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Höhere Mathematik bei und mit Prof. Puder

39 Beiträge - 2982 Aufrufe

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22.01.2018 | 20:32 » Moderation benachrichtigen
@eti
Natürlich, das war bisher nur Vorbereitung für eine dezidierte Abarbeitung. Naked City und John Zorn werden später noch eine Rolle bezüglich dem Avantgarde Metal spielenPowder To The People, 22.01.2018 20:08 #

Da freu ich mich sogar drauf.:bigsmile:
22.01.2018 | 20:51 » Moderation benachrichtigen
@Powdi, ich finde deine Ausführungen bisher höchst interessant, zumal ich zB erst spät auf Dillinger Escape Plan aufmerksam gemacht wurde. Die haben mich voll erwischt und mein Interesse am Genre erweckt (obwohl ich bisher nur ein Album besitze, ändert sich aber da ich dem Amano noch zwei weitere abkaufe) Das faszinierende am Mathcore ist für mich der versteckte Song im Brachialem. Ist so als würde man eine einzige Stimme aus einer riesigen lauten Menschenmenge heraushören.(Ich kann es nicht anders beschreiben).
22.01.2018 | 21:05 » Moderation benachrichtigen
Das ist eigentlich ganz gut beschrieben, Pixie. Für mich hat das ganze Genre schon fast etwas hypnotisches. Das Chaos führt dazu, dass mein Hirn beim Versuch es zu ordnen einfach abschaltet. Dann, wenn man den Abwehrreflex abgestellt hat, fängt man an detailliert zu hören und entdeckt plötzlich Strukturen. Jetzt muss man dazu sagen, dass DEP natürlich durch die relative Nähe zu Faith No More für Alternative Hörer einige sehr zugängliche Songs haben. Daher ist der Einstieg wohl leichter.
22.01.2018 | 21:37 » Moderation benachrichtigen
Unvergessen für mich ist ein Konzert von The Hirsch Effekt 2014 in einem Minini-Club in Münster

...die Luft hat so gebrannt wie bei den Berliner Philharmonikern, wenn sie Wagner spielen - unfassbar :bow:
22.01.2018 | 22:23 » Moderation benachrichtigen
das was pixie und powdi da beschrieben haben, ist mir ganz genau so mal bei nem absolut verrückten freejazz.konzert passiert. just in dem moment, als ich für mich aufgegeben habe, das durchsteigen zu wollen, hat sich die songstruktur eröffnet. ein euphorie.erlebnis der sonderklasse!

dep hab ich mal als vorband von system of a down gesehen und fand es fürchterlich... seitdem aber auch nie wieder probiert.
23.01.2018 | 09:49 » Moderation benachrichtigen
Sehr interessant zu lesen, vielen Dank! Manches kenne ich, aber manches ist an mir vorbei gegangen und muss dringend nachgeholt werden. Zum Beispiel Botch, da wollte ich schon immer mal reinhören. Die anderen Bands von Brian Cook, These Arms are Snakes und Russian Circles, gehören zu meinen Lieblingen :cheers:
23.01.2018 | 10:12 » Moderation benachrichtigen
Naked City und John Zorn werden später noch eine Rolle bezüglich dem Avantgarde Metal spielen, aber wie gesagt - zunächst erstmal die Mathcore/Noisecore-Schiene.Powder To The People, 22.01.2018 20:08 #


sorry Powdi, ich wollte dir da nichts vorwegnehmen! Das war nur mein erster Gedanke bei den musikalischen Beschreibungen (die bislang genannten Bands hab ich aber nie aktiv gehört). Gerade bei den Live-Shows (auf YT findet man problemlos einige) wird klar, dass selbst bei dem so ultimativ arbiträr wirkenden Kram von Naked City absolut bewusstes (Zusammen-)Spiel dahintersteckt. Aber da warte ich jetzt einfach auf deinen Beitrag dazu! :cheers:
23.01.2018 | 11:10 » Moderation benachrichtigen
dep hab ich mal als vorband von system of a down gesehen und fand es fürchterlich... seitdem aber auch nie wieder probiert.cornello, 22.01.2018 22:23 #

