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VISIONS 304

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07.07.2018 | 09:07 » Moderation benachrichtigen
Ja. Aber vielleicht erreichen wir auch einfach grad die Grenzen der Globalisierung. Bsp. Afrika. Alle reden davon, dass es unsere Lebensweise ist, die den Kontinent erschöpft. Das ist genauso richtig wie falsch. Natürlich ist übermässiger Konsum und Fremdausbeutung ein wichtiges Thema. Was es also ändert, wenn Europa morgen damit aufhört? Nichts. Denn Amerika, China, Russland machen gnadenlos dort weiter. Die reiben sich eher noch die Hände. Weil sie nicht im geringsten mit Flüchtlingswellen rechnen oder die zerstörte Landschaft sehen müssen. Auch die Vorstellung, dass man die Leute dort mit Geld einfach nur machen lassen soll und dann wird das eigenbestimmt, ist eine schöne, aber wenig realistische. Mal abgesehen von der Tatsache, dass der Kontinent geographisch gesehen zu grossen Teilen kein Anbauland für Bauern wird, war die beste strukturelle Verwaltung dort während der Kolonialzeit. Die Verwaltung wurde überlassen und ist in vielen Ländern quasi in sich zusammengebrochen. Weil die Menschen dort anderes leben, anders sozialisieren, da funktioniert das westliche Staatsbild nur bedingt bis gar nicht. Sowas muss man einrechnen. Also was soll die Lösung sein? Runtergehen und über uns bekannte Mechanismen Wohlstand schaffen? Da wären wir wieder beim Kolonialismus. In Massen Geld überweisen? Das versickert jetzt schon an korrupten Stellen im Übermass. Die Fertilitätsrate liegt bei 6,3, Tendenz steigend. Die Wahrscheinlichkeit, dass Flüchtlungsbewegungen in den nächsten Jahren immens zunehmen, steigt. Für die Leute wäre im Zuge der Digitalisierung keine Arbeit da. Was wiederrum keinen Wohlstand bedeutet. Was wiederrum zu Kriegen, Rückfall in Religionen und Korruption führt. Ein fucking Teufelskreis.
07.07.2018 | 09:21 » Moderation benachrichtigen
alles richtig. ich will nur anmerken, dass globalisierung (ähnlich wie kapitalismus) in dieser form doch von beginn an zum scheitern verurteilt war. wie kann man annehmen, dass das zusammenlegen von champions league und kreisklasse irgendwelche vorteile für die clubs der letzteren bringen würde? im grunde ging/geht es doch nur darum, die in den (westlichen) industrienationen stagnierenden absatzmärkte auszuweiten und parallel einfacher an rohstoffquellen zu gelangen. eine gerechtere bzw gleichberechtigte welt als ziel war doch von beginn an nur ein schöner, aber eigentlich völlig unglaubwürdiger deckmantel.
07.07.2018 | 09:26 » Moderation benachrichtigen
ist halt das fucking gesamtsystem. unser wohlstand ist doch nur ein scheinbarer weil temporärer. wir graben das fundament ab, um in den oberen etagen die wände zu vergolden. ist doch von beginn an nur eine frage der zeit, dass alles zusammenbricht.
07.07.2018 | 09:30 » Moderation benachrichtigen
Zu Powdi:
Ich bin zwar persönlich nicht der Meinung, die sind zu blöd für funktionierende Staaten (was du ja auch nicht unterstellt hast), aber die Staatsform muss halt zur Geschichte und Kultur der Bevölkerung passen. Und nicht mit der hehren Idee, wenn nur alle so ein tolles Grundgesetz wie wir hätten, betrachtet werden.
Selbst in Europa gibt es ja von absolutistischen Staat (Vatikan) über Monarchien, Fürstentümern und Republiken bis hin zu losen Staatenbünden (Schweiz) alles mögliche an Staatsformen. Muss zum Staatsvolk und Geschichte halt passen.

Und zu Eti: Richtig. Auch so was abstraktes wie eine internationale Finanzindustrie mit dem Anschein, Geld macht Geld, fußt halt in letzter Konsequenz in der realen Welt.

