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Best Of '96: Tool - Aenima

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30.11.2015 | 10:05 » Moderation benachrichtigen
Läuft bei mir grad seit langem mal wieder. :floet: Was Intensität und Atmosphäre angeht, machen denen nicht viele Bands was vor.
30.11.2015 | 10:54 » Moderation benachrichtigen
Mal ein Album, was ich tatsächlich kenne. Das ist eine/s dieser Bands/Alben, von der/dem alle Kollegen damals gesagt haben, daß mir das doch eigentlich gefallen müsste. Irgendwie Alternative, irgendwie duster, irgendwie Metal. Mich hat die Band damals komplett kalt gelassen und heute noch viel mehr. Das Album war mein letzter Versuch, weil ein Kumpel tierisch drauf abgefahren ist. Der fand aber auch den Vorgänger schon gut.
Mich stört daran so einiges, vor allem aber der Gesang. Das ist schon diese für die Zeit typische oberpathetische Alternative Stimme, tatsächlich nicht weit von Eddie Vedder entfernt. Dann wird irgendwie immer auf duster gemacht, in Wahrheit sind das aber stinkordinäre Alternative Riffs mit ein wenig angeindustrialtem Bass. Die Komplexität und Intensität der damaligen Neurosis Alben wird auch nicht ansatzweise erreicht. Alles insgesamt ne Ecke zu seicht, um irgendwas in mir auszulösen. Jetzt beim ersten intensiveren Hören nach locker 10 oder mehr Jahren wirkt das sogar noch viel seichter als damals. Eine dieser typischen Platten mit dem "ach früher war auch nicht alles gut"-Feeling.AERPELSCHLOT, 30.11.2015 02:01 #



Die Vergleiche mit Neurosis und Vedder verstehe ich auch nicht, allerdings muss ich zustimmen, dass Tools Musik nicht wirklich komplex ist. Denn diese erstmal vertrackte Rhytmik, derentwegen viele Tool mit Prog Rock verbinden wollen, ist letztendlich ja nichts weiter als eine Formel, nach der Tool fast alle ihre Songs aufbauen.
In dem Sinne sind Tool für mich auch nicht wirklich progressiv, zumindest wenn man als Vergleich ihre offensichtlichen Vorbilder King Crimson heranzieht. Das war mehr eine Idee, als richtige Band, die immer wieder harte Brüche vollziehen musste, um sich selbst dann neu zu erfinden, während Tool ihrem Stil grundsätzlich treu bleiben und ihn stattdessen "nur" verfeinern.
Das alles sagt über die eigentliche Qualität der Musik natürlich nicht viel aus und das Wort seicht würde mir bei Tool als allerletztes einfallen, bei der Wirkung die ibre Musik teilweise heute noch auf mich hat.
30.11.2015 | 11:26 » Moderation benachrichtigen
Amtlich abgeliefert, Mr. Powder! Das macht tatsächlich Lust drauf, die Musik zu hören, die dich zu solchen Worten inspiriert hat. Heute komme ich nicht dazu, aber hoffentlich demnächst mal.
30.11.2015 | 11:44 » Moderation benachrichtigen
Powder, ich hab selbst beim Lesen ein wenig Gänsehaut bekommen. :thumbsup:
Und bereue grade ein wenig, dass Aenima nicht hier irgendwo rumsteht.

