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VISIONS : Alben des Jahres 2017

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23.12.2017 | 21:06 » Moderation benachrichtigen
Unglaublich, wie selektiv man lesen kann.
23.12.2017 | 21:11 » Moderation benachrichtigen
Naja, da ist bisweilen auch 'ne Menge Hörensagen dabei. "Ich kannte mal eine, die eine kannte, die mit einer auf die Highschool ging..."
23.12.2017 | 21:22 » Moderation benachrichtigen
Ja, teils schon, aber eigentlich nie um so viele Ecken - es sind immer Leute, die mit den Betroffenen persönlich befreundet waren oder selbst Situationen oder Geschichten miterlebt haben. Im Grunde finde ich es schon sehr aussagekräftig, dass er nichts davon, was dieses "Hauptopfer" geschrieben hat, dementiert hat. Dass sich da noch diverse andere Leute zu Wort melden, die ja im Grunde nichts davon haben, ihn anzuschwärzen, spricht noch zusätzlich für seine Schuld. Und von Vergewaltigung hab ich bisher überhaupt nichts gehört, aber ist jetzt alles palletti, solange es nicht zu einer Vergewaltigung kam oder wie?
23.12.2017 | 22:10 » Moderation benachrichtigen
Der Spielraum zwischen "alles paletti" und "Vergewaltigung" ist sehr groß.
23.12.2017 | 22:10 » Moderation benachrichtigen
Es ging darum, dass Helm in ihrem Artikel recht schnell einen Bezug zu Vergewaltigung herstellte, ohne einen klaren Cut zu machen. Ausserdem verteidigt keiner Laceys Taten. Es geht darum, dass eine Zeitschrift eine Band (also 4 Musiker) und ihr jüngstes Album (wahrscheinlich auch die alten) komplett negiert ohne einen offiziellen Schuldspruch und erklärt mit einer Meinung. Damit SCHAFFT sie Meinung. Man hätte auch einfach ein "Aufgrund der derzeitigen Unklarheit rund um die Person Lacey behalten wir uns vor, das Album nicht in unsere Wertung einzubeziehen" verwenden können und Helm hätte ihre Meinung in einem Blog oder auf Anfrage kundtun können. Sie tut es aber für die Visions ("für uns gestorben"). Als eine der grössten Zeitschriften für alternative Musik hat die Visions eine entsprechende Range und kann somit die Person Lacey in einer einseitigen Darstellung diskreditieren (von der Band ganz zu schweigen); gerade junge Leser können häufig zwischen Meinung und objektiver Darstellung nicht unterscheiden. Dass Lacey da ekligen Rockstarscheissdreck abgezogen hat, der gerne zu einer empfindlichen Strafe führen darf, steht ausser Frage. Alphex und ich mögen einfach keine Mobs, egal für welche Seite sie kämpfen. Und mit sowas schafft man Mobs. Mal ganz ab davon, dass der ein oder andere fragwürdige Rockheld seinen Weg in die Charts gefunden hat.

