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    Mudvayne
    The New Game

    VÖ: 14.11.2008 | Label: Epic/Sony BMG
    Text: Sefan Layh
    8 / 12

    Mudvayne verlassen öfter den roten Bereich und lassen ihre Musik tiefer einatmen. Warum? Wer seine Kräfte einteilt, kommt weiter.

    Und wer die erste Single hört, kommt der aktuellen Mudvayne-Marschroute auf die Spur. „Do What You Do“ ist ein druckvolles Arrangement mit mehr Melodie als massivem Metal, das einen Stammplatz im Alternative-Radio einfordert. Diesen Anspruch formuliert die Band aus Peoria/Illinois, auf „The New Game“ mehr als ein Mal. Etwa auch mit dem kraftvollen „Scarlet Letters“-Refrain, der keine Minute auf sich warten lässt und aus dessen sattem Stampfen sich ein feines Solo schält. Das klingt so voll und warm, weil Produzent Dave Fortman (Slipknot, Evanescence, Simple Plan) verstanden hat, wie man einen Song mehrheitsfähig klingen lassen kann, ohne ihn seiner Stärken zu berauben. Mudvayne machen mit ihrem vierten Studioalbum einen Schritt dorthin, wo im Spannungsfeld zwischen modernem Metal und Postrock der Mainstream fließt. „The New Game“ überzeugt mit stringentem Songwriting, ohne spielerische Finesse und Facettenreichtum zu vernachlässigen. So hoch Mudvayne das Niveau musikalisch halten, so tief graben sich die Texte in verwirrte Köpfe. „Ein Psycho-Profil verschiedener Charaktere“ habe er zeichnen wollen, sagt Chad Gray. Weil die porträtierten Personen allesamt des Wahnsinns sind, gehe es um „das Töten auf verschiedenen Ebenen“. Das gilt auch für „Dull Boy“, dessen Grundgedanke dem Stephen-King-Roman „The Shining“ entnommen ist: Labile Psyche + Suff + Isolation + X = Blutbad. Auf diesem Song, der schon auf der Raritäten-Compilation „By The People, For The People“ (2007) zu finden war, hätten Mudvayne gut verzichten können. Er fällt deutlich ab, ebenso wie das anfangs aggressiv-abgehackte, später mit lamentierenden Lyrics langweilende „Same Ol’“. Wenigen Tiefpunkten stellen Mudvayne eine Bank gelungener Songs gegenüber. Den älteren Vorwurf, die Band versteige sich in überspannte Exzentrik, lässt „The New Game“ nicht mehr gelten. Den neueren Vorwurf, Mudvayne schielten und spielten auf Radio-Airplay, kontert es zumindest mit einigen krachenden Argumenten: Das kaltherzige „The Hate In Me“ leistet sich gallige Schreie und setzt auf hibbelige Stakkati und den kreuz und quer dazwischenfunkenden Bass von Ryan Martinie. Bei „Fish Out Of Water“ klingen die Gitarren auch mal wie Sirenen, im furiosen Quasi-Titelsong „A New Game“ spucken Mudvayne Schaum und beißen um sich wie einst Pantera. Mudvaynes Viertes ist kein Ex-und-hopp-Album, sondern eines mit Tiefgang und Höhepunkten.

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