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VISIONS 304

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28.06.2018 | 21:46 » Moderation benachrichtigen
Der Boy wurde eh nie ernsthaft gehört. Hat ja im Prinzip nur Gucci Mane auf deutsch versucht und Skills oder irgendeine Kante hatte er nie. Da stand wohl eher Faszination im Raum, ob der wirklich so ist und seine Denglish-Dialektik, die zumindest eine zeitlang Internetkult wurde.

Was den Rest angeht: Ich ziehe mir in regelmässigen Abständen rein, was im Deutschrap so angesagt ist. Das Meiste ist schlicht Selbstprofilierungsschrott. Und primär ausgerichtet auf, ich sag mal "arabische" Bedürfnisse. Bisschen Reggaeton für die Ladys (wo die Jungs tatsächlich auch mal relativ nett texten können) und ansonsten Wir-Sind-Die-Härtesten-und-du-kannst-nichts-Gefasel. Fast durchgängig mit Samplen aus orientalischem Musikkosmos unterlegt und sonst natürlich 808's bzw. Trap. Gang-/Crime-Abfeierei inklusive. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist häufig passiv unterlaufen durch die Nichtbenennung, sondern das Ansprechen des "Du". Das hat aber primär mit Deutschland zu tun. In den Ländern der Abstammung oder Herkunft würden so einige wohl wesentlich offener mal ganz gern einen Juden aufknüpfen oder alle Ungläubigen vernichten. Dazwischen gibt es aber immer auch ein paar reflektierte Künstler, die versuchen zu vermitteln.
28.06.2018 | 22:34 » Moderation benachrichtigen
es geht nicht um die musik (die mich auch null interessiert), sondern um die lyrics - und das thema im heft interessiert auch nicht hiphop-fans ... denk ich mal.
hier wird unter dem aspekt der kunst auf teufel komm raus umsatz gemacht mit texten, die nicht mehr tolerierbar sind. von KEINER szene.-pmh-, 28.06.2018 11:45 #


Du hast doch früher selber härteren Metal gehört, da gibt es definitiv mindestens gleichwertiges Zeug. Was für Acts hören deine Kids denn konkret, wenn es Untergrund sein muss?

Ich finde übrigens den "offensichtlich dummen, anstößigen" Rap weit weniger problematisch als das pseudo-ironische Gescheiße von Yung Hurn und Konsorten, die so tun als wäre es irgendwie nicht genau so gemeint, wenn sie einfach nur übers Ficken von Minderjährigen Groupies reden. Mag den Knilch gar nicht. Da ist Farid Bang wenigstens greifbar in dem, was er aussagt.

Was den Rest angeht: Ich ziehe mir in regelmässigen Abständen rein, was im Deutschrap so angesagt ist. Das Meiste ist schlicht Selbstprofilierungsschrott. Und primär ausgerichtet auf, ich sag mal "arabische" Bedürfnisse.Powder To The People, 28.06.2018 21:46 #


Ahahahaha, du Ficker, diese Formulierung. Allerdings widerspreche ich - KMN, Cro und Konsorten sind ja doch eher für die Reihenhauskids, das Aggro-Erbe eher für die Straße (und Reihenhauskids, die so tun wollen, als wären sie nicht Produkt ihrer Umgebung sondern untouchable Zuhälter). Scheiße ist freilich trotzdem das meiste.
29.06.2018 | 08:22 » Moderation benachrichtigen
Drei "kurze" Anmerkungen zum Thema (vielleicht später noch etwas mehr):

1. Aufhänger des Artikels, wie auch der Echo-Diskussion, ist bekanntlich die Textzeile „Mein Körper definierter als von Ausschwitz-Insassen“ von Kollegah und Farid Bank. Zwar zeugt ein solcher Text nicht unbedingt von gutem Geschmack, jedoch ist sie, einzeln betrachtet, jetzt auch nicht so derbe, als dass sie die ganze Aufregung wert ist (dies wird ja auch von der Redaktion im Laufe des Artikels anerkannt).

