Gilles De Rais hat seine überschaubare Lebensspanne von 1404 bis 1440 weidlich zum Rollenspielen genutzt: Er war umjubelter Heerführer im Hundertjährigen Krieg, Kampfgenosse von Jeanne d‘Arc, einer der reichsten Männer Frankreichs, Alchemist, Paktierer mit dem Teufel, Kindesentführer und -folterer, Serienmörder und er starb am Strick. Diese blutrünstige Biografie inspirierte Cradle Of Filth zu ihrem zweiten Konzeptalbum – zehn Jahre nach "Cruelty And The Beast" (1998), das vom Leben und Töten der "Blutgräfin" Elisabeth Báthory erzählte. Nun also Gilles De Rais und "Godspeed On The Devil’s Thunder": 36 extrem wechselhafte Lebensjahre in 71 extremen Minuten geschwärzten Metals. Der bewegt sich zwischen zwei Polen: hier das hyperventilierende "Shat Out Of Hell" mit allen COF-Trademarks und Dani Filths wirrem Stimmenspektrum vom gellenden Gekeife bis zum Grunzen aus der Gruft, dort das getragene "The Death Of Love" mit schaurig-beklemmender Melodie und glockenklarer Frauenstimme. Der Rest des Albums quillt über vor Querverweisen auf die bandeigene Discografie, schlägt härtere Töne an als zuletzt "Thornography" (2006). Was fehlt, sind eindeutige Höhe- und wachschlagende Wendepunkte, insgesamt wirkt das Achte von Cradle Of Filth mehr routiniert als passioniert.
Bewertung: 6/12
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