Ein weiterer Pop-Knaller aus England, wo derzeit so viele interessante Bands und Projekte aus dem Boden sprießen wie seit Jahren nicht mehr.
Ladytron besinnen sich auf die Frühphase der Achtziger, die für kreative Popmusik offenbar bis heute prägend ist. Scheinbar osmotisch haben sie den Geist von Bands wie Human Leaugue und Kraftwerk aufgesogen, ihr Umgang mit diesen Einflüssen ist aber völlig frei von Klischees. Explizit anti-rockistisch angelegt, beweist dieses Album, dass reflektierte Popmusik kein Widerspruch in sich sein muss. Ladytron verlangt nicht nach Rezensionen, sondern nach Manifesten und Pamphleten. “604” markiert eine klare Zäsur in der aktuellen Musikszenerie, ohne überbetont individualisiert zu klingen. Immer wird deutlich, dass Ladytron sich als Bestandteil eines größeren Zusammenhangs verstehen, der auch Glamour und Electro mit einschließt. “Playgirl”, eines der besten fünf Stücke des letzten Jahres, fasst exemplarisch zusammen, worum es geht: Stylish sein ohne Zwang, cool sein ohne dabei Menschlichkeit und Freundschaft auszublenden. Und: Ähnlich wie bei den frühen Belle & Sebastian gibt es jetzt schon Leute, die um Ladytron herum ihr Leben aufbauen - und es werden täglich mehr...
Bewertung: 11/12
Leserbewertung: 8.0/12
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