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Zuletzt besuchtes Konzert

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07.08.2018 | 16:42 » Moderation benachrichtigen
Nach drölfhundert Sendungen hatte sie bestimmt einen eingebauten Sensor dafür, wer im Publikum auf Stunk aus ist. :bigsmile:
07.08.2018 | 19:58 » Moderation benachrichtigen
Wusstet ihr denn, dass Ilona schon seit 9 Jahren tot ist?
07.08.2018 | 20:07 » Moderation benachrichtigen
Ja, und?
07.08.2018 | 20:10 » Moderation benachrichtigen
Nix. Hat mich nur vor nicht allzu langer Zeit mal überrascht.
Da hatten wir irgendwo mal ne Diskussion über Talkshowkram und die entsprechenden Nachfolgekarrieren der Moderatoren.
Da ist uns aufgefallen, dass man von der ja länger nix mehr gehört hat. Eben weil sie schon längst entschwoben ist.
08.08.2018 | 04:44 » Moderation benachrichtigen
Nach drölfhundert Sendungen hatte sie bestimmt einen eingebauten Sensor dafür, wer im Publikum auf Stunk aus ist. :bigsmile:Olsen, 07.08.2018 16:42 #

:bigsmile:
08.08.2018 | 09:42 » Moderation benachrichtigen
Christen kam vor der Sendung raus, schaute ins Publikum, blickte MICH an und sagte: "Inkontinenz ist kein Thema, über das man sich lustig machen sollte." :DOlsen, 07.08.2018 11:10 #

Ich sehe schon, du hattest damals schon diesen wahnsinnigen Blick.

Wir kennen uns seit 10 Jahren* und ich hör diese Story zum ersten mal. Was verheimlichst du mir noch so alles, Olsen?


*ziemlich genau 10 Jahre sogar. Juli 2008 haben wir uns das erste Mal getroffen. Wir müssen das mal feiern! :O
10.08.2018 | 11:49 » Moderation benachrichtigen
Hot Water Music +Goodbye Fairground, Shorelines (09.08.2018 Skaters Palace, Münster)

Das hier sollte eigentlich ein kleiner Verriss werden, eine Abhandlung darüber, dass HWM heute einfach nicht mehr so funktionieren (für mich) wie früher, dass sie alt werden, die falschen Songs spielen, und überhaupt, was sind HWM ohne Chris Wollard?
Aber es sollte anders kommen.

Zunächst das Setting: Die erste Tour im April hab ich verpasst, dafür wurden kurze Zeit später ein paar weitere Dates für Deutschland bekannt gegeben. So schlug ich zu, zwei Karten für den Skaters Palace, dort haben wir HWM vor zehn Jahren zum ersten Mal live gesehen. Mein Kumpel und ich haben uns dann auch standesgemäß ein Hotel gesucht. Eingecheckt, zwanzig Minuten Fussweg zur Location, es ist sonnig und trocken, obwohl es eigentlich stürmen sollte. Es gibt schlimmeres.