Erinnert mich (ohne direkten Bezug) ein wenig an Darkthrone Mitte der 90er, die in einem Anfall von schlechtem Witz "True Arsk Black Metal" auf die Rückseite ihres Albums "Under A Funeral Moon" druckten. Die deutsche Presse war entsprechend empört und bis in die 2000er konnte man trotz steter Veröffentlichungen so gut wie nichts über die Band erfahren. NS-Devotionalien-Sammler Kilmister und Slayer-Kackhaufen mit versteiftem rechten Arm namens Hannemann waren aber gern gesehene Gäste. Mittlerweile hängt Kühnemund regelmässig in Fenriz' Wohnung in Oslo ab und alle sind digge miteinander. Da wurde mir zum ersten Mal klar, welchen Einfluss Zeitschriften auf den Ruf einer Band haben können. (Wie gesagt kein direkter Bezug zur Brand New-Thematik)
23.12.2017 | 22:24 » Moderation benachrichtigen
Boxhamsters anyone? Da wurde das Fass auch nicht aufgemacht.
23.12.2017 | 22:30 » Moderation benachrichtigen
Sorry, ich hab überhaupt keinen Bezug auf den Visions-Artikel genommen, weil ich den nicht kenne. Deswegen war mir jetzt auch nicht klar, wie hier Vergewaltigung ins Spiel kam. Ich sage nur: Das, was dieses Mädchen da erzählt, klingt schon sehr widerlich, und andere Aussagen stützen das. Und wenn Alphex, der sich damit anscheinend umfassend auseinandergesetzt hat, dann schreibt, dass es sich nur auf "wollte Nacktbilder über Skype" und "hat mich über Internet angesextet als ich Minderjährig war" belief und er von Zeugen überhaupt nix gelesen haben will, dann frag ich mich schon, ob er den Teil mit dem Onanieren und mit der psychischen Manipulation und den Erniedrigungen nur überlesen hat oder bagatellisiert.
23.12.2017 | 23:35 » Moderation benachrichtigen
Eines vorneweg,ich bin hier komplett auf Hirntots Seite. Mir hat die ganze Geschichte das Album komplett versaut. Eigentlich war die Platte auf Platz 1 meiner Jahrescharts gebucht, aber ich kann sie mir nicht mehr anhören.

Es ging darum, dass Helm in ihrem Artikel recht schnell einen Bezug zu Vergewaltigung herstellte, ohne einen klaren Cut zu machen.Powder To The People, 23.12.2017 22:10 #

Sorry aber einen Unterschied zwischen einer Vergewaltigung und einer fortgesetzten Emotionalen Vergewaltigung sehe ich einfach nicht, nur das sich die Emotionale manchmal noch länger hinzieht.
Es geht darum, dass eine Zeitschrift eine Band (also 4 Musiker) und ihr jüngstes Album (wahrscheinlich auch die alten) komplett negiert ohne einen offiziellen Schuldspruch und erklärt mit einer Meinung.Powder To The People, 23.12.2017 22:10 #

Übrigens haben einige Redakteure das Album in ihren persönlichen Top5 Listen. Ich leite davon eher ab das manche sicher noch Sience Fiction zu schätzen wissen aber die Redaktion geschlossen auch keine Werbung mehr dafür machen möchte.

Was ich persönlich an Britta Helms Artikel beeindruckend fand, war die These zu den Verfehlungen von Emo Musikern, denn da hat sie bei mir einen wunden Punkt getroffen. Denn Powder hat es ja schon angesprochen, Black Metal Musiker sind sehr häufig Idioten und reden Stuss, da kann ich mit zurecht kommen, solange es keine echte Nazi Scheiße ist oder echte Verbrechen ins Spiel kommen. Aber wenn Leute die einem eher über die emotionale Schiene kommen einen enttäuschen wirkt das dann doch mehr nach.
24.12.2017 | 00:07 » Moderation benachrichtigen
Sorry aber einen Unterschied zwischen einer Vergewaltigung und einer fortgesetzten Emotionalen Vergewaltigung sehe ich einfach nicht, nur das sich die Emotionale manchmal noch länger hinzieht.Harry Gant, 23.12.2017 23:35 #

Nein Harry, einfach nein. Eine "emotionale Vergewaltigung" ist abhängig von der psychischen Stabilität mitunter gar nicht möglich. Falls doch, kann es selbstverständlich langwierige Probleme auslösen. Eine richtige Vergewaltigung allerdings, ist eine physische UND psychische Extremsituation, die zwar meistens nur wenige Minuten dauert, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit langjährige körperliche wie mentale Folgeerscheinungen nach sich zieht. Die Hilflosigkeit passiert dort auf ALLEN Ebenen.