Zuletzt geändert von Woas Sois... 07.07.2018 09:34

07.07.2018 | 10:01 » Moderation benachrichtigen
Das fusst aber schon in kleinerem Rahmen in Europa. Die EU war von Beginn an eine Wirtschaftsunion, auf Soziales wurde geschissen. Es gibt bis heute keine Europa-Rente, keine Europa-Sozialhilfe, kein Europa-Gesundheitssystem. Der Europagedanke als positive Gemeinschaft wird im Prinzip nur von den Ländern lauthals getragen, die im grossen Stile Profiteure sind. Namentlich also vorrangig Deutschland. Fragt man sich in den restlichen Ländern mal so durch (natürlich nicht die Regierungen - die sind scharf auf die Kohle), ist da nicht viel mit No Borders und alle ein Volk und so. Im Gegenteil. Die nationalistischen, regressiven Tendenzen nehmen wieder vermehrt zu. Offene Grenzen waren per se nur wirtschaftlich gemeint. Schnelle Durchreise, schnelles Liefern, einheitliche Währung, geringe Widerstände. Ansonsten macht aber bitte jeder trotzdem seins. Wenn man zynisch wird, könnte man sagen, dass Kriminalverbände aus dem Nahen Osten wirtschaftlich über Diebstahl und Einbruch ebenfalls profitiert haben (ich habe mal von einem Autohaus an der polnischen Grenze gelesen, dem im Schnitt 30 Autos im Monat! entwendet wurde - bis keine Versicherung mehr zahlen wollte), aber wie gesagt, nur wenn man zynisch ist. Ansonsten verfallen die Menschen scheinbar wieder ins Fürmichunddiemeinen.
07.07.2018 | 10:14 » Moderation benachrichtigen
Nu, da sieht man halt einfach, die EU ist kein Staat. Es ist vor allem eine einheitliche Wirtschaftsordnung, da stimme ich zu. Meiner Meinung nach waren aber auch viele Bevölkerungen früher schon europäisch wohlgesonnen. Aber das hat sich seit Anfang der Nuller sehr gewandelt. Ich glaube, es war einfach ein zu schnell und zu viele. Das wuchs ja in wenigen Jahren auf 28 Staaten, einen Teil davon gab es vor 30 Jahren noch nicht einmal.
07.07.2018 | 10:22 » Moderation benachrichtigen
Der Euro wurde von Beginn an von vielen Ökonomen als zwar gute Idee, aber viel zu plötzliche Einführung kritisiert. Vorher hätten zunächst grob ähnliche wirtschaftliche Standards in den Mitgliedsstaaten hergestellt werden müssen. Denn nur über die Währungsdifferenzen und das Auf- und Abwerten hielt sich das die Waage. Man hätte also mit etwas mehr Bedacht die Griechenlandkatastrophe abwenden können - war den wirtschaftlich starken Staaten aber völlig wurscht (den profitierenden Unternehmen sowieso). Am Ende ist der kapitalistische Schnellschuss vielleicht ausschlaggebend für ein zerstrittenes Europa. Das wäre der Hohn in Tüten.
07.07.2018 | 10:28 » Moderation benachrichtigen
Nu, Griechenland haben sie ja aktiv reingemogelt und das mogeln auch noch abgenickt. Passte halt so schön.
Und ja, eine Währungsunion ohne Sozialunion, puh. Schwierig.

Wie sind wir jetzt eigentlich vom Battlerap zum Euro gekommen? :confused:
Is it all 'bout the Benjamins?
07.07.2018 | 11:01 » Moderation benachrichtigen
Aber es ist doch nett von den Griechen, dass sie unsere Banken sanieren:
Linktext
07.07.2018 | 11:14 » Moderation benachrichtigen
Aber ehrlich, da wäre schon einmal ein Danke Schön vom Schäuble an die griechischen Rentner und Rentnerinnen fällig.
Und ein Grußwort des deutschen Industrieverbandes für die billig zu habenden Staatsbetriebe.
07.07.2018 | 12:37 » Moderation benachrichtigen
Leute, bitte nicht so kurz denken. Die 2,9 Millarden "Gewinn" (innerhalb von 8 Jahren, wohlgemerkt) als Einkommen durch Zins sind winzig im Vergleich zu den transferierten Summen, die womöglich gar nicht zurück gezahlt werden können. Erst dann liesse sich überhaupt von Gewinn reden. Ein Schuldenschnitt wird (wenn die Wirtschaftsleistung so bleibt - und wie sollte sie zwingend besser werden?) wahrscheinlich unabdinglich sein und dann stehen 2,9 Millarden wievielen gegenüber? 270 Millarden? Gut, natürlich nicht von Deutschland allein finanziert, aber die Verschuldung steht deutlich über dem Zinseinkommen. Und ich wiederhole: Das die Schulden je zurückgezahlt werden können, steht auf mehr als wackeligen Beinen.

Das ist kein Diss nach Griechenland. Nur sind solche vermeintlich positiven Nachrichten meist nicht mehr als Milchmädchenrechnungen.

Zuletzt geändert von Powder To The People 07.07.2018 12:40

07.07.2018 | 12:47 » Moderation benachrichtigen
Nu, das kann natürlich noch kommen. Die Chancen sind da, aber die 2,9 Milliarden (für Deutschland, wie viel haben die anderen Kreditgeber noch gekriegt?) sind erstmal real schon geflossen. Und die Kredite sind ja kein real geflossenes Geld, das uns abgeht. Das sind erstmal reine Ziffern, für die man evtl. haftet.
Ich habe auch nichts dagegen, dass man Griechenland nicht einfach Geld schenkt. Aber gleichzeitig vorschreiben, das Geld bei den Sozialsystemen einzutreiben, aber den ausufernden Militärhaushalt der Griechen schön ausklammert (sind super Kunden von Krauss-Maffey & Co), ne.
07.07.2018 | 12:51 » Moderation benachrichtigen
Der Vorgang und die feudale Gutsherrenart der EU ist unter aller Sau, allerdings.
07.07.2018 | 13:47 » Moderation benachrichtigen
ein donut im interview zum aktuellen heftthema.
schön und gut, aber wie passt DIESES t-shirt DIESER band dazu? :rolleyes:-pmh-, 03.07.2018 12:52 #

Never judge a book by its cover :klugscheiss:.
Im Text heisst es, er war der Einzige, der zu einem Interview bereit war. Da scheint er mehr Rückgrat zu haben als andere. Wobei ich wie schonmal gesagt das nicht einordnen kann.
Wäre doch mal interessant, wieviele (was die Red. durchaus sagen könnte) und wer (was sie nicht sagen können) angefragt wurde :hm:.
07.07.2018 | 21:15 » Moderation benachrichtigen
Ich habe auch nichts dagegen, dass man Griechenland nicht einfach Geld schenkt.Woas Sois..., 07.07.2018 12:47 #

Niemand hat Griechenland Geld geschenkt. Das Geld war nur für die Banken, die Kredite vergeben haben, ohne dass ein Hauch von Kreditwürdigkeit vorhanden war.

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