Bierseliges Weißwurstgeschunkel? Von wegen. Diese Bayern stehen für zorniges Headbangen: Selbstzweifel-Rock mit Groove.
Wie soll man das nun nennen? Nu Metal verbittet sich die Band. Auch wenn ihre Musik mit bassbetonter, steinharter Gitarrenwand versus DJ mit hoher Drehzahl schon die wichtigsten Ingredienzen für ein wildes Crossover enthält. Sänger Christ fährt dazu schon mal aus der Haut und kreischt, aber meistens singt er - auf ansprechende Weise unpassend - getragene, melancholische Weisen zu dem wütenden Krach im Hintergrund. Da könnte man fast meinen, ein Morten Harket-Imitator (a-ha) sei versehentlich im Proberaum von Biohazard gelandet. Und das funktioniert, genauso übrigens wie das oftmals schwierige Unterfangen, Songs, die man bereits auf dem letzten (Indie-) Album untergebracht hatte, ein zweites Mal zu bearbeiten und mit mehr Sinn für Details und Dynamik einzuspielen. Dann wieder wird gerappt oder geflüstert, und wenn’s um richtiges Shouten geht, holt man sich Verstärkung von Such A Surge - das Duett „Tomorrow I’ll Be Back Home“ ist jedoch nicht gerade romantisch. Um Beziehungen geht es allerdings in den anderen Songs - für manche vielleicht ein bisschen viel Liebeskummer-Selbsttherapie. Aber keine Bange, das macht der Soundtrack locker wieder wett.
Bewertung: 9/12
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