So richtig überzeugt war wohl niemand mehr, daß die reichlich tätowierten Haudrauf- und Stehauf-Männchen aus Brooklyn noch mal zuschlagen würden - Label weg, Gitarrist weg, Hype weg, und dann auch noch mit „Mata Leão“ das vielleicht schlechteste Album ihrer Karriere vorgelegt. Doch mit „New World Disorder“ beweisen Biohazard, daß sie mehr sind als nur eine amtlich drauflos knüppelnde Trenderscheinung. Denn ihnen gelingt es, aus der Not, unfreiwillig wieder zum Underdog mutiert zu sein, auf den niemand mehr auch nur einen Heller setzten würde, eine Tugend zu machen und sich auf ihre positivsten Eigenschaften zu konzentrieren, nämlich puren Druck und ungeheuerlichen Groove. Die selbsterklärte Maxime für das fünfte Album des Quartetts hieß: „Let’s take everything to the fucking extreme!“, was sich - bis auf das fast balladeske „End Of My Rope“ und den HipHop-Übergreifer „New World Disorder“ - wohl primär darauf bezieht, ihren bereits etablierten Gesamtsound an Dichte und Präzision weiter voranzutreiben. Danny Schuler gibt einmal mehr eine Lehrstunde in Sachen Groove-Core-Drumming, Evan und Billy brüllen in gewohnter Manier ihre Messages über Wut, Haß und Trauer des Brooklyn-Alltags raus, und Ex-Helmet-nicht-mehr-so-ganz-Neuzugang Rob Echeverria sorgt dafür, daß an die Stelle der früheren Gniedelgitarren zumeist ein höchst voluminöser Distortion-Teppich gelegt wird. Kurz: „New World Disorder“ ist der Beweis, daß Biohazard auch fast zehn Jahre nach ihrem Einstieg ins Musikbiz noch immer hervorragend funktionieren.
Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 7.0/12
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