Das Album hab ich ungefähr um 2000/2001 kennen gelernt.
Eine damalige Freundin hatte das Album und noch einige interessante weitere (Deftones - Adrenalin beispielsweise).
Es war noch die Zeit von Discmans und vom einen Tag auf den anderen lief ich nur noch Discman zur Schule.
Entweder mit Tool oder mit Deftones im Gepäck.
Es war eine verwirrende Zeit für mich.
Mit fielen negativen Erinnerungen und schlechten Entscheidungen.
Zwei Dinge blieben aus den Jahren. Die Erfahrungen und die Musik.
30.11.2015 | 15:17 » Moderation benachrichtigen
erstkontakt mit tool so ungefähr 1994/95: "sober". war geil, ist geil.
"aenima" fiel bei vö gleich mit der ungewöhnlichen verpackung im plattenladen auf, das hat schonmal mein interesse geweckt... gekauft hab ich mir das teil erst viel später; um jetzt details zu bejubeln müsste ich das ding erstmal wieder auflegen. "eulogy" hab ich aber jetzt noch als highlight im kopf.
30.11.2015 | 17:09 » Moderation benachrichtigen
Aenima, geil! Ich weiß nicht mehr, wie ich damals auf Tool gekommen bin, aber ich bin mir relativ sicher, dass es die VISIONS gewesen sein muss.

Obwohl es hier auch einige Soundexperimente gibt (so wie auch auf Pearl Jams Vitalogy) hat mich der Sound direkt gepackt. Die Sober kannte ich nicht und sie wäre mit Sicherheit auch nicht so ein glorreicher Einstieg gewesen. Stinkfist mit dem zugehörigen Video war so kraftvoll, mystisch und dennoch melodisch, dass ich mich gleich zum Album hingezogen fühlte.

Damals war öfter mal zu lesen, dass Tool "vertrackt" und "schwierig" seien. Ich habe mich immer gewundert über solche Aussagen, denn ich war sofort drin und sofort begeistert. Und die "Eier von Satan" sind wohl auch die Sachen, über die man auf dem Schulhof / Campus / der Arbeit redet ("Haste das schon gehört???"). Hätte ich wohl auch getan, aber wieder war ich mit meinem Musikgeschmack allein. So musste ich alleine rätseln und mir Gedanken machen.

Tolle Zeit, tolles Album und natürlich ein toller Text.

Richtig gute Aktion, wie ich finde. Da sie auf einer fast 20 Jahre alten VISIONS-Liste basiert, ist die Diskussionsbasis schön groß. Fast jeder kann was zu jeder Rezi schreiben, wenn er will. Will mehr davon! :smile:
01.12.2015 | 06:57 » Moderation benachrichtigen
Ah, grad meinen Senf abgegeben und beim speichern klicken hat mich mein blöder Browser ausgeloggt :heul:
Erstmal :thumbsup: an Powder für die super Rezi!
Ich habe die CD heute morgen nach langem wieder rausgekramt und zur Hälfte auf der Fahrt zur Arbeit gehört. Tool höre ich eher selten, und wenn, dann krame ich eigentlich immer die Lateralus raus. Das wird sich die nächsten Male wahrscheinlich ändern. Zuerst ist mir aufgefallen, wie Zeitlos die Alben von Tool sind, da wirkt nix altbacken nach 20 Jahren. Zur Produktion kann ich nicht viel sagen, da gehen im Auto Feinheiten eher unter.
Aber alles was ich an Tool mag, ist vorhanden, es macht direkt wieder klick. Ich liebe die Bassläufe und den Schlagzeuger, und auch den Gesang von Keenan. Ich höre da auch keinen Pathos, ich finde ihn immer sehr eindringlich und intensiv, dazu sehr variabel. Auf Lateralus noch ein bisschen mehr, vielleicht hat der Abstecher mit APC ihn noch besser gemacht.
Damals war öfter mal zu lesen, dass Tool "vertrackt" und "schwierig" seien.

