Diktatoren machen komplex-chaotischen Salsa-Prog-Jazz-Punk, Demokraten eine progressiv-poppige Space-Artpunk-Platte: Es ist sicher kein Zufall, dass die Wiedervereinigung von At The Drive-In und The Mars Voltas zugänglichstes Album zeitlich zusammenfallen.
Schon mit dem quasi-akustischen Vorgänger Octahedron deutete sich an, dass Songwriting- und Gitarren-Virtuose Omar Rodriguez-Lopez mit Egotrips und komplexer kreativer Zersplitterung zunehmend durch war und für The Mars Volta ein Schritt hin zu einer leichter aufschließbaren Musik anstand. Noctourniquet geht diesen Weg weiter, das Album klingt schon deshalb zum Teil wie eine um Synthesizer und Raumschiff-Geplucker erweiterte Variante seines Vorgängers, weil die Musik bereits 2009 parallel zum Octahedron-Release aufgenommen wurde. Meinungsverschiedenheiten zwischen Rodriguez-Lopez und Sänger Cedric Bixler-Zavala führten dann dazu, dass der Sänger zweieinhalb Jahre benötigte, um seine Texte fertigzustellen. Insgesamt ist Noctourniquet Space-Pop – gemessen an dem, was The Mars Volta grundsätzlich an Avantgarde-Sounds und -Ideen aufbringen können, die auf der neuen Platte immer noch dezent durch die Songs wabern.
Die komplette Rezension, ein großes Interview mit Mars Volta und über 70 weitere Plattenbesprechungen findet ihr in VISIONS 229, ab dem 28. März am Kiosk.
The Mars Volta - "The Malkin Jewel" (Fan Video)
Leserbewertung: 9.5/12
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Das ist kein Space Pop.
Klingt für meine Ohren immer noch sehr krautig, abgefahren und spacig im Sinne von psychedelisch.
Nur die Songstrukturen an sich sind poppig gehalten, wenn man die gängige Vers-Refrain-Vers Refrain Struktur damit meint.
Auf jeden Fall sehr empfehlenswert und gewohnt überraschend.
Definitiv ROCK.
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