0 Autor: Daniel Gerhardt

Bison - Lovelessness

Lovelessness

"Game Of Thrones"-Metal, brutal und aussichtslos wie eh und je. Bison B.C. bleiben die Rittmeister des Riffs.

Ähnlich wie "Thrones"-Autor George R.R. Martin hat die Band aus Vancouver/B.C. dabei das Wichtigste verstanden: Drachen und schwarze Magie sind schon gut, aber besser ist es immer, mit der Angst der Leute vor ihnen zu spielen. Niemand könnte deshalb auf die Idee kommen, Bison B.C. für eine Fantasy-Metal-Band zu halten, auch wenn eigentlich alles da ist, die Spannungsbögen (auf "Lovelessness" episch wie nie), der Blutdurst und die nicht zu unterschätzende Klatsche, die man braucht, um so was wirklich durchzuziehen. Statt sich in Lendenschürze zu zwingen und Elfen die Ohren lang zu ziehen, versucht "Lovelessness" lieber die Konzentration aufs Wesentliche: Anders als auf dem Vorgänger "Dark Ages" (Schönheit in visions 205) gibt es hier keine vom Feedback zerriebenen Songreste mehr, keine Waldhörner und auch keine akustischen Intros, mit denen Bison B.C. vor drei Jahren experimenteller und aufgeschlossener wirkten, als sie eigentlich sind. Im Grunde genommen sind nämlich alle ihre Platten bisher bodenständiger Riff-Metal gewesen, ein Drittel Maiden, ein Drittel Sabbath, ein Drittel Sludge, und "Lovelessness" ist das Bison-Album, das sich am unverhohlensten mit diesem Schicksal aussöhnt. Sechs Songs, sechsmal in die Breite getreten, fast immer abwechselnd schnell und doomig und ausnahmslos immer von James Farewells vorsichtig verzerrter Schwertschluckerstimme zur Schnecke gemacht. Das Verhältnis zwischen Zweckmäßigkeit und Eintönigkeit ist dabei nicht jedes Mal ausgewogen auf "Lovelessnes" – solange die Burg am Ende brennt, ist das aber auch egal.

Bewertung: 8/12

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