Übrigens gilt Black Metal in der Metal-Community als emotionalste Ausdrucksform des Genres, weswegen viele auch sehr damit hadern, wenn Bands NSBM-Vorwürfe bekommen.
24.12.2017 | 00:14 » Moderation benachrichtigen
Übrigens gilt Black Metal in der Metal-Community als emotionalste Ausdrucksform des GenresPowder To The People, 24.12.2017 00:07 #


Wirklich? Das höre ich zum ersten Mal.
24.12.2017 | 00:23 » Moderation benachrichtigen
Sorry aber einen Unterschied zwischen einer Vergewaltigung und einer fortgesetzten Emotionalen Vergewaltigung sehe ich einfach nicht, nur das sich die Emotionale manchmal noch länger hinzieht.Harry Gant, 23.12.2017 23:35 #

Nein Harry, einfach nein. Eine "emotionale Vergewaltigung" ist abhängig von der psychischen Stabilität mitunter gar nicht möglich. Falls doch, kann es selbstverständlich langwierige Probleme auslösen. Eine richtige Vergewaltigung allerdings, ist eine physische UND psychische Extremsituation, die zwar meistens nur wenige Minuten dauert, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit langjährige körperliche wie mentale Folgeerscheinungen nach sich zieht. Die Hilflosigkeit passiert dort auf ALLEN Ebenen.

Übrigens gilt Black Metal in der Metal-Community als emotionalste Ausdrucksform des Genres, weswegen viele auch sehr damit hadern, wenn Bands NSBM-Vorwürfe bekommen.Powder To The People, 24.12.2017 00:07 #

Ja und nein. Ich gebe dir vollkommen recht eine Körperliche Vergewaltigung ist eine Extremsituation die die Betroffene Person komplett aus ihrem Leben reißt, aber Hilflosigkeit und Selbsthass gibt es auch wenn jemand emotional komplett hilflos ist und und jemandem anderen ausgeliefert ist der das ausnutzt. Auch das sind Narben die man nicht so leicht wieder los wird.
24.12.2017 | 00:27 » Moderation benachrichtigen
Wer Black Metal hört und aus der Szene ist, hört meist wenig anderes. Man muss nur mal die ganzen Ami Youtuber oder gar Einheimische, wie den dunklen Parabelritter bzw Krachmucker verfolgen. Sobald es um das Thema geht, wird es immer emotional und wie ergriffen sie sind usw. Ok, ich hätte schreiben sollen Extrem Metal Community. War zu allgemein gefasst.
24.12.2017 | 12:30 » Moderation benachrichtigen
Sorry aber einen Unterschied zwischen einer Vergewaltigung und einer fortgesetzten Emotionalen Vergewaltigung sehe ich einfach nicht, nur das sich die Emotionale manchmal noch länger hinzieht.Harry Gant, 23.12.2017 23:35 #

Nein Harry, einfach nein. Eine "emotionale Vergewaltigung" ist abhängig von der psychischen Stabilität mitunter gar nicht möglich. Falls doch, kann es selbstverständlich langwierige Probleme auslösen. Eine richtige Vergewaltigung allerdings, ist eine physische UND psychische Extremsituation, die zwar meistens nur wenige Minuten dauert, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit langjährige körperliche wie mentale Folgeerscheinungen nach sich zieht. Die Hilflosigkeit passiert dort auf ALLEN Ebenen.

Übrigens gilt Black Metal in der Metal-Community als emotionalste Ausdrucksform des Genres, weswegen viele auch sehr damit hadern, wenn Bands NSBM-Vorwürfe bekommen.Powder To The People, 24.12.2017 00:07 #

Ja und nein. Ich gebe dir vollkommen recht eine Körperliche Vergewaltigung ist eine Extremsituation die die Betroffene Person komplett aus ihrem Leben reißt, aber Hilflosigkeit und Selbsthass gibt es auch wenn jemand emotional komplett hilflos ist und und jemandem anderen ausgeliefert ist der das ausnutzt. Auch das sind Narben die man nicht so leicht wieder los wird.Harry Gant, 24.12.2017 00:23 #

Das hab ich auch nicht angezweifelt. Es ist nur schlicht nicht dasselbe. Bin ich menschliche Teflonpfanne, sag' ich "Fick dich!" und die Sache ist erledigt. Bin ich es nicht, kann ein Stromausfall oder schlechte Internetverbindung das Ganze beenden. Bei einer körperlichen Situation wäre das maximale Glück, dass ein Passant hilft oder durch Zufall etwas dazwischen kommt. Leider unwahrscheinlich.