Ich finde es ist eine große Stärke von Tool, das die einzelnen Teile von vertrackten Songs mit zig Taktwechseln und krummen Takten einfach zu einem schlüssigen, guten Song zusammen wachsen, den man auch ohne irgendwelche Analysen und wissen über die Technik dahinter gut finden kann. Zum Beispiel bei "Shism" von Lateralus.
Was haltet Ihr eigentlich von Keenan, also nicht als Sänger, sondern als Person? In alten Interviews wirkt er intelligent, aber nicht unbedingt sympathisch. Ich erinnere mich aber nicht, jemals ein Interview oder sonst was von ihm als Video gesehen zu haben.
Hm irgendwie fehlt jetzt ein Absatz zu dem vorherigen Geschreibsel, aber ich komme nicht drauf was ich vergessen habe :hm:
01.12.2015 | 08:46 » Moderation benachrichtigen
Keenan finde ich eine interessante Person. Wahrscheinlich nicht der größte Menschenfreund und Charmeur unter der Sonne, aber facettenreich. Seine Comedynummern, Winzer, war bei der Army und dann die eMotive-Platte. Ich würde von dem schon öfter mal was lesen wollen.
01.12.2015 | 09:23 » Moderation benachrichtigen
Immer ganz große Augen gemacht, als ich high vorm TV saß und ein Video von Tool lief.

Und auch ihr Sound funktioniert high ganz vortrefflich. Damals....
01.12.2015 | 10:05 » Moderation benachrichtigen
ich finde Aenima ihr bestes Album. War aber auch mein Einstieg. Inkl. Hologramm-Cover bei dem Kalifornien im Meer versinkt :bow:

Eulogy war DER Hit in unserem Indieclub und wie ich da immer abging. Ich dachte ja immer, er singt über Kurt Cobain.

Aenima selbst ist mein absoluter Liebling der Band. Wie dieser Song Spannung aufbaut und sich dann ab ca 2/3 öffnet (I'm praying for rain - praying for tidal waves......)

Und das Schlagzeugspiel erst. Vor allem bei Pushit. Und ich stimme einem Vorschreiber zu, TOOL schaffen es komplexe Songs (diese Takte) unkompliziert erscheinen zu lassen.

Eines der Alben, die ich wirklich IMMER anhören kann. Egal in welcher Gemütslage ich mich befinde.
01.12.2015 | 10:07 » Moderation benachrichtigen
Immer ganz große Augen gemacht, als ich high vorm TV saß und ein Video von Tool lief.

Und auch ihr Sound funktioniert high ganz vortrefflich. Damals....JakeofallTrades, 01.12.2015 09:23 #


Mittlerweile Rihanna-Videos ohne Ton?
01.12.2015 | 11:03 » Moderation benachrichtigen
...TOOL schaffen es komplexe Songs (diese Takte) unkompliziert erscheinen zu lassen.Amano, 01.12.2015 10:05 #


Ne, das war andersrum.
01.12.2015 | 13:48 » Moderation benachrichtigen
...TOOL schaffen es komplexe Songs (diese Takte) unkompliziert erscheinen zu lassen.Amano, 01.12.2015 10:05 #


Ne, das war andersrum.mahoney, 01.12.2015 11:03 #

Die Takte von Tool als nicht komplex einzustufen, haut aber auch nicht hin. Bei den Songs geh ich mit. Die sind nachvollziehbar strukturiert. Aber was die Takte angeht - da kommst du als Musiker kaum mit. Danny Carey hat zu den Aufnahmen von "10.000 Days" mal gesagt, er habe aus Spass hier und da einen Vierteltakt(!) zu früh oder spät eingesetzt und hofft, dass das irgendwann mal jemand hört.
01.12.2015 | 13:50 » Moderation benachrichtigen
Interessante Aussage, zumal ich die 10,000 Days eingängier und leichter zu hören finde als die Lateralus.
01.12.2015 | 13:53 » Moderation benachrichtigen
Also mahoney wenn Du Schlagzeug spielst und einige Songs von Tool nachspielen kannst, dann :respekt:
01.12.2015 | 14:29 » Moderation benachrichtigen
Also mahoney wenn Du Schlagzeug spielst und einige Songs von Tool nachspielen kannst, dann :respekt:DerBolzen, 01.12.2015 13:53 #


Ich spiele tatsächlich Schlagzeug und mit 19/20j konnte ich auch ein paar Tool Songs einigermaßen nachspielen, da musste ich aber auch tgl. über einen längeren Zeitraum für üben, heute würde der Versuch alleine wegen fehlender Kondition schon scheitern.:smile:

Und natürlich arbeiten Tool ungeraden Takten, diese wechseln aber nicht in sekundentakt, sondern werden eher wiederholt und dabei leicht variiert, um damit so eine mantraartige(?) Sogwirkung zu erzeugen, so erlebe ich ihre Musik zumindest und deswegen mag ich sie ja auch.
01.12.2015 | 15:25 » Moderation benachrichtigen
Zu Keenan:

Ich glaube auch, dass der Typ ziemlich schlau ist. Und ihn genau das zum zynischen Misanthropen macht. Der krude Humor wird oft mit Redneck-Verhalten verwechselt.
01.12.2015 | 17:25 » Moderation benachrichtigen
einen Song mal rausgepickt:
"Schism weicht in seinem Ablauf und Aufbau sehr von gewohnten Strukturen ab. (...)
Darüber hinaus, und typisch für Tool, werden in Schism fast ausschließlich ungewöhnliche, bzw. ungerade Taktarten verwendet. In dem 116 Takte dauernden Lied werden in 51 Taktwechseln 5/8, 7/8, 9/8, 10/8, 11/8, 12/8, 13/8 und 15/8-Takte durchlaufen. Jeder Vers einer Strophe wird über einen 12/8-Takt gesungen, der musikalisch durch die Betonung in einen 5/8 und einen 7/8-Takt unterteilt ist. Die instrumentalen Refrains wiederum variieren das Strophenthema in Tonart und Taktart (13/8 anstatt 12/8). Exakt ab der Mitte des Liedes wird auf die Strophen und Refrains verzichtet, statt derer verschiedene instrumentale wie vokale Abschnitte durchlaufen werden. Der Text und die Melodie des Gesangs sind Maynard James Keenans Interpretation der Musik,[5] was unter anderem dadurch zum Ausdruck kommt, dass die Betonungen der Silben in den Strophen exakt den Betonungen der Instrumente auf den Zählzeiten folgen."
01.12.2015 | 19:06 » Moderation benachrichtigen
Knapp die Hälfte des Albums ist rum. Ich stelle fest: Kopfhörer waren eine gute Idee, eine andere Umgebung wäre für diese Musik aber noch besser. Bei einer längeren Autofahrt im Dunkeln durch den Regen könnte ich mir den Sound richtig gut vorstellen. Aber egal, habe gerade kein Auto und es regnet ausnahmsweise auch nicht. Ich maße mir jetzt schon mal ein Urteil an, viele Überraschungen werden da ja nicht mehr kommen: Die Musik ist wirklich grandios und viel zugänglicher, als ich erwartet hatte. Zum Glück rockt das hier deutlich mehr als auf 10.000 Days - das ist die einzige Tool-Platte, von der ich bisher mehr als ein oder zwei Lieder kannte. Mit dem Gesang hätte mich Herr Keenan vor ein paar Jagen noch davonjagen können, mittlerweile kann ich das ab und es wird nur hin und wieder zu viel für mich. Emotional erschüttern kann mich die Musik allerdings nicht, obwohl das schon verdammt stark ist. Werde ich zwar zum ersten, aber nicht zum letzten Mal gehört haben. Gut gemacht, Powdi.
01.12.2015 | 19:12 » Moderation benachrichtigen
In dem 116 Takte dauernden Lied werden in 51 Taktwechseln 5/8, 7/8, 9/8, 10/8, 11/8, 12/8, 13/8 und 15/8-Takte durchlaufen.Amano, 01.12.2015 17:25 #


Das liest sich jetzt wieder total aufregend, aber jeder halbwegs talentierte Musiker mit einem Rhythmusgefühl jenseits von Schlager bekommt das hin. Die Saiteninstrumentalisten jedenfalls. Fürs Schlagzeug übernehme ich keine Gewähr, höre ich eh selten drauf.

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