sie in der Visions zu finden gewesen wäre.

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