Coldplay? Klar, prima Band. Sympathisch, mit schönen Songs. Und es gibt diese Tage, an denen man sich in Larmoyanz und Sentimentalität suhlen möchte, weil das Leben im Allgemeinen und die Liebe im Besonderen nun mal kein Zuckerschlecken sind. Wer wüsste das besser als Johnny Bramwell, dieser kleine, struppige Bastard aus Manchester? Nur, dass der sich angesichts der Unzulänglichkeiten des Lebens lieber mit einer Flasche guten Whiskeys betrinkt, seine Tränen heimlich mit dem Jackenärmel wegwischt und dem Schicksal anschließend trotzig vor die Füße spuckt. Bittersüße Poesie, sehr schicker Minimalismus, ein zurückgenommener Swing mit Jazz-Appeal und zeitweilig rumpeligen Aufwallungen – das alles findet sich auch auf dem dritten Album von I Am Kloot. Aber die Details, die liebevollen Ausschmückungen mit kuriosen Instrumenten und verpeilten Arrangements, die sind mehr geworden. Das liegt wohl daran, dass diesmal für die Aufnahmen so viel Geld zur Verfügung stand wie nie zuvor. Nach dem Motto: Diesmal muss das klappen, mit dem Durchbruch. Und wenn nicht, na, dann bezahl ich die nächste Lokal-Runde.
Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 9.0/12
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