Anti-Flag bleiben ihrem ambitionierten Politpunk mit eingängigen Melodien auch auf ihrem ‚Fat Wreck‘-Debüt treu.
Mit ihrem neuen Album sind nun also auch Anti-Flag zur ‚Fat Wreck‘-Familie gestoßen, womit sich Fat Mike nach Propagandhi eine weitere hochgradig politische Band geangelt hat. Wo sich Propagandhi aber zuletzt musikalisch ein Stück weit in Richtung Hardcore bewegt haben, bleiben Anti-Flag ihrem ultra-melodischen Punkrock alter Schule treu und legen mit „Underground Network“ ihr bislang wohl bestes Album vor. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf eher simpel strukturierten Songs, die sofort im Ohr hängen bleiben, dabei aber nicht plump wirken. ‚Hymnisch‘ ist da schon eher der Begriff, der einem beim Hören von „Underground Network“ durch den Kopf geht, denn mit Songs wie „Culture Revolution“, „Until It Happens To You“, „Watch The Right“ oder dem episch angelegten Titeltrack beweist das Quartett ein ums andere Mal sein Gespür für Eingängigkeit, ohne dabei an Biss einzubüßen. Denn trotz aller mehrstimmigen Chöre und gefälliger Melodien geht nie die nötige Portion Rauheit verloren, die die Aussagen erst glaubwürdig macht. Als Bedrohung mag man Anti-Flag dennoch nicht wahrnehmen, denn bei allem Bemühen um aggressiven Ausdruck klingt die Stimme von Hauptsänger Justin Sane bestenfalls aufmüpfig. Aber gerade das macht die Band dann auch wieder sympathisch...
Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 11.0/12
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