Der kleine Innengarten ist schon rappelvoll, der Altersschnitt dicke über 30, es gibt Bärte, es gibt Tattoos, es gibt Bier. Drinnen ist es noch auszuhalten, aber auch hier stehen schon recht viele Leute rum. Es könnte sehr warm werden, wenn das nicht schon wäre.
Den Support sollten ja eigentlich die kanadischen Flatliners übernehmen, deren Gitarrist ja auch den mental angeschlagenen Chris Wollard ersetzt. Aber es stellt sich raus, dass auch die Flatliners wegen persönlicher Probleme alle anstehenden Konzerte abgesagt haben.
So eröffnen Goodbye Fairground den Abend, die mir zwar ein Begriff sind, von deren Sound ich aber noch nichts weiß. Es stellt sich raus, dass die noch ziemlich jung aussehenden Burschen schon zehn Jahre unterwegs sind und dementsprechend sicher auftreten. Der Sound gefällt sofort, angenehm hardcoriger Poppunk oder auch Emocore, whatever. Als erstes kommen mir die grandiosen Ivy League in den Sinn. Aber die Hörprobe jetzt im Nachgang ergibt, dass das eher der Liveenergie geschuldet war. Aus der Konserve klingt das ganze doch sehr nach Gaslight Anthem, was man hier auch ganz deutlich vom Sänger sagen muss. Guter Auftritt, aber mehr dann für mich auch nicht.
Es folgen die mir ebenso unbekannten Shorelines, die ihren Post Hardcore leider etwas kraftlos auf die Bühne bringen. Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu fühlen.
10.08.2018 | 11:50 » Moderation benachrichtigen
So viel zum Vorgeplänkel. Die ursprüngliche Version, die ich schon fertig in meinem Kopf hatte, bevor HWM die Bühne betraten, sollte sich ungefähr wie folgt lesen: Eröffnung mit den immer gleichen Songs (Remedy, A Flight And A Crash), dann Fokus auf die letzten beiden Alben nach der Reunion, das obligatorische Wayfarer zum Abschluss, ohne Wollard alles doof, gähn.
Das trifft zu, bis sie nach den beiden Einstiegssongs noch Light It Up spielen (auch live mit dem kraftlosesten „Oh-oh-ohs“ in ganz Punkrockhausen) und etwas ungewöhnlich das auch eher blutleere Poison (The New What Next) einwerfen. Ja, die Band ist live immer noch eine Bank, Chuck energiegeladen wie immer, und auch der Wollard-Ersatz macht seine Sache erstaunlich gut. Aber bis hierhin fühlte ich mich bestätigt: Die neueren Sachen reißen einfach nicht mit. Offenbar ist das der Band auch sehr gut bewusst, denn sie drückt jetzt quasi den Resetbutton und feuert unter anderem At The End Of A Gun, No Division, Free Radio Gainesville (alle No Division), Turnstile (Fuel For The Hate Game) und The Sense (Caution) ab. Und ich bin wieder im Himmel. Genauso wie ungefähr alle Fäuste im Raum, bei allen Songs. Es werden auch weiter teils unkonventionelle Songs eingestreut (In The Gray), der reguläre Block endet mit It‘s Hard To Know (No Division), wo etwas passiert, dass ich so nicht für möglich gehalten hätte: Kurz vor dem call-and-response-part kommen die Zeilen „let's talk about an independent stand
let's talk about freeform thought
it's not about living under command-
so don't get caught“, die ich voller Inbrunst mit ausgetreckter Hand mitsinge, und in genau diesem Moment schaut Chuck Ragan mich direkt an, zeigt während des Singens auf mich und hat ein Grinsen im Gesicht. Ich stand dabei ganz hinten im Raum, eigentlich ist das alles gar nicht möglich und wahrscheinlich sowieso Einbildung. Aber mein Herz sagt, das hat genauso stattgefunden und war so ziemlich mein magischster Konzertmoment aller Zeiten. Hier kommt vielleicht der Fanboy durch, aber wer Chuck Ragan kennt, weiß, dass er seine pathetische Art mit dem ganzen Unify! Stand together! We‘re all on the same page, no matter what!“ halt wirklich genau so meint. Und dieser kurze Moment hat mir so viel gegeben, wie lange nichts. Wenn plötzlich für einen kurzen Moment diese Verbindung entsteht zwischen dem Sänger deiner Lieblingsband und dir, bei einem der intensivsten Songs, dann kann man das nicht wirklich in Worte fassen.
Weiter im Text, bevor hier Taschentücher gereicht werden: Der Zugabenblock kommt, und geht erfreulicherweise unkonventionell weiter: Chuck kommt allein auf die Bühne, nur mit E-Gitarre und spielt das grandiose Bleeder (Original Alkaline Trio). Intensität as fuck, wie der Fachmann sagen würde. Und auch das folgende Drag My Body (Exister) wird zunächst nur von Chuck allein gespielt, bis die Band zum zweiten Chorus wieder einsetzt. Und dann spielen die plötzlich Alachua. Alachua! Einen ihrer ältesten Songs! Der ist noch nichtmal auf einem regulären Album erschienen! Bewusst habe ich den noch nie live gehört. Es geht nicht besser. Der Rausschmeißer heißt dann selbstverständlich Wayfarer (Caution), es gehen nochmal für drei Minuten alle Fäuste in die Luft. Es ist vorbei, die Band hat geliefert. Viel mehr, als ich mir hätte träumen können. Sie können es noch. Danke.

Was nun folgt, hätte das Zeug zu einem Hollywoodfilm nach Hangover-Machart (wir lernen draußen junge wilde Leute kennen, die uns mit in die Stadt nehmen wollen, mein Kopfkino malt wildeste Szenen, aber es läuft darauf hinaus, dass mein Kumpel und ich allein in eine (sympatische!) Kneipe gehen und den Abend schön ausklingen lassen. Das ist gut so, bin ja keine 30 mehr.

(Diese Zeilen wurden nach einer Nacht mit viel zu wenig Schlaf im Zug auf dem Handy getippt, somit übernehme ich keinerlei Verantwortung für Verschreiber, inhaltliche Fehler und Geschwafel.)
10.08.2018 | 13:02 » Moderation benachrichtigen
Gänsehaut! Wer kennt solche intimen Momente nicht? Auch wenn sie wohl wirklich bloß eingebildet sind.

Ansonsten: Schande über dich, dass du an den Livequalitäten gezweifelt hast.
10.08.2018 | 13:07 » Moderation benachrichtigen
Ich zweifle weniger an den Livequaliäten, sondern an der grundsätzlichen Begeisterungsfähigkeit der Band für mich.
10.08.2018 | 13:20 » Moderation benachrichtigen
Die große Kunst erste Male zu wiederholen oder gar zu toppen. Klar, verstehe.
10.08.2018 | 15:58 » Moderation benachrichtigen
Ich war ebenfalls vor Ort und kann mich der Lobeshymne nur anschließen. Es war großartig. Ein Lob auch an das Publikum in Münster. Stark mitgegangen, recht textsicher, was ich so mitbekommen habe. Hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und Chuck :heart::cheers:

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