Noel Gallagher - Who Built The Moon?

Who Built The Moon?
  • VÖ: 24.11.2017
  • Label: Sour Mash
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 297 - Schönheit der Ausgabe

Im Gegensatz zu Liam war Noel Gallagher vor der Veröffentlichung von "Who Built The Moon?" ungewöhnlich ruhig. Das ist nicht erstaunlich, denn das Album ist ein großer Schritt aus seiner Komfortzone heraus.

In "Fort Knox" klingelt ein Wecker. Ein Alarmsignal für alle, die ein drittes Album von Noel Gallagher erwartet haben, mit dem er das Erbe von Oasis verwaltet. "Who Built The Moon?" ist anders als sein Solodebüt und "Chasing Yesterday". Zeichen für diese Entwicklung gibt es aber einige: Kurz nach seinem Debüt hat Gallagher ein zweites Album mit dem Duo The Amorphous Androgynus, besser bekannt als Future Sound Of London, produziert und aufgenommen. Doch Gallagher veröffentlicht die Platte nicht, nur zwei Songs aus den Sessions verwendet er als Single-B-Seiten. Offenbar traut sich Gallagher 2011 noch nicht, seinen Songs eine amorphe, psychedelischere und tanzbarere Richtung zu geben. Auf "Chasing Yesterday" (2015) finden sich mit "The Right Stuff" und "The Mexican "dagegen zwei Songs aus den Sessions mit Future Sound Of London. Aber erst bei den Arbeiten am Remixalbum "Where The City Meets The Sky" (2015) trifft Gallagher den Mann, mit dem er seine Idee endlich umsetzen will: David Holmes. Holmes ist seit den 90ern als DJ und Produzent aktiv, unter anderem schreibt er 1998 für den Film "Out Of Sight" einen Retrosoundtrack, der perfekt zum Bigbeat-Boom passt. Bemerkenswert, dass selbst zwei Profis wie Gallagher und Holmes zwei Songs Anlauf brauchen, um zueinander zu finden. Während der Opener "Fort Knox" fast ohne Gallaghers Gesang auskommt und stark an "Out Of Sight" erinnert, ist "Holy Mountain" missraten, spült aber hoffentlich Geld in die Kassen von Plastic Bertrand, dessen "Ca Plane Pour Moi" Pate stand. Ab da wird allerdings alles besser und Gallagher gelingt es die Stärken des remixten Vorgängers in eigene Songs zu übertragen: "Keep On Reaching" hat wegen seines stampfenden Uptempo-Beats eine Dringlichkeit, die man von ihm lange nicht gehört hat. "Itʼs A Beautiful World" kombiniert einen fiebrigen Beat mit entrücktem Gesang und knüpft an den Remix zu "Ballad Of The Mighty I" an. "She Taught Me How To Fly" ist ein Ausflug in die Disco-Ära, während "Be Careful What You Wish For" wie Gallaghers Antwort auf Massive Attack klingt. "Black & White Sunshine" ist The Smiths-Verehrung, "The Man Who Built The Moon" zollt Bowie Tribut, während "End Credits (Wednesday Part 2)" wie "Fort Knox" weitgehend instrumental bleibt. Gallagher und Holmes gelingt es, die losen Ende der beiden Vorgänger und des Remixalbums zu verknüpfen. Das Ergebnis ist eine Platte, die den beiden Machern nicht zwangsläufig mehr Spaß macht als Gallagher-Fans.

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