Ich wiederhole nochmal: Ich verteidige Lacey nicht. Ich möchte nur nicht, dass ohne Klarheit über die Situation Stimmung gemacht wird. Man stelle sich mal vor, die beiden Frauen kämen morgen und würden sagen, dass das alles doch nicht so lief oder wesentlich harmloser war (was ich nicht glaube). Was wäre die Reaktion? Es würde keinen mehr interessieren wie es wirklich lief. Die Leute würden einfach nur assoziieren: Lacey=Vergewaltigung. Da war mal irgendwas im Raum und dann stimmt das auch.
Mal angenommen, eine Pat. von mir würde morgen behaupten, ich hätte sie unsittlich berührt. Dann könnte ich das nicht mal direkt abstreiten, da ich als Physiotherapeut mitunter auch an der Innenseite der Oberschenkel arbeiten muss oder in der Po-Region massiere. Selbst wenn dann nach eingänglicher Prüfung und vielleicht sogar Negierung ihrerseits rauskommt, dass ich unschuldig bin - die Leute in der Umgebung würden nur assoziieren - Ah, Physio soundso, da war mal was. Da gehen wir nicht mehr hin. Das Ausmaß ist kaum zu messen.
Im Übrigen ist das Thema in den letzten Jahren sehr viel sensibler geworden und ihm wird zumindest in den Berufsfeldern ausserhalb von Kunst deutlich mehr Bedeutung beigemessen. In meiner persönlichen Laufbahn gab es an den Arbeitsstellen, an denen ich war, 4 Fälle (vorrangig bei den Kliniken) in denen es Thema war (Pat. bzw. Angestellte). Da war jedes Mal die Hölle los, mit Polizei, mehreren Gesprächen mit Geschäftsführung/Klinikleitung/Zeugen/Beteiliten etc. etc. Keiner der Fälle hatte sich am Ende bestätigt, aber mitunter war monatelang Ausnahmezustand. Ich bin dafür, dass das eben auch im Sektor Kunst passiert. Nur würde ich gern bei Rechtsstaat, Unschuldsvermutung und Rehabiliationsverfahren bleiben, bevor Fackeln/Heugabeln/Scheiterhaufen wieder auf's Programm kommen. Das klingt jetzt überzogen, ich weiss. Ich sehe aber gerade bei Facebook massive Tendenzen in diese Richtung von allen Seiten.
24.12.2017 | 16:35 » Moderation benachrichtigen
Und wenn Alphex, der sich damit anscheinend umfassend auseinandergesetzt hat, dann schreibt, dass es sich nur auf "wollte Nacktbilder über Skype" und "hat mich über Internet angesextet als ich Minderjährig war" belief und er von Zeugen überhaupt nix gelesen haben will, dann frag ich mich schon, ob er den Teil mit dem Onanieren und mit der psychischen Manipulation und den Erniedrigungen nur überlesen hat oder bagatellisiert.HIRNTOT, 23.12.2017 22:30 #


Für mich ist Vergewaltigung halt etwas, dass man nicht vorschnell als Vergleich heranzieht. Kann mir kaum üblere Scheiße vorstellen, und daher will ich das nicht verharmlosen, indem ich "schau mir über skype beim wichsen zu" damit vergleiche, denn der physische Druck fällt in letzterem Fall (anders als z.B. bei Weinstein) völlig weg.

Natürlich ist es moralisch alles andere als geil, Groupies mit Sternchen in den Augen mit "los, mach schon" zu Nacktpics oder Masturbationsbeobachtung zu drängen. Mich kotzt nur an, dass der Aspekt "und sie war minderjährig!" hier so dermaßen als Knackpunkt gesehen wird. Axl Rose hat Groupies Backstage in Katzentoiletten pissen lassen weil er's geil fand. Die Drucksituation backstage war allemal höher als via Skype. Das ist IMMER dabei, wenn eine Fan, der andere Star ist. Das Rumgereite "ja aber sie war minderjährig und damit war das illegal!" finde ich halt scheinheilig. Hier im Forum kokettieren die Leute REGELMÄSSIG mit ihrem Drogenkonsum.

