Das französische Quartett Phoenix liebt Rock‘n‘Roll ebenso wie Electronic Beats, doch im Gegensatz zum sattsam bekannten Breakbeat-Crossover lassen sie dem Song viel Raum.
Eine Country-Gitarre erklingt. Die dann einsetzende Stimme scheint uns erklären zu wollen, dass es besser ist, nicht auf den Pianisten zu schießen, der unüberhörbar gerade den Boogie Woogie entdeckt hat. Plötzlich branded Jubel auf für eine Funk-Soul-Brother-Posse, die sich zwanzig Sekunden später über Turntables hermacht, die aus einem Loch im Raum-Zeit-Kontinuum gefallen zu sein scheinen. Aus den Boxen wabert nun ein Sound, den wir zuletzt von Air gehört haben. Da stürmt völlig unvermittelt eine wildgewordene Gitarre in den Raum, die sich immer noch auf der Bühne eines Guns N’Roses-Konzerts wähnt. Eine sanfte Stimme klärt sie schließlich über den Irrtum auf, für kurze Zeit verschwindet sie, um mit neuem Mut beim Finale zu glänzen. Schließlich signalisieren Kirchen-Glocken das Ende vom „Funky Square Dance“. Und hier wird keine 4-Track-EP vom Opener bis zum Schlussstück erklärt, sondern das alles passiert in einem einzigen Song. Zwar kokettieren sie hin und wieder mit den lasziven Tönen ihrer französischen Kollegen von Air wie in „Honeymoon“ oder „Embuscade“, aber ihre Vielseitigkeit und ihre Liebe zum Funk der Siebziger Jahre macht ihr Debüt-Album „United“ keineswegs zu einem Plagiat, sondern zu einer empfehlenswerten Reise in eine Welt, die voll ist mit ebenso origineller wie originärer Klanggebilde.
Bewertung: 10/12
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