Was wurde in letzter Zeit nicht endlos referiert über neue Entwicklungen elektronischer Musik. Synthcore, Neopop und Electroclash waren und sind die Schubladen de jour. Als 2001 das famose Ladytron-Debüt "604" erschien, hatte man dafür außer diffusen Statements wie "irgendwie 80er-mäßig" kaum etwas parat. Zwei Jahre später sind 80er-Referenzen schon wieder ein alter Hut, zumindest von Kritiker-Checker-Seite aus betrachtet. Schade wäre es nun, wenn man "Light & Magic" ausschließlich unter dem Hipster-Aspekt hören würde, denn das könnte der charmanten Unterhaltung, die einem diese Platte beschert, niemals gerecht werden. Klar weiß man, woher unsere Heldinnen und Helden aus Liverpool ihre Inspiration haben: Kraftwerk, Gary Numan, Giorgio Moroder und Human League sind immer noch präsent, nicht zu überhören ist hier aber auch, wozu junge Leute in den letzten Jahren getanzt haben - House, Techno und Electro. Und schön gesungen wird zudem: Mira Aroyo macht’s eher entrückt-akzentuiert, Helena Marnie atemlos und dramatisch. Wer bei Klängen aus Moog- und Korg-Synthies immer noch Ausschlag bekommt, wird durch "Light & Magic" zwar auch nicht bekehrt werden, wer allerdings auf zeitgenössische elektronische Popmusik ohne jede Slickness steht, ist hier richtig.
Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.0/12
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