Die Großwesire des hammerharten Punchmetals mußten viele Zöglinge an sich vorbeirauschen lassen. Insbesondere Sepultura, anfangs nicht mehr als
eine billige Slayer-Kopie, hat den wilden Burschen um Tom Araya längst den Rang abgelaufen. Ihr "Reign In Blood" ist noch immer unbestrittener Kult.
Aber seitdem? Jetzt müssen sich die Superstars sogar mit deutschen Plattenfirmen herumschlagen, damit ihr neues Album "Divine Intervention"
überhaupt erscheint. Das haben sie nicht verdient, hat auch das neue Material nicht nötig. Denn "Killing Fields", "Ditto Head" und insbesodnere der
Titelsong schrauben Slayer wieder auf den Prügelmetal-Thron, von dem sie fast verstoßen wurden. "Divine Intervention" zeigt, daß Hannemann und King
dem Soundgewitter früherer Tage noch eins draufsetzen können, Bostaph knüppelt sich die Arme dick, Araya hechelt, schimpft und grunzt. Slayer
besitzen 1994 den gleichen rüden Appeal, der das Quartett bereits vor Jahren auszeichnete. Das wurde aber auch allerhöchste Zeit! Bleibt nur noch zu
hoffen, daß die Texte nicht den gleichen Rückschritt zu "Reign In Blood" haben. "SS II" läßt dummbaseliges befürchten. Zumindest musikalisch
zweifelsfrei...
Leserbewertung: 7.0/12
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