Auch muss man sagen, dass es im Rock ähnliche, wenn nicht schlimmere, Textzeilen gab. Mir (und wahrscheinlich nicht mir alleine), fiel diesbezüglich vor allem „Death Time“ von Turbonegro ein. Die Zeile „Take a shower in Ausschwitz – It’s Deathtime“, kann, meiner Meinung nach, locker mit o.g. Rap-Zeile mithalten, vor allem angesichts der Tatsache, dass Turbonegro wohl auch kein Lied zur Huldigung der Opfer schreiben wollten, und im Gesamtkontext des Songs („Ask a lesbian for a fuck – It’s Deathtime“), jene dann auch nicht mehr weit von Verhöhnung der Opfer entfernt ist.



2. Im Artikel wird auch auf ein Zwischenfall auf der Bühne eingegangen in welchem die Rapper einen „Fan“ angegriffen haben, nachdem Letzterer sich dem Körperschmuck der Künstler zu schaffen machen wollte. Natürlich hätte man die Situation anders lösen können und sollten, aber ob das Verhalten der Rapper jetzt durchaus schlimmer ist als das eines Josh Homme, der, ohne jeden Grund, einer Fotografin einen Fußtritt ins Gesicht verpasst, sei hingestellt.



3. Betreffend das "Geficke" (Mutter, schwangere Frau, Tochter oder whatever): ich habe mir das "Jung, brutal, gutaussehend 3" - Album, auszugsweise, angehört (man sollte ja wissen worüber man redet). Alleine im ersten Song kommt das Wort "ficken" bestimmt 50 Mal vor, da wird einfach alles gefickt, die ficken sogar die Skills und Platten der anderen Rapper...somit verliert meines Erachtens das Wort seinen ursprünglichen Sinn. Es würde mich nicht wundern wenn in irgendeinem Lied Kollegah und Farid Bang sich selbst gegenseitig "ficken" :bigsmile: Was ich sagen will ist, dass angesichts diesem ganze "Geficke" eine Aussage wie "Ich ficke deine schwangere Frau" dann auch nicht mehr sonderlich gross ins Gewicht fällt.
29.06.2018 | 08:37 » Moderation benachrichtigen
Das "Geficke" ist für viele weniger ein Problem, genauso wie Hurensohn und Co. Im Amirap kommt "Fuck" oder "Son of a bitch" schon immer vor und wird auch von "seriösen" Rappern verwendet. Es geht viel mehr um explizite Darstellungen wie "Pack die Schlampe an der Gurgel" oder "Fick sie, bis ihr Becken bricht". Das ist natürlich auch ein Abbild der Generation Porno, transportiert aber eine inhärente Abwertung der Frau als Benutzobjekt, das auch schon mal auf die Fresse braucht, wenn sie nicht spurt. Ob die das in echt dann auch so handhaben (was ich nicht glaube), ist insofern irrelevant, als das ihre Hörerschaft (die nun mal häufig im minderjährigen Sektor zu verorten ist) eben mitunter dadurch sozialisiert wird.

Die Line von Farid Bang ist absolut geschmacklos und vor allem auch noch falsch (ein abgemagerter Mensch gilt nicht als "definiert"), aber wie dein Turbonegro-Zitat oben zeigt, ist das wohl humoristisch gemeint (wie witzig die Leute das finden, hat er ja nun mitbekommen). Im Rausch des ewigen Vergleicheziehens ist denen eben nicht's zu dumm. Eine gewisse Selbstverarsche ist manchmal ja auch dabei (ausser wenn es um ihren geliebten Islam geht - da hat Humor natürlich nix zu suchen).
29.06.2018 | 08:59 » Moderation benachrichtigen
3. Betreffend das "Geficke" (Mutter, schwangere Frau, Tochter oder whatever): [...] die ficken sogar die Skills und Platten der anderen Rapper...somit verliert meines Erachtens das Wort seinen ursprünglichen Sinn. [...] Was ich sagen will ist, dass angesichts diesem ganze "Geficke" eine Aussage wie "Ich ficke deine schwangere Frau" dann auch nicht mehr sonderlich gross ins Gewicht fällt.theguilt, 29.06.2018 08:22 #

