0 Autor: Jan Bauckhorn

David Bowie - Reality

Reality

Es ist eben Bowie. Und er hat mal wieder eine Platte gemacht. Vielmehr gibt es dazu aber leider nicht zu sagen. Höflich wegsehen und lieber die alten hören.

Es ist eben Bowie. Und genau da liegt das Problem. Auch wenn der Thin White Duke in den letzten ziemlich genau 20 Jahren selten Relevantes, oftmals Peinliches, aber viel Verzeihbares abgeliefert hat: Hält man sein Frühwerk (respektive ausdrücklich alles bis ca. "Let's Dance") dagegen, fragt man sich, wo dieser Spirit und diese Experimentierwut geblieben sind. Auch wenn David Bowie immer noch zu berühren weiß (zum Beispiel im wirklich gelungenen "The Loneliest Guy"), klingt doch vieles relativ flach, gemütlich und lediglich durch ausgeklügeltes Handwerk noch ansatzweise spannend. Es ist nicht so warm wie "Hunky Dory", nicht so heiß wie "Ziggy Stardust", leider aber auch nicht so kalt wie "Low". Man kann sich die wenigen guten Momente sicherlich schön hören, und auch wenn "Looking For Water" und "She'll Drive The Big Car" fraglos gute Nummern sind: Mehr als gelungenes Mittelfeld und leidlich unterhaltsames Selbstzitat (u.a. im Titeltrack) kommt nicht wirklich dabei herum. Ärgerlich eigentlich. Mit dem größtmöglichen Respekt allerdings. Und wenn Iggy Pop heute seine ledrige Haut mit lausigen Jahrmarkts-Hardrockkappellen zu Markte trägt und Lou Reed überflüssige Literaturvertonungen durch seine Vox-Verstärker jagt: Richtig böse kann man da trotzdem nicht werden. Als würde man seinen Eltern vorwerfen, alt geworden zu sein.

Bewertung: 6/12

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