0 Autor: Martin Iordanidis

Lucifer - Lucifer I

Lucifer I

Diabolus in Musica – wie bei den verblichenen The Oath, so bei Lucifer. Aus dem doomigen Damen-Duo ist in der Zwischenzeit ein Trio um die Berliner Sängerin Johanna Sadonis geworden.

Der Opener "ABRACADABRA" wird bei Lucifer großgeschrieben. Das wird zur Hälfte Magie und zur anderen Hälfte Absicht sein, denn ein paar Flüche hat Ex-The Oath-Sängerin Sadonis ihrer ehemaligen Kollegin, der schwedischen Gitarristin Linnéa Olsson, bestimmt hinterher zu werfen. Deren einziges gemeinsames Studioalbum hatte den Doom Rock zwar nicht neu buchstabiert, aber am okkulten Flügel des Retrorock für etwas Frischluft gesorgt. Hardrock-lastige Exemplare des wieder auferstehenden Proto-Metal wie "Silk Road" und "Night Child" muss man auf "Lucifer I" erst suchen. Im Vergleich zu The Oath bleiben hier zuerst die prägnanten Melodien auf der Strecke. Gleiches gilt für ihre Arrangements, die für Doom Rock eigentlich immer zu agil waren. Lucifer machen ein eingleisiges Riffwerk wie bei den frühen Mercyful Fate daraus und entscheiden sich damit für die dunklere Seite des Halbdunklen. In "Izrael" zaubert Sadonis mit extra-gespenstischen Stimmdopplungen einen Traum in Schwarz darüber, aber auch das macht dieses Debüt nicht wirklich reicher an Höhepunkten. Lucifers Labelchef Lee Dorrian hat den ehemaligen Cathedral-Gitarristen Garry Jennings als Co-Komponisten und Studiomusiker warm weiterempfohlen, mit ihm kommen Lucifer aber auch nicht raus aus der Ecke eines One-Woman-Projektes mit geringem Produktionsbudget und viel Zweckoptimismus. Ein "Lucifer I" verspricht immerhin auch ein "Lucifer II". Die kommende US-Tour mit High On Fire wird dem Teufel jedenfalls nicht schaden.

Bewertung: 6/12

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