Vielleicht ist das ja das Geheimnis um die windigen Männer von Wolf Parade und ihre Brüderbands: Diese Menschen versprechen und leben den unbedingten Größenwahn bis ins hinterste Seitenprojekt aus. Sie knöpfen sich Art- und Progrock mit dem Selbstverständnis von anstaltsflüchtigen LoFi-Fummlern vor, machen sich vom stumpf stapfenden Drumcomputer bis zur Zwölf-Saiten-Gitarre jede noch so gegensätzliche Tatwaffe der Rockgeschichte zueigen und schauen dann mal, welche Verbrechen sich damit noch anstellen lassen. Im Fall von Wolf-Parade-Mitglied und Handsome-Furs-Hausherr Dan Boeckner und seiner Frau Alexei Perry mussten da bisher vor allem die synthetischen Spielarten des 80er-Jahre-Rock herhalten – auf „Face Control“ weicht der kühle Minimalismus ihres Debütalbums „Plague Park“ jedoch einer neuen All-in-Mentalität, mit der die beiden jeden Wühltisch abgrasen, auf dem sich verhallte Drums, kitschige Gitarrenmelodien, preisgünstiges Elektro-Equipment und leidlich austrainierter Leidensgesang finden lassen. Das Album, das Handsome Furs aus diesen Geschmacklosigkeiten zusammengesetzt haben, ist allerdings bemerkenswert. Eine zurechnungsfähige Rockplatte, trick- und temporeicher als der Vorgänger, vollkommen schamlos, voller quirliger Hit-Ausrutscher und eben: prima größenwahnsinnig.
Bewertung: 8/12
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