Meiner Meinung nach definitiv doch!
Sollen sie meinetwegen ihre Autos, Felgen, Schmuck, Ohrstecker, Platten, Kohle ficken - ist mir ziemlich egal.
Wenn allerdings konkret gegen Menschen geht und ich würde mal sagen, Frauen zählen da durchaus dazu, dann ist das eine andere Ebene. Dann wirds ekelig, sexistisch, beleidigend, kriminell. Erst recht dann, wenn ein paar Personen auch noch persönlich erwähnt werden (siehe Sidos Frau Charlotte Würdig).
Ich finds ziemlich heftig, wenn du das anders siehst.
29.06.2018 | 09:03 » Moderation benachrichtigen
Drei "kurze" Anmerkungen zum Thema (vielleicht später noch etwas mehr):

1. Aufhänger des Artikels, wie auch der Echo-Diskussion, ist bekanntlich die Textzeile „Mein Körper definierter als von Ausschwitz-Insassen“ von Kollegah und Farid Bank.theguilt, 29.06.2018 08:22 #

Nö. Sehe ich nicht so.
Das ist der Aufhänger der Echo Diskussion, aber nicht des Visions Artikel.
In der Echo-Diskussion finde ich es ziemlich lächerlich, dass man die Zeile kritisiert, aber den anderen sexistischen, homophoben Müll einfach so durchwinkt.

Ja klar wird die Zeile im Artikel erwähnt. Sie steht aber definitiv nicht im Vordergrund.
29.06.2018 | 09:34 » Moderation benachrichtigen
Auch muss man sagen, dass es im Rock ähnliche, wenn nicht schlimmere, Textzeilen gab. Mir (und wahrscheinlich nicht mir alleine), fiel diesbezüglich vor allem „Death Time“ von Turbonegro ein. Die Zeile „Take a shower in Ausschwitz – It’s Deathtime“, kann, meiner Meinung nach, locker mit o.g. Rap-Zeile mithalten, vor allem angesichts der Tatsache, dass Turbonegro wohl auch kein Lied zur Huldigung der Opfer schreiben wollten, und im Gesamtkontext des Songs („Ask a lesbian for a fuck – It’s Deathtime“), jene dann auch nicht mehr weit von Verhöhnung der Opfer entfernt ist.theguilt, 29.06.2018 08:22 #

Ich gebe dir in sofern recht, als dass auch im Bereich Rock allerhand fragwürdige und geschmacklose Texte vorkommen.
Das hat Frau Gore ja in den 80ern ebenfalls bereits festgestellt.

Nur die neue Dimension in der Sache hast du hier außer Acht gelassen. Es geht in dem Artikel um den Deckmantel der Kunstfreiheit, der solche Zeilen, zumindest in Deutschland, unantastbar machen kann.
Dass es sich bei Turbonegro um Kunstfiguren handelt, ist wohl offensichtlich - somit geht die Zeile irgendwie in Ordnung, so blöd sie auch immer sein mag.
Das ganze verschwimmt allerdings gänzlich, wenn wir uns die Rap-Protagonisten anschauen.
Und genau dann wird es problematisch.

Die nächste Punkt ist die Zielgruppe und die Reichweite.
Es werden Verkaufszahlen und Klickraten innerhalb eines begrenzten Zielgebiets (deutschsprachiger Raum) erreicht, von denen können Turbonegro nur träumen. Außerdem schnallen 14 jährige Teenies wohl auch eher deutsche Texte als englische. Zumal man sich im Rap wohl wesentlich eher damit auseinandersetzt, als im Rock.
29.06.2018 | 09:59 » Moderation benachrichtigen
2. Im Artikel wird auch auf ein Zwischenfall auf der Bühne eingegangen in welchem die Rapper einen „Fan“ angegriffen haben, nachdem Letzterer sich dem Körperschmuck der Künstler zu schaffen machen wollte. Natürlich hätte man die Situation anders lösen können und sollten, aber ob das Verhalten der Rapper jetzt durchaus schlimmer ist als das eines Josh Homme, der, ohne jeden Grund, einer Fotografin einen Fußtritt ins Gesicht verpasst, sei hingestellt.theguilt, 29.06.2018 08:22 #

Ja, auch Rockstars sind mitunter veritable Arschlöcher und taugen nur bedingt als Vorbilder.

