1 Autor: Dennis Plauk

Kings Of Leon - Come Around Sundown

Come Around Sundown

Die gottesfürchtige Followill-Mischpoke hat den Teufel getan, ein zweites "Sex On Fire" aufzunehmen. Ihr Lohn dafür: das erste Kings-Of-Leon-Album, das besser ist als sein Vorgänger.

Nimmt man es nämlich genau, hat die Qualität ihrer Platten seit 2003 und "Youth And Young Manhood" schrittweise – wenn auch nicht drastisch – abgenommen, der Erfolg aber stetig zugelegt. Ihr fünftes Album stellt die Verhältnisse nun auf den Kopf: Auf "Come Around Sundown" perfektionieren Kings Of Leon ihren von rumpelnden Rhythmen, verhallten Gitarren und heiserer Reibeisen-Stimme erfüllten Southern-Waverock und weisen ihre "internationale Durchbruchsnummer" "Sex On Fire" eher als Betriebsunfall denn als kalkulierte Indiedisco-Sensation aus: Kein Stück auf "Come Around Sundown" reicht dieser Rentenversicherung von einer Hitsingle das Wasser.

Freilich unterstreichen auch 2010 sofort zündende Songs wie "Pyro", "The Immortals" und "Back Down South" die unwahrscheinliche Interessenverschiebung der Kings Of Leon vom garstigen Garagen- zum gefälligen Waverock. Doch auch die frühen, die Staub und Steine fressenden Kings Of Leon begegnen einem hier – weniger auf ganzer Songlänge als in den scheinbar beiläufig eingestreuten Widerspenstigkeiten: hier eine spröde Gitarre, ein grummelnder Bass, dort ein verschleppter Schlagzeugbeat, ein Bruch im Gesang Caleb Followills.

Wer ihnen Schlechtes will, hört in "Come Around Sundown" also ein Album der Unentschlossenheit, ein Vor und Zurück durch die Bandevolution, vielleicht sogar den gescheiterten Versuch, das kommerzielle Potenzial von "Only By The Night" zu erreichen. Alle anderen dürfen sich über 13 neue Kings-Of-Leon-Songs freuen, die es diesmal nicht darauf anlegen, sich gegenseitig die Schau zu stehlen.


Video: Kings Of Leon - "Radioactive (Behind The Scenes Video)"

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.3/12

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Kommentare (1)

Avatar von Mickey Moodie Mickey Moodie 23.10.2010 | 10:17

bessere Songs sind einfach mal drauf. während noch auf der letzten scheibe vieles nur durch den gesang von caleb followil transportiert wurde, finde ich jetzt viele sehr gute songs.
"mary", "the end" oder "back down south".
höre es rauf und runter!

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