Aufgepasst, Soulwax! Die Konkurrenz schläft nicht. Spoon treiben den Indierocker mit Retro-Charme und intelligentem Songwriting zur Tanzfläche.
Girls Can Tell, das letztjährige Spoon-Album, erwies sich als ein waschechter Grower vor dem Herrn, mit dessen Opener Everything Hits At Once man wirklich jeden im Freundeskreis und auf der Indierock-Tanzfläche zu einem anerkennden Das ist cool, wie heißen die? verleiten konnte. Nun erscheint der Nachfolger, der nichts anders, aber vieles noch eine Spur besser macht. Das insgesamt vierte Album der Texaner aus der heimlichen US-Musikhauptstadt Austin nimmt einen flugs gefangen und besticht durch eine präzise durchdachte, aber gleichzeitig sehr spontan wirkende Stilmischung, die lässig und galant den Begriff moderne Zeitlosigkeit durchdekliniert. Pixies und Pavement im Blut, im Hinterkopf das Geschichtsverständnis der Strokes für leicht angeschrägten Spätwave und Britpop der frühen Achtziger, sorgt das Kollektiv um Britt Daniels, den Mann mit der Charismastimme, für gute Laune, viele Aha-Effekte und vermeintliche Wiedersehensfeiern mit alten Bekannten wie Joe Jackson zu Look Sharp-Zeiten. Und vorne sorgt das Trumpfass Eggo Johanson mit Keyboard und Orgel für die ganz spezielle Note: So leichtfüßig wie bei The Way We Get By hat lange niemand mehr die Tasten gedrückt, und die Handclaps gibts dazu noch on top. Wer Costello anno 2002 zu alt und Phantom Planet zu dick aufgetragen findet, trifft mit Kill The Moonlight vielleicht ins Schwarze.
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