Wenn allerdings das ganze künstlerische Geschäftsmodell von Gewalt durchzogen ist, sich dass dann noch auf der Bühne in dem extremem Maße wiederspiegelt, dann schließt sich da für mich wunderbar ein Kreis, der den Menschen hinter dem künstlerischen Feigenblatt offenbart. Und siehe da, das Bild ist deckungsgleich!

Ich kenne im Gegenzug keine gewaltverherrlichenden, sexistischen, homophoben, rassistischen Texte von Josh Homme.
Muss aber auch gestehen, dass ich mich mit seinen Texten noch nicht auseinander gesetzt habe.
29.06.2018 | 10:28 » Moderation benachrichtigen
Ich kenne im Gegenzug keine gewaltverherrlichenden, sexistischen, homophoben, rassistischen Texte von Josh Homme.Go Ahead Eagle, 29.06.2018 09:59 #


Das überlässt er Jesse Hughes ;)
29.06.2018 | 10:38 » Moderation benachrichtigen
Ich kenne im Gegenzug keine gewaltverherrlichenden, sexistischen, homophoben, rassistischen Texte von Josh Homme.Go Ahead Eagle, 29.06.2018 09:59 #


Das überlässt er Jesse Hughes ;)theguilt, 29.06.2018 10:28 #

Touché!
Ich finds super, dass die Visions nicht unerwähnt lässt, dass auch vor der eigenen Haustür gekehrt wird und werden muss. Ich wüsste auch nicht, wer wann zuletzt auch nur ein gutes Wort über diese Blitzbirne hat fallen lassen.
29.06.2018 | 13:24 » Moderation benachrichtigen
Auch muss man sagen, dass es im Rock ähnliche, wenn nicht schlimmere, Textzeilen gab.theguilt, 29.06.2018 08:22 #


Es gab auch von Feuilleton-Liebling Haftbefehl sprüche wie "starte wieder einen Holocaust". Kollegah hat einen Song namens "Endlösung". Das Ganze ist weder neu noch allzu cool, allerdings verwundert der kollektive Aufschrei dazu ein wenig, und deutet fast darauf hin, dass alle, die sich erst jetzt entsetzt dazu äußern von der Szene keine Ahnung haben. Warum dann deren Artikel und Takes meine Zeit wert sein sollten, ist halt die Frage.

Das mit Turbonegro ist allerdings erkennbar in einem satirischen Kontext und von einer "Schauspielertruppe". Auch wenn Happy Tom ja z.B. auch privat mit Homophober scheiße aufgefallen ist, fällt die Trennung Künstler/Kunst da viel leichter finde ich.

3. Betreffend das "Geficke" (Mutter, schwangere Frau, Tochter oder whatever): ich habe mir das "Jung, brutal, gutaussehend 3" - Album, auszugsweise, angehört (man sollte ja wissen worüber man redet). Alleine im ersten Song kommt das Wort "ficken" bestimmt 50 Mal vor, da wird einfach alles gefickt, die ficken sogar die Skills und Platten der anderen Rapper...somit verliert meines Erachtens das Wort seinen ursprünglichen Sinn. Es würde mich nicht wundern wenn in irgendeinem Lied Kollegah und Farid Bang sich selbst gegenseitig "ficken" :bigsmile: Was ich sagen will ist, dass angesichts diesem ganze "Geficke" eine Aussage wie "Ich ficke deine schwangere Frau" dann auch nicht mehr sonderlich gross ins Gewicht fällt.


Ficken heißt halt erniedrigen, kaputt machen, was auch immer, wodurch es in der Tat eine andere Bedeutung kriegt an der Stelle: Es ist mit ziemlicher Sicherheit kein "ich Charmeur bringe deine Frau zum Seitensprung" sondern eher eine implizierte Vergewaltigung - auch hier: Von Kollegah gibt es einige vorhergehende Tracks, wo er genau das auch ausspricht (ich weiß auf jeden Fall, dass das irgendwo auf dem Hoodtape 1 vorkommt, müsste nachsehen welcher Track).
01.07.2018 | 21:58 » Moderation benachrichtigen
Ich hoffe (und erwarte) von der Visions Redaktion die selbe Art und Weise der Umgehungsweise mit der heiligen Kuh Maynard, wie bei Jesse Lacey...
01.07.2018 | 22:12 » Moderation benachrichtigen
Sollte man kritisch angehen, aber bitte nicht schon wieder vorauseilend ein Verdikt fällen.
Lacey hat die Kontakte ja nicht abgestritten, Maynard bestreitet dies.
(Wobei ich persönlich die Sache bei Lacey auch nicht für würdig eines Todesurteils halte.)
02.07.2018 | 09:55 » Moderation benachrichtigen
Pro Person nur eine Fackel/Mistforke :klugscheiss: .
02.07.2018 | 15:43 » Moderation benachrichtigen
Falls noch nicht erwähnt oder schon gesehen, empfehle ich diese Doku über Antisemitismus und Homophobie im deutschen Rap.

