Hot Rod Circuit - Reality´s Coming Through

Reality´s Coming Through
  • VÖ: 11.04.2005
  • Label: Vagrant/PIAS/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 145

Doppelrezension mit Down To Earth Approach

Zweimal 'Vagrant', zweimal elf Songs, zweimal 34 Minuten. Macht: zweimal sympathischer, jedoch harmloser Powerpop. Essentiell geht anders.

Down To Earth Approach sind (neben Emanuel) das aktuellste Signing des ehemaligen

Indie/Emo-Erfolgslabels 'Vagrant'. Ehemalig deshalb, weil Bands wie Saves The Day, The

Get Up Kids oder Dashboard Confessional, deren Erfolg den Labelnamen in aller Munde

trieb, ihre besten Tage hinter sich haben. Die Kids sind weg vom Fenster, Saves The Day

versacken im Mittelmaß und Christopher Carraba fährt hauptsächlich für 'Universal' die

Ernte ein. Ergo müssen neue Namen, neue Highlights her. Mit D.T.E.A. hat man ein

solches jedoch nicht am Haken: Dem Namen nach könnte man es auch mit einer

Oldschool-HC-Kapelle zu tun haben. Hat man aber nicht – sondern mit vier Jungspunden

aus Batavia/New York, die auf ihrem Debüt entspannt powerpoppen, als hätten sie nie was

anderes gemacht. Dass dabei keine Top-Hits entstehen, sondern melodieverliebte

Midtempo-Songs bar jeder Ecke und Kante, ist schade. Was 'Vagrant' sich von dieser

bestimmt unheimlich sympathischen Band wohl versprochen haben? Immerhin passt das

Quartett gut ins Raster, klingt es doch wie die Teenie-Variante der bereits gestandenen

Männer von Hot Rod Circuit um den immer weniger rotzig klingenden Frontmann Andrew

Jackson, die mit "Reality's Coming Through" bereits ihr fünftes Album vorlegen. Sicher

könnte man der Band zugute halten, dass die Songstrukturen beständig eingängiger

werden, der Gesang immer harmonischer, sprich: man eben auch nur auf der Suche nach dem

perfekten Popsong sei. Leider ist der nur nirgends zu finden. Noch nicht einmal

nennenswerte Highlights gibt es. Das war beim 2002er Vorgänger "Sorry About Tomorrow"

(ebenfalls auf 'Vagrant') noch anders. Mit "The Pharmacist" und besonders mit "At

Nature's Mercy" waren dort immerhin zwei Titel an Bord, die Powerpop-Dekaden überdauern

dürften, ohne je angestaubt zu wirken. Auf "Reality's Coming Through" sucht man derlei

Perlen vergeblich.

Bewertung: 6/12

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