Dass Lacey eine kaputte Sau ist, weiß doch jeder, der die Band hört. Möglichst authentisch und zerbrochen soll die Künstlerseele sein, aber die Person selbst absolut stabil und ohne destruktives Verhalten gegenüber dem Umfeld? Schön zur wilden Rockshow, aber wehe, es spritzt Blut ins Publikum? Gangsterrapper hören weil so authentisch und rau, aber maulen, wenn ein Fan der auf die Bühne stürmt und den Geilen markiert aufs Maul kriegt? Bei einer Punkshow auf die Bühne hüpfen, dann aber nicht Stagediven, sondern wie angewurzelt rumstehen zum Selfie machen, und dann meckern, wenn man ins Publikum geworfen wird?

Es weiß JEDE/R hier, was passiert, wenn Musiker junge Damen backstage nehmen. Da jetzt auf "wer konnte damit rechnen" zu hantieren ist einfach nur verlogen. Das macht es nicht geil, aber ich gehe auch nicht aufs Oktoberfest und rege mich dann danach über das Verhalten dort auf. Klar ist das Verhalten am Oktoberfest scheiße; klar ist das Verhalten von Lacey scheiße gewesen. Ihn jetzt aber zu isolieren und in einen Topf mit den Schlimmsten der Schlimmer zu stecken (und zu fragen, ob es okay wäre, ihn vor ein Auto zu werfen, damit es nicht R Kelly (reminder: der Frauen in seinem Keller eingesperrt hatte) überfährt, das stellt ihn halt als lowest of the low dar.

Und ja, Powder hat völlig recht, dass es via Mob durchexerziert wird, macht es auch in der Folge noch viel schlimmer. Das Thema ist superkomplex, und da vorzugaukeln, der Fall sei "glasklar" ist heuchlerisch, da er völlig verkennt, dass das Problem viel tiefer liegt. Denn wie gesagt - wir wussten das alle, und der Mythos des wilden und latent gefährlichen Rockstars als Sexikone ist ja auch nicht neu oder speziell. Ergo haftet dem Ganzen doch eine inhärente Attraktivität an. Unabhängig davon wie er moralisch drauf ist, der brave Verwaltungsbeamte wird nicht sexuell idealisiert. Der unberechenbare Rockstar (oder Gangsterrapper) schon. So zu tun, als ob diese Idealvorstellung von männlicher Potenz mal eben kulturell gelöscht werden kann, indem man Leute, die diese Regeln erfüllen knechtet, ist fraglich.

Klar, Frauen werden in diese Gesellschaft, in der der bad boy als geil gilt, hineingeboren und von ihr erzogen, das ist keine Frage des "die sollten sich das anders raussuchen". Aber dann muss es auch nicht wundern, dass dieses Verhalten existiert, wenn es sich offenbar "lohnt". Da einen Ausgleich zu schaffen, indem es sich eben nicht mehr unbedingt "lohnt", da eventuell Knast lockt, das ist halt ein sehr schwedisches Modell: Man kann sich selbst nicht trauen, es muss extern geregelt werden (und dann eben 15 Jahre danach beurteilt werden). Aber es läuft auf Symptombekämpfung raus, und in dem Fall trifft es zudem einen kleinen Fisch, und als Modus wird der wilde Mob idealisiert. (Plus diese ewige Unabgeschlossenheit von Ereignissen, das ist noch mal ein ganz anderes Fass.)

Ich behaupte immer noch, dass man sich damit auch die eigene Integrität beweisen will, indem man gegen diese Manifestationen vom Widerlichen besonders rigoros vorgeht. Das ist ritueller Sündenexorzismus am eigenen Leib, denn wie gesagt - neu sind diese Tendenzen und diese grundlegende Mechanik nicht, und wir alle hatten das schon immer gewusst. Drunken, der ja nun eher nicht Gefahr läuft, mir aus Gewohnheit recht zu geben, hatte ja schon gesagt, er habe im Zuge der #MeToo-Debatte einige Sprüche aus seiner eigenen Vergangenheit neu betrachtet und für mies befunden. Ich glaube kaum, dass er der einzige damit ist. Aber sich zu beweisen, dass man geläutert ist, indem man andere für vergangene Verfehlungen komplett zerstört, das ist allzu wohlfeil, und löst das Problem auch nur vorgeblich.

