Dan Auerbach - Waiting On A Song

Waiting On A Song

Man sieht es bereits am Cover: Dan Auerbach ist nicht im Jetzt zuhause. Diesmal fokussiert er sich auf polierten Country-Soulpop der Mitt-70er.

Der 38 Jahre alte Auerbach hat schon viel erreicht in seiner Karriere als Musiker und Studioprofi. Für sein zweites Soloalbum nach dem bereits acht Jahre alten "Keep It Hid" hat er extra ein neues Label gegründet. Vielleicht hatte der neunfache Grammy-Gewinner das Gefühl, dass sein neuer Sound auch ein neues Zuhause braucht. "Waiting On A Song" soll als Liebesbrief an die Musiker- und Studio-Szene von Nashville verstanden werden. Aus der hat er sich Vorbilder wie den 70-jährigen Country-Poeten John Prine (John K. Samsons Vorbild) oder den 79-jährigen Twang-Gitarrenprofi Duane Eddy für sein Album rekrutiert. Sogar Mark Knopfler von der Dad-Rock-Band Dire Straits hat ihm eine seiner Trademark-Gitarrenspuren zukommen lassen. Mit all dem hat sich Auerbach einen Traum erfüllt und ein munteres Sommeralbum geschaffen, das den Grantler in bestechend guter Laune präsentiert. War "Keep It Hid" noch näher am fuzzigen Blues der frühen Black Keys, hatten die zuletzt mit "Turn Blue" ja auch alle Kanten geschliffen und die Oberflächen poliert. Die zehn Stücke von "Waiting On A Song" sind edel instrumentierte Zeitreisen zwischen Country-Pop (Livin In Sin) und Disco-Soul (Malibu Man). Hier ein paar Streicher, dort eine Bläsersektion, der Bass schön funky, das Schlagzeug mit jazzigem Swing, klassisch-souliger Backing-Gesang. Da steckt Sonne drin, Sinn für guten Geschmack und Liebe zum Detail. Trotzdem: Streng genommen ist "Waiting On A Song" nicht viel mehr als Zuckerwatte – ein süßes Nichts, das hochfrisiert schick aussieht und für ein kurzes Vergnügen ausreicht.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 6.0/12

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