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0 Autor: Falk Albrecht

Kinderzimmer Productions - Irgendjemand muss doch

Irgendjemand muss doch
  • VÖ: 15.11.2004
  • Label: Klein / Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 141

HipHop mit Niveau, aber ohne Hit: Auch mit dem fünften Album wird das Ulmer Duo nicht die Charts stürmen.

Allein die Tatsache, dass sie für nahezu jede Veröffentlichung das Label

wechseln, wirft ein bezeichnendes Licht auf Kinderzimmer Productions:

Sie sind einfach zu sperrig, um zielgruppengerecht vermarktet zu werden.

Denn mit der Zielgruppe ist es so eine Sache. Zwar macht das Ulmer Duo

seit über zehn Jahren lupenreinen HipHop, bedient dabei aber weder die

Gangster-Fantasien pubertierender Vorstadt-Kids noch die Kofferraum

füllenden Subwoofer tiefer gelegter Zuhälter-Wagen. Stattdessen setzen

sie sich bevorzugt zwischen alle Stühle: Quasimodo bastelt Beats auf

Ami-Niveau – die aber sind oft zu vertrackt für eine breite Hörerschaft.

Textor spart nicht an jugendgefährdendem Vokabular – reimt dann aber

doch wieder "Adorno" auf "al forno". Kein Wunder also, dass einer der

neuen Songs "Irgendwo zwischen" heißt, sie können eben nicht aus ihrer

Haut heraus. "Irgendjemand muss doch" ist dann auch ein Album, das am

Stück gehört durchaus Spaß macht, dem aber der Übersong fehlt, an dem

man sich einfach nicht satt hören kann. Jeder Track hat seine geilen

Zeilen, die Beats drücken trotz Widerhaken gut nach vorn, hin und wieder

bemüht sich Textor sogar um eingängige Hooklines. Und trotzdem: Alles

ist ‚nur' gut, nichts herausragend. Damit haben sie zwar immer noch

eines der besten HipHop-Alben des Jahres gemacht – angesichts geradezu

lachhafter Konkurrenz wäre aber auch alles andere ein Desaster.

Bewertung: 8/12

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