0 Autor: Jens Mayer

Rise Against - Siren Song Of The Counter Culture

Siren Song Of The Counter Culture

Mit dem dritten Album liefern Rise Against ihr Meisterstück ab und machen alle glücklich, die melodischen Hardcore mit Tiefgang zu schätzen wissen.

Den musikalischen Mittelfinger und die Antwort für alle Skeptiker liefert "State Of The Union" gleich zu Beginn. Das wohl härteste Stück der bisherigen Bandgeschichte weist sämtliche Berufsnörgler in die Schranken, die nach ihrem Wechsel zum Major nichts Besseres zu tun hatten, als an der Integrität der Band zu zweifeln. Mit "The First Drop" geht es dann in gewohnter Manier mit druckvollem, schnellem und hochmelodischem Hardcore weiter. Dabei wird schnell klar, dass man nach den bisherigen Veröffentlichungen noch einmal zugelegt hat und mit Songs wie "Life Less Frightening" oder "Paper Wings" echte Glanzlichter zu setzen vermag. Energie, ein Höchstmaß an Eingängigkeit, verpackt in rauer Schale und gereiftes, dynamisches Songwriting: so lautet das Rezept, das von Rise Against spielend umgesetzt wird. Dabei bleibt das Album immer kurzweilig und abwechslungsreich. Da blitzt in "Dancing In The Rain" ein atmosphärischer AFI-Part auf, schaut bei "Anywhere But Here" ein Avail-Refrain vorbei, wird bei "Swing Live Away" die Akustikgitarre ausgepackt und findet seinen Höhepunkt im hymnisch-melancholischen Abschlusstrack. Wem Strike Anywheres "Exit English" zu gleichförmig daherkam, der könnte hier glücklich werden. Und auch inhaltlich stimmt das Ganze: Nach simplen Parolen und Banner-Slogans sucht man trotz des plakativen Bandnamens nach wie vor vergebens. Stattdessen findet man schwermütige, immer mit einem Funken Hoffnung und Ansporn gewürzte Texte, die den jungen Rebellen ebenso ansprechen wie den gesetzten Punkrocker, der weiß, dass es mehr im Leben gibt als Barrikadenkämpfe.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.2/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.