Dommengang - Everybodys Boogie

Everybodys Boogie

Formlose Songs, die sich mit Proto-Punk und Garage Rock rangeln, um sie anschließend in teils progressive Gefilde zu lotsen.

Etwas merkwürdig ist das alles schon. Dommengang sind nicht jedermanns Garage-Rock-Combo, die krachige Zwei-Minuten-Songs in petto haben, auch, wenn es uns das der Plattentitel "Everybody’s Boogie" glauben machen will. Garagiger Rock ist es trotzdem. Aber einer, dem das Trio den Rahmen abmontiert hat. Die acht Songs und zwei Interludes fransen an allen Ecken und Enden aus, wurden in nur vier Tagen live im Studio eingespielt und klingen deshalb wahnsinnig direkt. Was vor allem an den Fähigkeiten des Trios liegt. Die Rhythmussektion aus Adam Bulgasem (Schlagzeug) und Brian Markham (Bass) ist fantastisch, während sich Gitarrist und Gelegenheitssänger Sig Wilson dazu austobt, seine Gitarre immer wieder von nahe liegenden Ideen abbringt und sich ins Jam- und Psych-Nirvana verabschiedet. Aber immer nur so weit, dass es nicht nervt und die düstere bis treibende Stimmung erhalten bleibt. In seiner untypischen Art, Versatzstücke des 70er Proto-Punk und experimenteller Psychedelic zu mischen, ähneln Dommengang nicht selten den Labelkollegen Pontiak und den ebenfalls aus Brooklyn stammenden Oneida. Sig Wilson ist zudem kein unbeschriebenes Blatt und hat sich bereits mit den Holy Sons, Castanets und Scout Niblett zusammen gearbeitet. Das erklärt vielleicht auch Dommengangs Hang zu sachten Experimenten, der durch traditionelle Versatzstücke des Blues immer wieder gebrochen wird. Eigentlich muss man diesen ungewöhnlichen Boogie in all seiner verfuzzten Frische live erleben. Wenn das Trio sich erst warm gespielt hat, dürften Kinnladen herunterklappen und Bluesskalen neu definiert werden.

Bewertung: 8/12

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