0 Autor: Florian Zandt

Pulled Apart By Horses - Blood

Blood

Wer Pulled Apart By Horses wegen ihres halsbrecherischen Noisepunk-Mischmasch ins Herz geschlossen hat, wird an "Blood" zu kauen haben. Denn die Band tritt nicht nur tempomäßig auf die Bremse, sondern winkt auch durchdachtere Songstrukturen durch.

Wenn das selbstbetitelte Debüt (2010) von Pulled Apart By Horses die Achterbahnfahrt und Tough Love (2012) der Lamborghini auf der Überholspur war, ist Blood die herausgestreckte Zunge an alle Geschwindigkeitsfanatiker. Anstatt auf Teufel komm raus mit Tempo 180 durch die Songs zu holpern, gießt die Band aus Leeds ihren mit Grunge-Flair versetzten Alternative Rock schon auf dem Opener Hot Squash in gemäßigtere Midtempo-Form und lässt den Gitarren den nötigen Raum zur Entfaltung, die in einem fuzzigen Retrorock-Riff gipfelt. Dieses neue Faible fürs Luftholen und beinahe poppige Momente ziehenich durch die gesamte Platte, die die Füße stellenweise auch mal ins Psychedelische taucht. Selbst wenn wie in You Want It oder Bag Of Snakes das Schlagzeug die verzerrten Gitarren mal etwas flotter nach vorne peitscht, wirken die Songs auf Blood doch überlegter gestrickt als früher. Was die Band aber nicht über Bord wirft, sind die ziemlich unheimlichen Melodieführungen, die Blood wie schon seine Vorgänger zum idealen Soundtrack für ein Horror-B-Movie machen. Zum Beispiel wenn Sänger und Gitarrist Tom Hudson über die minimalistische Instrumentierung der Strophe von Lizard Baby nölt, während sich im Hintergrund das Gitarrenfeedback zum Biss in den Nacken anschleicht, oder Medium Rare den gruseligen Vibe hinter einer dicken Schicht Groove und Tamburin-Einsprengseln versteckt. Schaurig-schön.

Bewertung: 9/12

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