0 Autor: Dennis Plauk

R.E.M. - Murmur / Reckoning / Fables Of The Reconstruction

Murmur / Reckoning / Fables Of The Reconstruction

Auch wenn sich in den letzten Jahren Altersmilde eingeschlichen hat bei R.E.M. – ohne diese Band sähe der Alternative Rock anders aus. Wenn es ihn überhaupt in der be-kannten Form gäbe.

Schließlich hatten R.E.M. seit Anfang der 80er Jahre maßgeblich Anteil daran, dass der totgelaufene Postpunk verstummte und an seine Stelle eine neue Form von Musik trat, die sich vornehmlich über den amerikanischen Underground ihren Weg in die Öffentlichkeit bahnte und zu einem globalen Massenphänomen wurde, auf dessen Höhepunkt sich ein Al-bum wie Automatic For The People häufiger verkaufte, als Holland Einwohner hat. Doch soweit sind wir 1983 noch nicht, als R.E.M. aus Athens/Georgia ihr Debüt Murmur veröffent-lichen. Die kratzigen Gitarren, der hastige Bass, das selbstlose Schlagzeugspiel und über allem die schwärmerische Stimme Michael Stipes, seine Texte zwischen Campus-Poesie und Sozialkritik – diese Band umspielt die Stil-Klischees ihrer Zeit mit Raffinesse.

Und spä-testens, als ihr Songwriting auf den folgenden LPs Reckoning (1984) und Fables Of The Re-construction (1985) an Kontur und Überblick gewinnt, verfallen die Leute scharenweise ih-rem drängenden Sound zwischen Punk-, Folk- und Garagenrock, der sich tatsächlich als ech-ter Gegenentwurf zur gängigen Gitarrenmusik im Radio empfiehlt. Die Geburt des Alternati-ve – hier nachzuhören auf drei remasterten Alben in angemessener Aufmachung: die „Deluxe Editions“ von Murmur und Reckoning erschenen in Hochglanz-Digipaks samt Konzertmit-schnitten auf einer zweiten CD, und die „25th Anniversary Edition“ von Fables enthält als Mini-Boxset Poster, Postkarten und überwiegend unveröffentlichtes Songmaterial aus dem „Athens Demos“-Fundus.

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