Sorry aber einen Unterschied zwischen einer Vergewaltigung und einer fortgesetzten Emotionalen Vergewaltigung sehe ich einfach nicht, nur das sich die Emotionale manchmal noch länger hinzieht.Harry Gant, 23.12.2017 23:35 #


Der Unterschied ist, dass das eine an Dingen festzumachen ist, das andere sich jetzt auf "ich fühle mich rückblickend verletzt" hinausläuft. Subjektives Empfinden ist aber keine Basis für einen Rechtsspruch, und "Vergewaltigung" ist eine juristisch relevante Kategorie.

Wenn die Vorwürfe geegnüber dem Typen von Crystal Castles stimmen, dann ja, das war das, was ich unter "emotionale Vergewaltigung" verstehe. Aber das war eine GANZ andere Hausnummer. Nochmal: Das gleichzusetzen ist Hohn. (Fand das in der Visions überhaupt statt, abseits von einem Nebensatz im Brand New-Artikel?)

Was ich persönlich an Britta Helms Artikel beeindruckend fand, war die These zu den Verfehlungen von Emo Musikern, denn da hat sie bei mir einen wunden Punkt getroffen. Denn Powder hat es ja schon angesprochen, Black Metal Musiker sind sehr häufig Idioten und reden Stuss, da kann ich mit zurecht kommen, solange es keine echte Nazi Scheiße ist oder echte Verbrechen ins Spiel kommen. Aber wenn Leute die einem eher über die emotionale Schiene kommen einen enttäuschen wirkt das dann doch mehr nach.Harry Gant, 23.12.2017 23:35 #


Wer konnte damit rechnen, dass ein Genre, in dem die Frauenrollen entweder auf "sie ist meine Erlöserin, sie ist die beste, sie steht auf einem Podest und ist perfekt" oder "die dumme Hure hat mir das Herz gebrochen und mein Leben ruiniert, sie muss sterben" beschränkt sind, gewisse Probleme mit sich bringt?

Übrigens auch gutes Stichwort zu dem Thema, inwieweit ein rein emotionaler Zugang ("aber es FÜHLTE sich doch so an!") einen richtig in die Scheiße reiten kann.


Und dem dunklen Parabelritter muss man sicher nicht folgen.

Zuletzt geändert von Alphex 24.12.2017 16:46

24.12.2017 | 16:53 » Moderation benachrichtigen
Ich sehe aber gerade bei Facebook massive Tendenzen in diese Richtung von allen Seiten.Powder To The People, 24.12.2017 12:30 #


Ich behaupte, das liegt daran, dass die Leute einfach nicht mehr darauf vertrauen, dass das System funktioniert. "Vor Gericht werden die Vergewaltiger doch beschützt" ist die eine Nummer, die es nötig macht, dann eben einen Weg außerhalb des Systems zu finden. Das ist halt klassische Selbstjustiz, nur mit einem linken Thema (wobei, waren in den 70ern nicht rape and revenge-Filme recht populär, zusammen mit allgemeiner Selbstjustizthematik?)

Das Paradoxe ist, dass es das vor zwei Jahren als "Herbstmärchen" gab: Als die Flüchtlinge in großen Mengen in Deutschland ankamen und die Verwaltung überfordert bis apathisch schien, waren die Menschen mit Heizdecken, Fresspaketen, Sprachkundigen etc. pp. privat an den Bahnhöfen. Das ist nichts anderes als "der Staat ist hiermit überfordert". Das ist kein Märchen, das ist ein Misstrauensvotum gegenüber dem System und ehrt es nicht, es beleidigt es. Aber da es Kohle gespart hatte, nahm man das gerne hin.

Die andere Seite von dem "der Staat hat das doch nicht im Griff, wir müssen das selber regeln" waren dann Brandbomben auf Flüchtlingsheime.