03.07.2018 | 12:52 » Moderation benachrichtigen
ein donut im interview zum aktuellen heftthema.
schön und gut, aber wie passt DIESES t-shirt DIESER band dazu? :rolleyes:
05.07.2018 | 01:43 » Moderation benachrichtigen
Ich hoffe (und erwarte) von der Visions Redaktion die selbe Art und Weise der Umgehungsweise mit der heiligen Kuh Maynard, wie bei Jesse Lacey...theguilt, 01.07.2018 21:58 #

Tja schwierig. Was machen sie jetzt? Ich persönlich hielt die Reaktion auf Lacey nicht für richtig. Es würde mich jedenfalls sehr wundern, wenn wieder so ein -fast- einstimmiges Statement der ganzen Redaktion dazu kommen würde. Zumindest Helm dürfte ihre Tool-, A Perfect Circle- und Puscifer-Platten bereits zu Konfetti verarbeitet haben :hm:.
05.07.2018 | 10:21 » Moderation benachrichtigen
Die kann sie mir aber vorher wenigstens per Post zusenden.
07.07.2018 | 08:04 » Moderation benachrichtigen
Nochmal danke für den Beitrag zum Battle-Rap. Es wurde versucht viel einfliessen und bedenken zu lassen, allerdings musste ich schon ein bisschen schmunzeln, wie vorsichtig ihr um den heissen Brei tanzt, bis ihr auf Seite 5 oder so endlich auf den Punkt kommt: Es ist Musik die zu einem grossen Teil von Menschen mit Migrationshintergrund gehört wird. Ja. Die mit Codes und Dogmen aus deren kulturellem Schmelztiegel jongliert. Und die immense Sorge, Applaus von der falschen Seite zu bekommen.
Aber ist das nicht noch ein viel grösseres Zugeständnis an die falsche Seite? Ihnen quasi ganze Themengebiete zu überlassen, nur aus Sorge sie könnten einem zustimmen? Ist das das Hemmnis der neuen Linken? Wenn die AfD morgen die Orange zur "Nationalfrucht" ernennt, darf man keine Orange mehr essen? Weil könnte denen ja gefallen?

Hier zeigt sich eines der massiven Probleme der immer regressiver denkenden, weit linksaussen Stehenden. Die Ambivalenz aushalten, beide Seiten kritisieren, lautstark gegen Nazis (das ist einfach) aber auch gegen graue Wölfe (schon schwerer) sein. Deutscher Nationalismus/Faschismus ist genauso schlimm wie türkischer, marokkanischer, chinesischer, amerikanischer - es gibt dabei keine "nettere" Version. Aber eben in beide Richtungen. Dass Deutschland ein so offenes und liberales Land wurde, ist weder Marx noch der Loveparade zu verdanken. Es gründet sich auf Solidarität, Sozialdemokratie und am Ende eben Wohlstand. Nur wer locker leben kann, ohne zwingende Einflussnahme von Ideologien/Religionen/Kriegen/Hunger, geht entspannter mit allerlei Themen um. Der kann aus relaxten Positionen und mit Bedacht für Freiheit sorgen. Der Rest kann das unter bestimmten Umständen zwar auch, steckt aber schon fast selbstprophezeiend im Schwarz-Weiss-Denken fest. Deswegen verstehe ich nicht, wieso viele aus der linken Szene immer mehr in diese Richtung tendieren.
07.07.2018 | 08:15 » Moderation benachrichtigen
Gute Worte. Die Meinung, man stehe auf der guten Seite, allein ist noch kein Argument. Das denkt sicher auch ein Trump. Permanentes hinterfragen und die Folgen begutachten.

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