Bei mir war es umgekehrt, nach der Show hatte ich keine Lust mehr auf Sysm
23.01.2018 | 16:07 » Moderation benachrichtigen
Auf Süssem habe ich schon ewiglich keine Lust mehr, DEP hingegen wollte ich mich schon länger mal ernsthaft widmen - bisher sind nur Ironie und Fraumaschine Teil meiner Sammlung.
Derweil auch ein Anliegen: Toller Thread! I like Vers mucho grande!!
28.01.2018 | 15:16 » Moderation benachrichtigen
So. Nun hab ich mir ein wenig selbst ins Knie geschossen, da ich den Aufbau der Vorlesung anders im Sinn hatte. Eigentlich wollte ich zunächst forumsrelevante Bands zum Anfüttern verwenden, hab mich aber mit dem Fokus auf "Core" chronologisch selbst verarscht. Also ziehen wir es erstmal durch.

Nach dem anfangs beschriebenen Impact von DEP auf die Hardcore-Szene gründeten sich rund um den Milleniumswechsel reihenweise Bands, die absichtlich bösartig unhörbar klingen wollten. Während die Gruppen in den 90ern noch zumindest strukturell einigermassen fassbar waren, kannte die Absurdität keine Grenzen mehr. Alle Spielarten der Extreme wurden vermengt. Um aber erstmal grob im Core-Sektor zu bleiben, hier zunächst ein paar Veröffentlichungen, die die Szene nachhaltig beeinflussten. Und zwar unabhängig davon, ob es Oneshots blieben. So einige Künstler verschwanden nämlich recht schnell nach Veröffentlichung wieder. Sehr bekannte Bands des Genres schliesse ich zunächst erstmal aus, das schiebe ich zur Forumrelevanz.
28.01.2018 | 15:32 » Moderation benachrichtigen
Alphabetisch ist am einfachsten:

Die Band Architect liess bereits 2003 von sich hören. Wer jetzt verwirrt ist - nein, es sind nicht die Architects. Da letztere zu der Zeit auch bereits aktiv waren, hinterliess die Namenswahl Stirnrunzeln. Damals, 2003 allerdings, veröffentlichte die Band unter dem Pseudonym Found Dead Hanging die EP "Dulling Occams Razor". Das Minialbum war so räudig, dass selbst zu dieser Zeit schon so bekannter Krach demütig abduckte. Dann dauerte es 4 Jahre bis unter dem neuen Namen "All Is Not Lost" erschien, dass in seiner Unbarmherzigkeit ähnlich wuchtig klang, sich aber ein paar Ruhesequenzen gönnte bzw. hauchzart Postmetaleinflüsse zuliess. Das wurde auf dem ein Jahr später erscheinenden "Ghost Of The Salt Water Machines" noch ein wenig vertieft. Anschliessend war Schluss.
28.01.2018 | 15:43 » Moderation benachrichtigen
As The Sun Sets machten 1999 das erste Mal von sich reden. Eigentlich aus dem Grindcore liessen sie ähnlich Graf Orlock Filmsamples als Zwischentöne einfliessen. Klangen auf ihrem Debüt Each Individual Voice Is Dead In The Silence noch relativ typisch für Grindcore aus dieser Zeit, verlagerten auf dem Nachfolger 7744 den Fokus allerdings auf chaotische Gitarrenläufe und ein unangenehmes Grundgefühl, welches gelegentlich durch seltsamen Schönklang wieder aufgebrochen wurde. Eine faszinierende Viertelstunde.
28.01.2018 | 16:00 » Moderation benachrichtigen
Back When waren eines der Beispiele für Soundabkehr. Ihre intern mächtig gefeierten EP's Celebration Of Alceste und Swords Against The Father lieferten alle Trademarks und sind stellenweise knüppelhart, bewahrten sich aber eine Affinität gegenüber Screamo und Sludge. Davon hätte man gern ein ganzes Album gehört. Als "We Sang As Ghosts" dann allerdings erschien, wurde man enttäuscht. Die Jungs orientierten sich fortan lieber an Versatzstücken des Postmetal. Isis und Neurosis waren nun die Vorbilder, was auf dem Nachfolger Champion Hologram noch deutlicher weil noch progressiver wurde. Das war alles nicht schlecht gemacht (Geheimtip für Fennegk), enttäuschte nur das entsprechende Klientel.
28.01.2018 | 16:14 » Moderation benachrichtigen
Beecher aus Manchester kamen aus dem Metalcore-Umfeld, waren aber eigentlich viel zu chaotisch für den Durchschnittsbreakdowner. Ihre Debüt-EP Resention Is A Big World In A Small Town liess das bereits vermuten, obwohl mit teils unpassendem Cleangesang und dem ein oder anderen Klischee beladen. Die erste LP Breaking The Fourth Wall war da schon geformter, wenn auch noch nicht ganz so wichtig wie der Nachfolger "This Elegy, His Autopsy". Letzterer graste nämlich schamlos in diversen Richtungen. War im tonnenschweren Sludgemetal genauso Zuhause wie in Fingerübungen. Bringt aber eben auch mal Indietöne. Tolles Ding.
28.01.2018 | 16:28 » Moderation benachrichtigen
Celebrity-Alarm! Howard Jones, den Meisten hier als ehemaliger Frontschmalzer von Killswitch Engage bekannt, unterhielt vorher Blood Has Been Shed. Obwohl die erste EP I Dwell On Thoughts Of You noch nach zwar wuchtigem, aber zu dieser Zeit eben häufiger gespielten Metalcore klang, wurde die Band später vertrackter. Auch die Debüt-LP "Novella Of Uriel" war noch so gestrickt, enthielt jedoch schon aufwändigeres Songwriting und den Hang zu Krach. Das wurde gnadenlos potenziert mit dem zweiten und letzten Album Spirals. Der Groove blieb, das Chaos griff aber immer wieder ein und machte die Songs zu bösartigen Angriffen auf Hörer, die sich auf die Metalcore-Ausbrüche in Richtung Pathos spezialisierten. Dass Jones anschliessend genau dort einstieg, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
11.02.2018 | 16:31 » Moderation benachrichtigen
Wie es sich für einen verwirrten Professor gehört und ganz dem wilden Hin- und Hergespringe des Genres entsprechend, handhabe ich es wieder anders. Deswegen folgen nun erst einmal forenrelevante Alben. Soll heissen: Trotz durchgeknalltem Äusseren handelt es sich um Musik, die vielen hier gefallen könnte oder die recht einzigartig in ihrer Durchführung/Atmosphäre ist. Da könnte das ein oder andere bereits bekannte dabei sein. So auch:


The End - Elementary

Einer dieser ungoogelbaren Bandnamen. The End änderten im Verlauf ihren Sound fortlaufend. War die Debüt EP "Transfer Trachea Reverberations from Point: False Omniscient" noch recht klar vom frühen DEP-Sound beeinflusst, zeigte die erste LP "Within Dividia" einen eigenständigen, erbarmungslosen, sehr sterilen Klang. Das alles änderte sich wiederrum auf dem oben angepriesenen Album Nummer 2. Die Band stellte Atmosphäre und Cleangesang mehr in den Vordergrund. Ergebnis war ein deutlich differenzierteres Soundbild, welches Referenzen von Tool bis Alice In Chains einschloss, gleichermassen aber gerne auf die Technik früherer Zeiten zugriff. So klingt bspw. Throwing Stones zunächst nach einem verlorenen A Perfect Circle Track bevor es unbequem wird. Animals funktioniert genau andersrum. Das Album pendelt zwischen solchen Angriffen und atmosphärisch durchzogenen Stücken wie The Moth And I und dem beinahe 10-minütigen Abschluss And Always..., den man glatt für einen modernen Doors-Song halten könnte.
Das Ding ist im Forum schon einigen bekannt, insbesondere Rio und Peter hab ich abfeiernd in Erinnerung. Zu empfehlen wäre es weiterhin für Eigi (der es aber glaub ich auch schon kennt), Corni und bisweilen vielleicht sogar Olsen. Man weiss es nicht genau.
11.02.2018 | 16:55 » Moderation benachrichtigen
Steht bei mir schon seit Langem im Regal und könnte auch mal wieder rotierend gewürdigt werden :hi: .
11.02.2018 | 17:07 » Moderation benachrichtigen
Steht bei mir schon seit Langem im Regal ...eigenwert, 11.02.2018 16:55 #

.
11.02.2018 | 17:47 » Moderation benachrichtigen
Also noch richtig in Erinnerung. Bei Woas sowieso, da hatte ich keine Zweifel. Machen wir mit etwas anderem weiter, bei dem ich mir da nicht ganz so sicher bin ob der Bekanntheit:


Spitfire - Cult Fiction

Ein Album, das trotz hervorragender Kritiken weitgehend unbekannt scheint. Spitfire gründeten sich Mitte der 90er und veröffentlichten ihre Debüt-LP The Dead Next Door '99. Da klang das noch nach zu der Zeit typisch gespielten Metalcore der Marke Zao. Nach etwas Auszeit stiess Ex-Scarlet-Frontmann Jon Spencer dazu und im Jahre 2006 erschien das zweite Album Self-Help, welches ziemlich genau nach der Schnittmenge aus Scarlet und Norma Jean tönte (kein Wunder: Schliesslich bestand die Besetzung aus Ex-Mitgliedern beider Bands). Was bereits 2 Jahre danach aber mit Cult Fiction folgen sollte, war so nicht zu erwarten. Die Band äusserte vorher es sei das Dunkelste, Abgründigste und Diverseste, das sie je schufen. Und oh wie sie Recht behielten. Selten ein Album mit einer solch düsteren Atmosphäre erlebt. Das Grundgerüst von komplexem Metalcore blieb, aber die Soundkulisse wurde mit Samples und Soundeffekten erweitert. Spencer nahm vereinzelt schiefen Cleangesang mit ins Programm, spielte Orgel und Piano ein. 1/3 der 15 Songs sind mitunter verstörende Instrumentals. Was bei den regulären Songs passiert, ist nicht weniger gruselig. Der Opener "Arrhythmia Drift" beginnt bekannt, wird dann schräg und ruhig zugleich bevor ein Noisecore-Outro mit einer über ein Schifferklavier laufenden Katze urplötzlich stoppt und Platz macht für ein Gruselsoundscape, mit dem "Chemo Therapist" startet. Selbiger Song gönnt sich zu Beginn ein tonnenschweres Sludgeriff und einen austickenden Frontmann. Der klingt hier zusammen mit fiesen Noisesamples nach absolutem Wahnsinn. Und wir sind erst bei Song 2. Im weiteren Verlauf verschlimmert sich das Unwohlsein zusehends. Das bitterböse Ende von "Crossed", das mit fiesen Filmpassagen durchzogene "Track Marxist", das sechs Minuten lang Schmerzen auslösende "Meat Maker", die Machinengewehr-Snare in "Pro-Life" - alles dient dem Zweck. Dieses Album soll weh tun. Nicht im Sinne von unhörbar, sondern noch nachvollziehbar. Wie ein Gang durch eine Hochsicherheitspsychatrie, an deren Ende die Zelle im Todestrakt auf einen selbst wartet.
Wer Norma Jean mag und sich auf einen Film einlassen kann, kommt hier nicht drumrum.

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