Wenn die Leute in die Institutionen kein Vertrauen mehr haben und permanent mit Angstimpulsen bei der Stange gehalten werden, dann kommt halt auch sowas raus, wie der Typ, der in den USA vor einem Darth Vader-Aufsteller ein Selfie gemacht hatte, und eine anwesende Mutter dachte, er würde ihr Kind fotografieren - macht Bild von ihm, lädt es auf Facebook hoch und haut Info "Achtung, Pädo" dazu. Man kann eine Gesellschaft nicht (psychisch) stabil halten, wenn Vertrauen durch gegenseitige Abhängigkeiten ersetzt wird und sonst gar nichts.
24.12.2017 | 17:20 » Moderation benachrichtigen
Und wenn Alphex, der sich damit anscheinend umfassend auseinandergesetzt hat, dann schreibt, dass es sich nur auf "wollte Nacktbilder über Skype" und "hat mich über Internet angesextet als ich Minderjährig war" belief und er von Zeugen überhaupt nix gelesen haben will, dann frag ich mich schon, ob er den Teil mit dem Onanieren und mit der psychischen Manipulation und den Erniedrigungen nur überlesen hat oder bagatellisiert.HIRNTOT, 23.12.2017 22:30 #


Für mich ist Vergewaltigung halt etwas, dass man nicht vorschnell als Vergleich heranzieht.Alphex, 24.12.2017 16:35 #

Sorry, du reitest jetzt auf der Vergewaltigung herum, obwohl ich die überhaupt nicht erwähnt hatte. Das ist doch keine Antwort auf meine Aussage oben. Das ist so, als würde ich sagen: "Es war klares Handspiel, das Tor war irregulär" und du sagst "Aber es war kein Abseits!"
24.12.2017 | 17:24 » Moderation benachrichtigen
Ich hab hier irgendwo was von Mötley Crüe gelesen. Das ist doch überhaupt nicht vergleichbar - die Groupies haben sich denen doch wie blöde aufgedrängt, und selbst wenn sie vielleicht mal nicht gerade respektvoll behandelt wurden, so ist das doch was ganz anderes, als der fortgesetzte psychische Missbrauch und die Demütigung einer (wenn nicht mehrerer) Minderjährigen (oder meinetwegen auch Volljährigen).
24.12.2017 | 17:28 » Moderation benachrichtigen
Ich hab hier irgendwo was von Mötley Crüe gelesen. Das ist doch überhaupt nicht vergleichbar - die Groupies haben sich denen doch wie blöde aufgedrängt, und selbst wenn sie vielleicht mal nicht gerade respektvoll behandelt wurden, so ist das doch was ganz anderes, als der fortgesetzte psychische Missbrauch und die Demütigung einer (wenn nicht mehrerer) Minderjährigen (oder meinetwegen auch Volljährigen).HIRNTOT, 24.12.2017 17:24 #


Laut The Dirt wartete ein Groupie im dunklen Raum auf ein Bandmitglied - die schickten aber einen Roadie rein, und als das Groupie merkte, dass das nicht war, auf wen sie Bock hatte, lief die Action schon. Sie war danach angepisst.

Das ist nach derzeitigem Stand Vergewaltigung. Wer Sex mit Person A will, dann Person B aufgedrängt kriegt, der hat nicht eingewilligt.
24.12.2017 | 17:29 » Moderation benachrichtigen
Sorry, du reitest jetzt auf der Vergewaltigung herum, obwohl ich die überhaupt nicht erwähnt hatte. Das ist doch keine Antwort auf meine Aussage oben. Das ist so, als würde ich sagen: "Es war klares Handspiel, das Tor war irregulär" und du sagst "Aber es war kein Abseits!"HIRNTOT, 24.12.2017 17:20 #


Ich kenne mich bei Fußball nicht aus.

Ja was ist dann der Punkt? Dass es scheiße war bestreitet doch keiner.
24.12.2017 | 22:16 » Moderation benachrichtigen
Diskussion mit dir ist zwecklos.

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