0 Autor: Katharina Raskob

Incubus - Trust Fall (Side A) (EP)

Trust Fall (Side A) (EP)

Abgesehen von dem ähnlich zurückhaltend ins Ohr schleichenden Intro hat Trust Fall (Side A) mit seinem Schmusevorgänger wenig gemeinsam – Fans der Prä-Radio-Incubus können aufatmen.

Wo beim mittlerweile vier Jahre alten "If Not Now, When?" ein Beat und eine Basslinie einsetzen, die eher an Schlager als an Alternative Rock erinnern, erklärt Brandon Boyd jetzt: „It’s only a trustfall“. Der wird, wenn gewagt, sogleich von einem Schlagzeug-Crescendo belohnt, das in einer kraftvollen Gitarren-Kadenz mündet. Durch die zusätzliche Portion Funk könnte man fast glauben, Incubus hätten sich auf ihre Wurzeln besonnen. In gewisser Weise ist das auch richtig, lässt doch bereits der Opener vermuten, dass auf dieser EP fast alles wieder eine Rolle spielt, was die Band in den letzten Jahren scheinbar vergessen hatte. Die verzerrten Gitarren, die "Make Out Party" einläuten, klingen in Kombination mit der wummernden Basslinie nach Grunge mit einer Prise Shoegaze. Auch wenn Boyd lyrisch schon bessere Zeiten als „Could we make up?/ Could we make out?“ hatte – seine Kopfstimme hat der Stimmvirtuose selten so ausgereizt. Dass die Band ihr Gespür für große Melodien nicht verloren hat, beweist "Absolution Calling" mit seinem geradezu klassischen Incubus-Sound. "Dance Like You’re Dumb" würde aufgrund seines Eklektizismus, der vor allem im Mittelteil mit weiblicher Soul-Stimme im Background-Gesang und Fingerschnipsen deutlich wird, auch gut auf das proglastige "A Crow Left Of The Murder" passen. Vier vielversprechende Songs also, doch erst die in diesem Jahr erscheinende zweite EP wird klären können, welcher ihrer beiden Vorgänger der Ausrutscher war.

Leserbewertung: 5.7/12

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